In einer neuen Show-Quiz-Show mit Ruth Moschner bei ProSieben geht es für Promis darum, ganz genau hinzuschauen, um Fragen zu bestimmten Situationen zu beantworten. Das klingt in der Theorie zwar spannend, ist in der Praxis aber leider ziemlich öde…
Kennen Sie das Video mit dem kickboxenden Gorilla, der einem beim ersten Mal gar nicht auffällt? Der kurze Clip ist eine gute Veranschaulichung für das Konzept der „begrenzten Rationalität“, das in der Verhaltensökonomik tief verankert ist. Es besagt unter anderem, dass Menschen in ihren Informationsverarbeitungskapazitäten eingeschränkt sind und deshalb nicht alles in ihrer Umwelt wahrnehmen können. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür lieferten Psychologen mit einer wissenschaftlichen Studie bereits vor einigen Jahren. Bei ihr wurden Probanden darum gebeten, sechs Basketballspieler in einem Video zu beobachten und ihre gespielten Pässe zu zählen. Beschäftigt mit ihrer Zählaufgabe entging es den Versuchspersonen, dass durch das Video auf einmal ein Schauspieler im Gorilla-Kostüm hüpfte.
Wer das Gorilla-Video kennt, der weiß, wie spannend es sein kann, sich selbst kleinen Aufmerksamkeitstests zu unterziehen. Das Problem ist nur, dass das psychologische Experiment 75 Sekunden dauert, während «Wer sieht das denn?!» bei ProSieben mit Werbung auf mehr als zwei Stunden gestreckt wird. Und das führt leider dazu, dass sich das von Talpa Germany produzierte Format nach einer gewissen Zeit ganz schön zieht.
Die Kandidaten der ersten Folge: Olivia Jones, Mario Basler, Til Schweiger, Ruth Moschner und Axel Stein (v.l.n.r.).
Als Act dürfen in der Auftaktfolge gleich zweimal die Ehrlich Brothers ran, die mit ihren Zaubereinlagen gut zu unterhalten wissen. Gleiches gilt für die übrigen Künstler, die in der Sendung etwas vorführen. Von Turnern bis hin zu Tänzern: Sie alle können das Publikum mit ihren Einlagen entertainen. Und auch Ruth Moschner, die die Sendung moderiert, tritt insgesamt sehr souverän in Erscheinung. Handwerklich ließe sich noch am ehesten kritisieren, dass die Sendung hier und da etwas ruppig zusammengeschnitten ist.
An diesem Grundproblem ändert leider auch das dritte Spiele nicht viel, in dem sich die Promis in witzigen Kostümen gegenseitig pantomimisch Begriffe erklären müssen - wenngleich dieses zweifelsfrei zu den unterhaltsameren in der Auftaktfolge zählt. Dass die Sendung wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum produziert werden musste, dürfte für die Dynamik der Show ebenfalls nicht unbedingt förderlich gewesen sein. Nach einem flotten Einstieg verpufft die Euphorie über den Show-Neustart jedenfalls schnell.

• Wer sieht das denn?! • Wer sieht denn sowas?! • Watch!
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