Sportcheck

Hier muss die Deutsche Fußball Liga ihren TV-Partnern künftig helfen

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SportCheck: In diesen Wochen und Monaten bereiten die Chefs der Fußballliga die Ausschreibungsmodalitäten für die neue Rechteperiode vor. Ein Passus wäre darin sinnvoll…

Bundesliga 21-25


Sporthighlights der kommenden Woche

  • täglich: Frauentennis, WTA Finals in China (DAZN)
  • Dienstag, 20 Uhr: DFB-Pokal Bochum - FC Bayern (Sport1/Sky)
  • Mittwoch, 20.45 Uhr: DFB-Pokal Dortmund - Gladbach (Das Erste/Sky)
  • Samstag, 15.30 Uhr: Bundesliga Frankfurt - FC Bayern (ZDF/Sky)
  • Samstag, 18.30 Uhr: Bundesliga Stadtderby Union Berlin - Hertha BSC (Sky)
  • Sonntag, 15 Uhr: NFL London Game - Jacksonville - Houston Texas (ProSiebenMaxx)
  • Sonntag, 20 Uhr: Formel1 in den USA (RTL/Sky)
  • Quotenmeter Exoten Tipp: Samstag, 9.45 Uhr: Finale der Rugby-WM in Yokohama (ProSiebenMaxx)
In vermutlich neun Monaten weiß Deutschland, welche Fernsehunternehmen sich die TV-Ausstrahlungsrechte an den vielen verschiedenen Bundesliga-Paketen gesichert hat. Während ausführliche Gespräche mit aktuellen Partnern und möglichen Interessenten schon zu einer groben Planung geführt haben, soll im Frühjahr die offizielle Ausschreibung für die vier Spielzeiten ab Sommer 2021 auf den Markt kommen. Bis Sommer, vermutlich kurz vor dem Start der EM 2020 in ganz Europa, wird der Kuchen verteilt sein. Das meiste Geld erlösen dabei wieder die Live-Verwertungsrechte, die wieder fast ausschließlich ans Pay-TV vergeben werden sollen.

Aktuell zeigt Sky einen Großteil der Spiele, DAZN hält die Rechte an knapp 50 Partien dank einer Sublizenz von Eurosport. Bekannt ist, dass Sky pro durchschnittlicher Saison knapp 900 Millionen Euro nur für die Rechte überweist, von Eurosport soll etwas weniger als ein Zehntel davon zusätzlich noch an die Vereine und die DFL gehen. Obendrauf kommt noch eine Service-Pauschale der Sender, die somit die Produktion der Spiele zahlen. Alles in allem ist die Anschaffung der Bundesliga-Rechte eine sehr teure Sache und nicht wenige zweifeln daran, dass sich allein mit Liga-Fußball in Deutschland überhaupt Geld verdienen lässt. Durch die enorm gestiegenen Preise, bei der Vergabe 2016 bejubelte die Liga eine Erlös-Steigerung von mehr als 80 Prozent, sind clevere Finanzierungstrategien gefragt. In der Branche wird oft von einer Budgetumverteilung gesprochen. Mehr Geld an die Vereine, weniger Geld für das eigene Produkt.

DAZN lässt nur einige der Freitags-Spiele wirklich komplett vor Ort produzieren. Vor allem bei weniger namhaften Partien sind Kommentator und Experte nicht im Stadion, sondern kommentieren aus München. Das spart Mal für Mal eine gewisse Summe. Sky ist bei Erstligaspielen immer vor Ort im Stadion, inzwischen allerdings mit geringerem technischen Aufwand als einst, als noch komplette Sendungen aus den Arenen gefahren wurden. Allerdings: Bei acht von neun Zweitliga-Spielen berichtet der Kommentator aus Unterföhring. Das liebe Geld spielte wohl auch eine Rolle, als es darum ging, die "Original-Sky-Konferenz in Liga zwei durch eine neue Version dieser zu ersetzen.

Die DFL hat sich das bisher alles angeschaut. Im Vorjahr gab es einige Unmutsäußerungen seitens der Zweitligisten, die bemängelten, dass ihre Werbebanden nicht mehr genug zur Geltung kommen, weil Sky teils keine Interviewer mehr im Stadion hatte. Eigentlich aber ist die DFL hier an der Reihe, eine smarte Lösung anzubieten. Man stelle sich mal vor: Ein Medienunternehmen zahlt vielleicht eine Milliarde Euro, um überhaupt an Übertragungsrechte zu kommen, muss dann aber jeden weiteren Euro für die Produktion mehrfach umdrehen.

Dabei ist genug Technik im Stadion, denn längst liegt die Produktion des Signals in Händen einer DFL-Tochter. Es wäre ratsam und auch im Sinne der hohen Übertragungsqualität, dass die DFL den Sendern bei der Produktion ihrer Berichterstattung noch weiter unter die Arme greift. Schon jetzt zeichnen offizielle Sportcast-Kameras die Interviews nach Zweitliga-Spielen auf und stehen zudem auch für Schaltsituationen zur Verfügung. Da wäre es doch auch kein Problem, wenn die DFL auch schon fertig hergerichtete Kommentatoren-Plätze anbietet und die dadurch entstehenden Kosten durch die Service-Pauschale gedeckt sind. Es muss im Sinne der Vereine sein, dass Spiele – egal ob der ersten oder zweiten Bundesliga – in aller Regel von vor Ort befindlichem Personal begleitet werden; und nicht aus kleinen Büroräumen, teils mehrere 100 Kilometer entfernt.

Jetzt ist die richtige Zeit, das für vier Spielzeiten zu regeln. Es stellt sich aber schon die Frage, wie groß das Interesse daran wirklich ist. Gibt es Vereine, die das dafür nötige Geld lieber in der eigenen Tasche sehen würden?

Stört es Euch, wenn der Kommentator bei Spielen der ersten oder zweiten Liga gar nicht im Stadion sitzt?
Ja!
53,5%
Nein!
46,5%

In der vergangenen Woche haben wir gefragt, ob sich unsere Leser für den Clasico in Spanien interessieren, der wegen der vorherrschenden Unruhen auf Dezember verschoben wurde. Über 86 Prozent gaben an, dass auch internationaler Spitzenfußball für sie interessant sei.

NBA Start


Die beste Basketball-Liga der Welt, die NBA, ist kürzlich in ihre neue Saison gestartet. DAZN überträgt hierzulande eine Vielzahl an Spielen. Zusätzlich zu den rund 150 geplanten Livespielen bietet DAZN ausgewählte Highlights von Topspielen, Top-Plays sowie die Magazinsendung „NBA Action“ mit spannenden Einblicken in die Welt der NBA-Stars auf Abruf an. Für DAZN werden in dieser Saison unter anderem Freddy Harder, Lukas Schönmüller und Alex Schlüter Livespiele der NBA kommentieren. Wie bereits in der Vergangenheit dürfen sich die Fans zusätzlich beispielsweise über die Expertise von Dré Voigt, Alexander Vogel und Demond Greene freuen.

Abseits des Korbsports fliegen bei DAZN auch wieder die Fäuste. Der Streaming-Dienst und Balboa Productions, die Produktionsfirma von Sylvester Stallone, haben eine kreative Partnerschaft geschlossen. So soll eine Doku-Reihe namens «One Night» entstehen, die sich mit großen Box-Abenden der Vergangenheit beschäftigt. Der erste Film «One Night: Joshua vs. Ruiz» blickt auf den Kampf zurück, der am 1. Juni im Madison Square Garden stattfand. Zu sehen gibt es den Film ab dem 20. November bei DAZN sowie auf YouTube.

Die Formel 1 geht mit erstmaliger Übertragung bei Twitch neue Wege


Für den Großen Preis von Mexiko gab es im Netz an diesem Rennwochenende ein Novum zu bestaunen. Denn in ausgewählten Ländern in Europa durfte zum ersten Mal in einer neuen Kooperation zwischen Liberty Media und Amazon die Streaming-Plattform Twitch einen Grand Prix der Königsklasse des Motorsports übertragen. Auch in Deutschland war dies der Fall. Neben RTL und Sky wurden alle Trainings inklusive Rennen und Qualifying auch bei Twitch gezeigt und das sogar ohne Werbeunterbrechungen. Für das vorerst einmalige Experiment wurden die Formel-1-interessierten YouTuber von PietSmiet als Kommentatoren herangezogen. Auf deren Kanal verfolgten am Sonntagabend durchschnittlich knapp 40.000 Zuschauer das Rennen. Im internationalen Feed ohne Kommentar lag die Reichweite stets etwas unter 10.000 Zusehern.

Während des Rennens bot die Streaming-Plattform Twitch, die normalerweise für die Live-Übertragungen von Gaming-Inhalten bekannt ist, zusätzlich interaktive Features an. So konnten die Zuschauer zum Beispiel auf Ereignisse im Verlauf des Rennens reagieren und in einer Spiel-Funktion abstimmen, ob es für einen Fahrer bis zum Ende noch Plätze nach oben oder unten gehen würde. Ob diese besondere Aktion ein einmaliges Event bleibt oder ob es in Zukunft noch weitere Formel-1-Übertragungen bei Twitch geben wird, bleibt abzuwarten. Aktuell sind für diese Saison keine weiteren Übertragungen im Netz geplant.

Starke Sky-Zahlen am Wochenende


Jubel bei Sky in Unterföhring. Am Wochenende ließ das Ruhrpott-Derby zwischen Schalke und Dortmund die Zahlen der Sky-Übertragung in die Höhe schnellen. 2,06 Millionen Zuschauer sahen die Spiele am Samstagnachmittag, davon schauten 0,75 Millionen das Einzelspiel zwischen Schalke und Dortmund und 0,33 Millionen die Partie des FC Bayern München gegen Union Berlin. Insgesamt kam die komplette Übertragung auf 16,5 Prozent Marktanteil bei den Umworbenen wurden sogar 25,2 Prozent ermittelt. Dies war der beste Wert seit Anfang dieses Jahres.

Hammer-Quoten verbuchten auch weitere Sky-Sportevents: Der Primetime-Formel1-Grand Prix in Mexiko fuhr einen Saisonbestwert ein: Insgesamt 664.000 Zuschauer (linear und Sky Go) schalteten Sky Sport am Sonntagabend ein. Einen Topwert erreichte auch die Premier League mit der Neuauflage des Champions League Finals aus der vergangenen Saison. Liverpool gegen Tottenham sahen nach Sky-Angaben 339.000 Zuschauer (linear und Sky Go).

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