Quotencheck

«Dr. House»

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Die Finalstaffel wurde für RTL zur großen Quotenenttäuschung.

Mehr als sechs Jahre lang war «Dr. House» eine der inzwischen arg wenigen US-Serien, die auf ein ausreichendes Interesse verweisen konnten, um auch für RTL-Verhältnisse richtig starke Werte zu erreichen. Gemeinsam mit «CSI: Miami» und «Monk» kam die Serie auf zum Teil gigantische Einschaltquoten von bis zu 35,1 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe bei zum Teil mehr als sechs Millionen Zuschauer. Doch zuletzt lief ProSieben mit seinen Sitcoms dem Sender immer mehr den Rang ab und das Interesse am zynischen Dr. Gregory House ließ immer stärker nach. Mit der achten und letzten Staffel erreichte man in diesem Jahr oftmals noch nicht einmal mehr durchschnittliche Werte.

Dabei verlief der Staffelauftakt am 6. März noch durchaus respektabel, denn aus 3,84 Millionen Zuschauern resultierte ein solider Marktanteil von 12,6 Prozent. In der werberelevanten Zielgruppe waren 2,37 Millionen interessiert, hier kamen gute 18,8 Prozent zustande. Eine Woche später fiel die Gesamtreichweite zwar leicht auf 3,76 Millionen, was nur noch zu 12,3 Prozent aller Zuschauer führte, doch bei den Jüngeren steigerte man sich noch einmal leicht auf 19,8 Prozent bei 2,45 Millionen. Keiner konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass derartige Zahlen für alle zwanzig folgenden Episoden völlig unerreichbar werden sollten. Bereits Ende März fielen die Reichweiten deutlich auf 3,06 und 3,30 Millionen zurück, womit bestenfalls noch 10,8 Prozent aller Zuschauer zu holen waren. Bei den 14- bis 49-Jährigen konnten sich nur noch rund zwei Millionen für Hugh Laurie und Co. begeistern, was zu maximal 15,9 Prozent führte.

Im April setzte sich der Abwärtstrend weiter fort, nur eine einzige Folge kam mit 3,12 Millionen über die Drei-Millionen-Marke hinaus. Mit Marktanteilen zwischen 8,2 und 10,2 Prozent war man inzwischen sehr weit von der Sendernorm entfernt, während beim jungen Publikum bestenfalls noch ordentliche 16,2 Prozent bei 1,95 Millionen zu holen waren. Am 17. April versagte hingegen die siebte Ausgabe mit gerade einmal 1,71 Millionen und miserablen 12,4 Prozent. Im Durchschnitt erreichten die acht im März und April gezeigten Folgen 3,20 Millionen Konsumenten, was 10,3 Prozent aller Fernsehenden bedeutete. Damit lag man fast drei Prozentpunkte unterhalb der Sendernorm zu dieser Zeit. Bei den Werberelevanten resultierten aus 2,03 Millionen ebenfalls maue 16,1 Prozent, während RTL zur gleichen Zeit 17,0 Prozent verbuchte.

Doch verglichen mit dem zweiten Teil der Staffel, die mit den Folgen 9 bis 22 ab dem 4. September auf Zuschauerjagd ging, waren dies noch richtig ordentliche Werte. Schon die Rückkehr aus der gut viermonatigen Sommerpause verlief mit 2,93 Millionen Interessenten und 10,3 Prozent Marktanteil überaus unspektakulär, doch eine Woche später stürzten die Werte auf 2,54 Millionen und desaströse 8,1 Prozent hinab. Bei den Jüngeren wurden zunächst 1,91 Millionen und ordentliche 16,5 Prozent generiert, bevor man sich mit nur noch 1,66 Millionen und 13,1 Prozent abfinden musste. Am Monatsende steigerte man sich glücklicherweise aber wieder auf 3,03 und 3,07 Millionen, womit bis zu 10,8 Prozent aller und 16,7 Prozent der jungen Menschen zu holen waren.

Im Oktober entwickelten sich die Quoten zunächst sehr sprunghaft, denn nach sehr schwachen 2,68 Millionen mit Folge 13 standen eine Woche später deutlich stärkere 3,44 Millionen auf der Uhr. Mit 8,9 und 11,3 Prozent bewegten sich die Marktanteile weiter zwischen der Ein- und Zweistelligkeit, fielen jedoch danach konsequent unter die Zehn-Prozent-Hürde. Bei den jungen Zuschauern schaffte es die 14. Ausgabe auf 2,05 Millionen Menschen und 15,9 Prozent Marktanteil. Mitte Oktober musste House gegen das gut 13 Millionen Zuschauer starke WM-Qualifikationsspiel der deutschen Mannschaft gegen Schweden antreten – und ging wenig überraschend mit gerade einmal 2,37 Millionen Zuschauern und katastrophalen 7,1 bzw. 11,9 Prozent komplett unter. Die beiden letzten Folgen des Monats schnitten mit knapp zehn Prozent bei allen und knapp 15 Prozent bei den Jüngeren klar besser ab, die Reichweiten beliefen sich auf 3,03 und 2,97 Millionen.

Auf eine ziemlich treue Fangemeinde lassen auch die Zuschauerzahlen schließen, die mit den Novemberfolgen verbucht wurden: Sieht man von der mit 2,80 Millionen überaus enttäuschenden 21. Ausgabe ab, kam man stets auf 2,95 bis 3,06 Millionen, also erneut auf einen Mittelwert von ziemlich exakt drei Millionen. Doch mit den Marktanteilen konnte die Sendung auch weiterhin nicht die Bedürfnisse des Senders zufriedenstellen, denn mit nur 9,2 bis 9,9 Prozent verfehlte man weiterhin sehr deutlich den Senderschnitt. Bei den jungen Menschen wurden ebenfalls nur schlappe 13,7 bis 15,7 Prozent verbucht. Im Schnitt wurden seit September nur 2,92 Millionen Menschen erreicht, womit richtig schlechte 9,6 Prozent einhergingen. Beim werberelevanten Publikum führte eine Sehbeteiligung von 1,83 Millionen zu gerade einmal 14,8 Prozent. Zum Vergleich: Die Kölner können im bisherigen Fernsehjahr trotz deutlicher Verluste noch immer auf viel bessere 12,6 bzw. 15,7 Prozent verweisen. Das Finale am 4. Dezember 2012 erreichte insgesamt 3,07 Millionen Zuschauer, woraus nur ein Marktanteil von genau zehn Prozent resultiert. Bei den Werberelevanten musste sich die NBC-Universal-Produktion mit 15,5 Prozent zufrieden geben.

Im Schnitt wusste die achte und letzte Staffel der Arztserie 3,03 Millionen Zuschauer zu fesseln, wodurch ein Marktanteil von 9,9 Prozent zu Buche stand. Damit schnitt man so schlecht ab wie nie zuvor, selbst der ebenfalls recht enttäuschende siebte Durchgang kam noch auf 3,52 Millionen und 11,4 Prozent. Zu Hochzeiten von «Dr. House» war sogar noch ein Staffelschnitt von 18,2 Prozent respektive 30,9 Prozent zu holen. In der wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kam man im Jahr 2012 nicht über 1,91 Millionen und 15,3 Prozent hinaus, womit die Werte ebenfalls so mies ausfielen wie nie zuvor. Mindestens 18,2 Prozent waren zuvor stets zu holen, die Staffeln drei und vier konnten mit 30,9 und 30,5 Prozent diesen Wert sogar verdoppeln. So wirklich traurig dürften die Programmverantwortlichen von RTL mittlerweile also nicht mehr sein, dass die Serie mit Hugh Laurie nun in Rente geht.

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