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Der Fernsehfriedhof: «Einundzwanzig»

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Quotenmeter.de erinnert an all die Fernsehformate, die längst im Schleier der Vergessenheit untergegangen sind. Folge 9: Das Duell Deines Lebens.

Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir der Gameshow, in der man unendlich viel Geld gewinnen konnte.

«Einundzwanzig» wurde am 05. Juli 2000 in RTL geboren und sollte den Erfolg vom überaus populären «Wer wird Millionär» wiederholen. Daher lockte die Quizshow auch mit dem Versprechen, dass man bei ihr unendlich viel Geld gewinnen konnte. Tatsächlich erwies sich dies als recht kompliziert, denn zuerst musste man als Kandidat gegen einen anderen Mitspieler gewinnen, um in der Finalrunde hohe Geldbeträge gewinnen zu können. Dazu wurden den beiden Kontrahenten, die in schalldichten Kabinen saßen, abwechselnd Quizfragen mit mehreren Antwortmöglichkeiten gestellt. Den Schwierigkeitsgrad konnten die Kandidaten von eins bis elf selbst wählen. Für jede richtige Antwort bekamen sie den Schwierigkeitsgrad als Punkte gutgeschrieben und mussten so schneller als der Gegner versuchen, auf 21 Punkte zu kommen. Wer drei Fragen falsch beantwortete, flog aus der Show. Der Gewinner des Duells kam ins Finale und konnte bis zu 210.000 DM gewinnen.

Die theoretische Unendlichkeit der Gewinner ergab sich dadurch, dass die Kandidaten nach einer Finalrunde weiter spielen und wieder gegen einen neuen Duellanten antreten durften. Die so erzielte höchste Gewinnsumme der Show lag bei 445 000 Euro. Moderiert wurde das selbstbetitelte „Duell Deines Lebens“ von Talkshow-Legende Hans Meiser, der die Sendung lustlos herunterbetete und zuweilen auch den Überblick über das komplexe Regelwerk verloren zu haben schien.

Das Konzept basierte auf dem amerikanischen NBC-Format «Twenty-One», das 1956 erstmals ausgestrahlt wurde. Die Show ging in die amerikanische Fernsehgeschichte ein, weil bei ihr neben anderen Shows Manipulationen seitens der Produzenten bekannt wurden. Die Geschichte um den Skandal bei «Twenty-One» wurde später von Robert Redford in seinem Film «Quiz Show» nacherzählt. Nach der Absetzung der Show im Jahr 1958 wurde sie im Jahr 2000 mit Talkshowmoderator Maury Povich wiederbelebt.

Auch in Deutschland tauchte das Konzept in der Variante mit Hans Meiser nicht das erste Mal auf. Bereits zwischen 1958 und 1969 strahlte die ARD das Format unter dem Titel «Hätten Sie’s gewusst?» mit Heinz Maegerlein aus. Die Neuauflage von RTL lief ab dem Jahr 2000 in der Sommerpause von «Wer wird Millionär» zunächst nur montags, später zusätzlich auch freitags, um 20.15 Uhr und wurde aufgrund der soliden fünf Millionen Zuschauern für zwei weitere Staffeln verlängert. Im Sommer 2002 fielen die Quoten jedoch bedrohlich ab. Dazu kam, dass aufgrund der Einführung des Euros und der damit verbundenen Verdoppelung der Preisgelder die Show zu teuer wurde.

«Einundzwanzig» wurde am 02. September 2002 beerdigt und erreichte ein Alter von etwa 60 Folgen. Die Show hinterließ den Moderator Hans Meiser, der zuvor auch seine Talkshow beendet hatte und dann nur noch einmal jährlich für die Pannenshow «Life! Dumm gelaufen» zurück ins Fernsehen durfte. Mittlerweile gab er auch diese ab.

Möge die Sendung in Frieden ruhen!

Die nächste Ausgabe des Fernsehfriedhofs widmet sich einem Mystery-Talk ohne Mystery.

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