70 Jahre nach Kriegsende startet VOX am Samstag ein zwölfstündiges Doku-Event, das sich mit den Schicksalen von 12 Städten zu Zeiten des Kriegsendes beschäftigt.
Mit authentischem Farbfilmmaterial aus der Zeit des zweiten Weltkriegs begibt sich das VOX-Programm unter der Moderation von «Stern TV»-Mann Steffen Hallaschka auf eine Reise zurück in die 40er Jahre. Das Filmmaterial hat dabei ebenfalls seine ganz eigene Geschichte, denn es stammt von einem US-Kamerateam, das von März 1945 bis Juli 1945 die befreiten Gebiete Deutschlands bereiste und Alltagszenen zwischen den in Trümmern liegenden deutschen Städten einfing. Nur durch eine HD-Abtastung im „National Archives“ in Washington D.C. sind die Szenen fürs heutige Fernsehen verwertbar und in Farbe zu sehen. Das Projekt unter der Leitung von Autor Michael Kloft versteht es, die verschiedenen Geschichten, die die verschiedenen Städte zutage förderten, individuell aufzuarbeiten, sodass keine Langeweile durch Redundanzen entsteht. So erzählt die 12 Uhr-Ausgabe von Köln, dessen Altstadt einem beispiellosen Bombardement zum Opfer fiel, um 15 Uhr befasst sich die Doku mit Nürnberg, wo der Antisemitismus wohl seinen Höhepunkt fand und ab 22.15 Uhr geht es um den Völkermord, der in Amsterdam seinen Ausgangspunkt hatte.
Die wahre Kraft der Spiegel TV-Produktion liegt jedoch in den bewegenden Zeitzeugen-Interviews, unter anderem auch mit Prominenten und Historikern, die vom Mut und vom Schrecken erzählen, den das Kriegsende mit sich brachte. Mario Adorf, der das Eintreffen der Amerikaner miterlebte, Hans-Dietrich Genscher, der nur knapp dem Tod durch die Rote Armee entkam, Hellmuth Karasek, der als Jugendlicher in einer „Nationalpolitischen Anstalt“ aufwuchs oder Ingrid van Bergen, die aus Pilsen vertrieben wurde und Traumatisches erlebte, erzählen ihre ganz eigene Geschichte aus jeweils einer der diskutierten deutschen Städte und berichten, auch unter Tränen, von Vergewaltigungen, Morden, Kriegserfahrungen und aufkeimender Hoffnung. Hunderte Menschen kontaktierte Ko-Autor Hendrik Behrendt und wählte anschließend die interessantesten Geschichten für die Dokumentation aus. 

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