Rupert Murdochs Imperium würde mit dem Kauf von Warner zum weltgrößten Medienkonzern aufsteigen. Was Murdoch plant, warum er gefährlich ist und weshalb Google eine gewichtige Rolle bei diesem Deal spielt…
Murdoch wird das Übernahmeangebot von 80 Milliarden Dollar noch einmal deutlich aufstocken, um sein Ziel zu erreichen. Die Vorbereitungen dazu trifft er in diesen Tagen: Der 83-Jährige hat veranlasst, dass der von ihm kontrollierte britische Pay-TV-Konzern BSkyB die Anteile des italienischen und deutschen Sky kauft. Da 21st Century Fox direkt knapp 60 Prozent der Anteile an Sky Deutschland und 100 Prozent an Sky Italia hält, würden durch den Verkauf an BSkyB einige Milliarden Euro in den Mutterkonzern fließen – von der rechten in die linke Tasche.
Ganz anders entwickelte sich 21st Century Fox: Rupert Murdoch allein schuf das Medienimperium, über das er immer die volle Kontrolle hatte. Für das Network FOX machte er sich zum amerikanischen Staatsbürger, zuletzt schloss er wegen eines Abhörskandals seine auflagenstärkste Zeitung und gliederte die gesamte Print-Sparte in ein neues Unternehmen aus. Murdoch weiß genau, wie er aus jeder Niederlage einen Sieg macht und er weiß, wie er seine Macht geschickt ausbaut. Beim aktuellen Übernahmeangebot war er zu keinem Kompromiss bereit: Time Warner hätte als Unternehmessparte lediglich Aktien erhalten, die nicht stimmberechtigt sind. Murdoch behielte so die komplette Kontrolle.
Es wird eine spannende Entscheidung: Wem wird Time Warner gehören? Dem großen alten Medienmogul Rupert Murdoch oder einem Internetgiganten, der seine Macht auf klassischere Geschäftsbereiche ausweiten will? Vielleicht sogar Disney oder einem Kabelkonzern? Bleibt Time Warner am Ende gar unabhängig? Zumindest letzteres ist in den vergangenen Wochen unwahrscheinlich geworden. Für die Endkunden, uns Zuschauer und Abonnenten, bedeutet eine Übernahme nicht unbedingt etwas Gutes: Der Markt der Medienriesen schrumpft, und damit auch der Konkurrenzkampf.


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