Paul ist von Beruf Schlussmacher und trifft eines Tages auf den emotionalen Toto, der fortan nicht mehr von ihm lässt.
Til Schweiger hat‘s schon lange geschafft. Als Schauspieler ist der gebürtige Freiburger seit «Manta, Manta» dick im Geschäft. 1998 folgte mit «Der Eisbär» sein Debüt als Regisseur und nun gibt der Vater sein Erbe aktiv an seine Töchter weiter, die in immer mehr Schweiger-Produktionen zu sehen sind. Nein, Til Schweiger hat nichts mit der neuen deutschen Komödie «Schlussmacher» zu tun, doch die Gemeinsamkeiten zu Matthias Schweighöfer könnten prägnanter kaum sein. Auch Schweighöfer ist mittlerweile eine feste Größe in deutschen Filmen geworden und versuchte sich erstmals bei «What a Man» als Regisseur. Und als wäre das noch nicht genug bringt der 31-jährige seine Mutter stellvertretend für die Familie in seinen Werken unter.
Bei einem seiner Aufträge trifft Paul auf den sensiblen und anhänglichen Toto (Milan Peschel), der die von Paul überbrachte Trennungsnachricht nicht überwinden kann und sich, um nicht allein zu sein, an dessen Fersen heftet. Pauls Dienstreise quer durch Deutschland nimmt fortan chaotische Ausmaße an, denn Toto stellt alles auf den Kopf. Bald drohen Pauls Karrierepläne zu zerplatzen und auch ein Happy End mit Natalie rückt in weite Ferne…
Die peinlichste Szene stellt ein Versuch der beiden Protagonisten dar, die Frau eines Kunden in flagranti zu erwischen. Im Hotelzimmer wird die korpulente Gabriele (Manuela Wisbeck aus der RTL-Comedyserie «Böse Mädchen») von Toto verführt, während Paul mit der Kamera bewaffnet hinter der Gardine lauert. Als Gabriele den heimlichen Filmer bemerkt, bricht im Zimmer die Hölle los. Ganze drei Mal nimmt die „Dicke“ Anlauf, wuchtet sich aufs Bett und verprügelt die beiden Männer. Was lustig sein soll, ist in Wirklichkeit unglaublich peinlich. Wisotzky lässt keine Randgruppen aus und zieht ebenfalls über Lesben und – wie soll es anders sein – Russen her.
Schweighöfers zweite Regiearbeit eignet sich nur für Menschen mit speziellem Humor. Und für diejenigen, denen eh egal ist, was der Junge produziert – Hauptsache es gibt wieder einen neuen Film mit dem süßen Blonden, der auch immer in den Til Schweiger-Schmonzetten dabei ist. Was interessiert da die uninspirierte Regie, mit der sich der gute Matthias noch ein wenig auseinandersetzen muss. Dann stellt er vielleicht auch mal fest, dass man nicht jedes Mal einen Finger in Großaufnahme zeigen muss, wenn jemand an der Haustür klingelt. Oder dass man Ortswechsel auch erzählen kann, ohne jedes Mal die Stadt mit einem Schwenk vom Kamerakran zu zeigen.• Schlussmacher • Schweighöfer
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