Die zwei Polizeiobermeister Hubert und Staller haben in ihrem Heimatdorf am Starnberger See normalerweise nichts aufregendes zu tun. Ihr jüngster Einsatz scheint keine Ausnahme zu bilden: Dieses Mal wurden sie von einem verärgerten Bürger gerufen, der sich über den entflohenen Papageien seines Nachbarn beschwert. Das exotische Federvieh würde mit seinen ätzenden Ausscheidungen den gepflegten Garten ruinieren. Als die Dorfpolizisten den Papageien seinem wohlhabenden Halter zurückzubringen versuchen, stolpern sie ahnungslos in einen frischen Tatort: Der Lebensmittelgroßhändler Anton Bayer wurde, den Indizien nach zu urteilen, von einem Einbrecher erschlagen. Aber wie die Nachforschungen ergeben, scheint es sich beim Einbruch nur um ein Ablenkungsmanöver zu handeln…
Die Pilotfolge «Hubert und Staller: Kleine Fische, große Fische» zeigt die Titelhelden als längst eingespieltes Ermittlerduo, das daran gewöhnt ist, pünktlich Mittagspause bei seinem Stammimbiss zu machen und auch zeitig Feierabend zu haben. Bei den Ermittlungen im Mordfall Bayer zeigen Hubert und Staller, zur Belustigung des Zuschauers, keinerlei Taktgefühl gegenüber den Angehörigen des Opfers, und die Lokalreporterin Barbera Hansen beweist wesentlich größeres Verhörgeschick. Trotzdem zeichnet Drehbuchautor Philip Kaetner die zwei Polizeiobermeister nicht als völlig inkompetent, sondern eher als urig-gemütliche, leicht schusselige Kerle. Dadurch kann man sie noch immer ernst genug nehmen, dass man ihnen ihre Polizeikarriere auch als kritischer Betrachter abkauft. Ein Großteil des Humors von «Hubert und Staller: Kleine Fische, große Fische» wird deshalb auch durch den von Tramitz und von Lüttichau routiniert präsentierten Dialogwitz gewonnen. Ihre Streitereien, ob Dönerbuden auch Eis verkaufen sollten, wie spät man noch „Guten Morgen“ sagen darf, oder ob „Meeresbrise“ ein geschäftsschädigender Name für ein Reisebüro ist, sind durchgehend amüsant und dürfen in zukünftigen Episoden gerne verstärkt vorkommen.
In der Pilotfolge von «Heiter bis tödlich – Hubert und Staller» mangelt es auch noch an einer klaren Charakterisierung der titelgebenden Polizeiobermeister. Sowohl das Pressematerial, als auch der Internetauftritt zur Serie bezeichnen sie als sehr gegensätzliches Team, doch davon ist in der ersten Episode nichts zu spüren. Hubert und Staller sind, zumindest auf den ersten Blick, sehr simple Figuren, die nur durch ihre gut aufgelegten Darsteller sehenswert sind. Allerdings muss man auch hier die zukünftigen Möglichkeiten berücksichtigen: Mit Komödiantin Monika Gruber als eifrige Lokaljournalistin, die Hubert und Staller respektvoll neckt, und einer sympathischen Carin C. Tietze bietet auch dieser Schmunzelkrimi Nebenfiguren, die das Potential haben, das steifere Schema der Pilotfolge aufzulockern.
Das Hauptproblem von «Hubert und Staller: Kleine Fische, große Fische» ist, dass die Episode zu lang ist. Über 40 Minuten sind zu viel Laufzeit für den eher mickrigen Mordfall, der nahezu allein die Folge zu füllen hat. Nebenhandlungen werden nur angedeutet, weshalb sich die Kernhandlung zwischendurch merklich zieht. Dennoch wissen das Titelduo, Monika Gruber und Michael Brandner als Polizeirat durchaus zu amüsieren. Laute Lacher hat «Hubert und Staller: Kleine Fische, große Fische» nicht zu bieten, doch es gibt genug zum Schmunzeln, um den Start der zweiten von vorerst drei «Heiter bis tödlich»-Serien dem neugierigen Fernsehzuschauer zu empfehlen.• Heiter bis tödlich. Hubert und Staller
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