Ganz klar: Die Highlights des vergangenen Sat.1-Jahres sind schnell gefunden. Gerne wird man sich in Unterföhring noch an «Die Säulen der Erde» erinnern: 8,10 Millionen Menschen sahen den ersten von vier Teilen, in der Zielgruppe kam die Produktion auf fast 30 Prozent. Kein Wunder, dass mit «Die Tore zur Welt» schon ein neues Mega-Event in den Startlöchern steht. Der Alex-Neldel-Film «Die Wanderhure» kam gar auf 9,75 Millionen Zuschauer – und mehr als 30 Prozent bei den Umworbenen. Ansonsten waren es vor allem Fußball-Spiele, die Sat.1 in der Reichweiten-Rangliste weit nach vorne spülten. Das Champions League-Spiel gegen Inter Mailand interessierte teilweise 9,5 Millionen Menschen.
Die Probleme von Sat.1 liegen ohnehin nicht wirklich in der Primetime. Bis auf wenige Ausnahmen – mal mittwochs mal samstags – funktionieren die Programme hier überaus ordentlich. Zu nennen sind an dieser Stelle natürlich die beiden deutschen Serienschätze «Der letzte Bulle» und «Danni Lowinski», die natürlich dazu führen, dass deutsche Fiktionproduzenten den bei Sat.1 verantwortlichen Joachim Kosack jüngst mit neuen Ideen nahezu überschwemmten. Will Sat.1 – wie von Chef Andreas Bartl angekündigt – den Montag dauerhaft mit eigenen Serien bespielen, dann müssen nun zwei neue serielle Formate her. Die würden dann im Herbst starten, denn mit Mick und Danni ist erst Anfang 2012 wieder zu rechnen.
Der Wegfall von Fußball bringt auf Sicht aber auch Vorteile mit sich: Johannes B. Kerner darf sein Magazin am Donnerstag endlich zu einheitlicher Zeit starten. Vorbei sind die Zeiten, in denen niemand wusste, wann es genau losgeht. In fußballfreien Wochen sendet er fortan um 22.10 Uhr, läuft Fußball, weicht er auf den späteren Slot – wohl wieder gegen 23.45 Uhr. Zuvor programmiert der Münchner Sender mit «Navy CIS: L.A.» und «Hawaii Five-0» zwei starke US-Serien, die sich mit dem RTL-Line-Up duellieren werden und möglicherweise an den einst sehr erfolgreichen US-Serien-Donnerstag anknüpfen.
Aufpolieren will Sat.1 sein Spätprogramm sicherlich mit dem spektakulärsten Neuzugang der Saison: Harald Schmidt ist wieder zu Hause – und wird zumindest anfangs somit sicherlich für viel Aufmerksamkeit sorgen. Gegenüber Quotenmeter.de verriet der Altmeister des Late-Night-Talks bereits, dass er jeweils dienstags und mittwochs um 23.15 Uhr senden werde. Gespannt wartet man also noch auf den genauen Starttag – der 6. September beispielsweise böte sich hier an.
Priorität muss nämlich die Access Prime haben. Die erwies sich in der zurückliegenden Saison zwischen 18.00 und 20.00 Uhr nämlich als ausgewachsenes Sorgenkind. «Hand aufs Herz» wird nach rund elf Monaten im September enden – in aller Regel holte die Soap nur einstellige Zielgruppen-Marktanteile. Das ebenfalls über weite Strecken schwach gelaufene «Anna und die Liebe» wurde hingegen um eine ganze Staffel verlängert; die Telenovela mit Jeanette Biedermann gab immerhin hin und wieder noch Lebenszeichen von sich. Pilotiert für die 18.00 Uhr-Stunde wurde von Sat.1 viel – von Dokusoap bis hin zu Fiktionalerem. Man darf gespannt sein, welchen Piloten die Macher letztlich wirklich herauspicken. Gleiches gilt auch für die 19.00 Uhr-Stunde: Der etwas unglücklich platzierte Testlauf von «Schmidt & Schmitt» (gegen die Frauen-Fußball-WM) ist jedenfalls gescheitert – und somit darf die Frage gestellt werden, ob «K 11» wirklich die gesamte Saison über eine Chance erhalten wird. Die Antwort könnte ähnlich lauten wie bei «Richter Hold»: Weil der 18.00 Uhr-Slot wichtiger ist, liegt die Konzentration darauf. • Sat.1 • Harald Schmidt
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