Noch eine Saison lang hat Sat.1 die Rechte an der Champions- und Europa-League: In der Königsklasse werden Wolff Fuss, Johannes B. Kerner und Kaiser Beckenbauer dann Dortmund, Leverkusen und wahrscheinlich auch den FC Bayern begleiten. In der Europa League ist man Hannover und Mainz, und somit sicherlich keinen Zuschauermagneten, auf der Spur. Ab Sommer 2012 wechseln die Champions League-Rechte dann nach Mainz an den Lerchenberg – das ZDF wird fortan übertragen. Und Sat.1, das erst vor zwei Jahren eine eigene «ran»-Sportredaktion aufbaute und mit Johannes B. Kerner einen der bekanntesten Sportmoderatoren des Landes holte?
Die Champions League ist also ein Garant für gute Quoten – das aber gilt nicht für die Europa-League. Als Vergleichswert soll die jeweils zweite Partie eines Abends gelten – angepfiffen wird diese um 21.05 Uhr und somit zu einer ähnlichen Zeit wie die Champions League. Die Gesamtübertragung erreichte hier nur rund zehn Prozent, lag also sogar unterhalb des Senderschnitts. In dieser Saison war es für Sat.1 besonders ärgerlich, dass kein deutsches Team die Phase der dann meist doch spannenden Spiele erreichte. Bereits im Achtelfinale war für die deutschen Vereine Schluss. Aus Quotensicht ist die Europa League also keinesfalls attraktiv, zudem hat sie dem Münchner Sender regelmäßig das Donnerstags-Line-Up zerschossen.
Möglicherweise entfällt die klassische «Sportschau» ab 2013 nämlich zu Gunsten eines Web TV-Formats, das die Bundesliga-Spiele vor 20.00 Uhr in die Haushalte bringt. Stimmt das Kartellamt dieser Variante zu, käme die Liga im Free-TV nicht vor 21.45 Uhr – für Das Erste ist dieser Slot wegen des Werbeverbots ab 20.00 Uhr aber nicht mehr interessant, sodass zwangsläufig ein werbefinanzierter Sender zuschlagen müsste. Aber: Fraglich ist, wie hoch die Zuschauerzahlen zu dieser Zeit ausfallen werden – fünf oder sechs Millionen wie aktuell bei der «Sportschau» um 18.30 Uhr sind dann ziemlich sicher nicht zu holen. Niedrigere Erlöse aus dem Free-TV wären die Folge – und für Sat.1 stellt sich ohnehin die Frage, ob die Bundesliga nicht wieder ein großes Verlustgeschäft wäre.
Wohin geht es also mit dem Sat.1-Sport? Zu erwarten ist, dass der Sender seine Aktivität im Bereich des Boxsports weiter ausbaut. Felix Sturm ist Garant für hohe Quoten, er holte für Sat.1 mit seinen beiden bisherigen Kämpfen 22,8 und 17,4 Prozent Marktanteil. Auch Robert Stieglitz bescherte «ran Boxen» im zweiten Anlauf sehr ordentliche 14,1 Prozent. Nach dem Champions League-Finale testete der Münchner Sender zudem die Zugkraft von Kickboxen – mit Erfolg: 14,1 Prozent sahen den Kampf von Christine Theiss. Boxen ist für den Samstagabend also eine sehr willkommene Alternative – es fehlt letztlich nur an den großen, bekannten Köpfen. Diese müsste Sat.1 erst langsam und wohl auch mühevoll aufbauen.• ran
Manager Creative Productions (m/w/d)
Jungredakteur/Redakteur Casting (w/m/d)
Pflicht/-Orientierungspraktikant Redaktion (w/m/d)
Redakteur (w/m/d) oder Jungredakteur (w/m/d)
Jungredakteur/Redakteur (w/m/d)