Die erste Fassung des einzigen Romans von Schriftsteller Oscar Wilde wurde im Jahre 1890 veröffentlicht. Eine bittere Ironie, das die im Werk verurteilten Motive von falschen ethischen Grundsätzen und Hedonismus letztlich als Beweismittel fungierten, um Wilde zu Fall zu bringen: «The Picture of Dorian Gray» war Teil des Unzucht-Prozesses gegen den Theaterautor und Familienvater, der seine Homosexualität offen auslebte. Das Buch galt als anrüchig und schandhaft und war auch seitens vieler Kritiker der damaligen Zeit ob seiner Langatmigkeit nicht sonderlich geschätzt. Doch bis heute findet Wildes Prosa Einzug in die unterschiedlichsten Kulturgüter, handle es sich um Oper, Ballet oder Film. Regisseur der gefühlt hundertsten Neuauflage, die im britischen Original schlicht «Dorian Gray» getauft wurde, ist Oliver Parker. Dieser hat ein weiteres Mal mit Produzent Barnaby Thompson zusammen gearbeitet, mit dem er zuvor bereits Wildes Stücke «An Ideal Husband» (1999) und «The Importance of Being Ernest» (2002) auf die große Leinwand brachte. Gemeinsam haben sie auch Englands geschätzte und äußerst erfolgreiche Komödie «Die Girls von St. Trinian» (2007) in Szene gesetzt.
Vergleicht man den englischen und deutschen Trailer, so wird das Problem offensichtlich. Die Synchronisation und vor allem Morgans deutsche Stimme werden dem Original in keinster Weise gerecht, man wäre unter anderem mit Florian Halm, der Morgan ihn «30 Rock» seine Stimme leiht, besser aufgestellt gewesen. Davon abgesehen versprechen die bisher gezeigten Szenen eine herrlich schwarze Komödie mit gut aufgelegten Filmhelden. Erzählt wird von den Cops Jimmy Monroe (Willis) und Paul Hodges (Morgan), die nach neun Jahren Partnerschaft im Dienste des NYPD suspendiert werden. Auf Grund von Geldproblemen, machen sie sich auf die Suche nach dem Dieb, der Jimmys eine überaus wertvolle Baseballkarte entwendet hat. Eine amüsante Randnotiz: Eigentlich sollte der Film den Titel «A Couple of Dicks» tragen, was Warner Bros. in «A Couple of Cops» änderte. Dies stieß auf herbe Kritik, also kehrte man zu «A Couple of Dicks» zurück. Nur wenig später wechselte man zu «Cop Out». Ob sich der Gang ins Kino lohnt, lesen Sie am Freitag in der Quotenmeter.de-Kritik.
Neben «Date Night» hat Josh Klausner nur wenige Referenzen als Drehbuchautor vorzuweisen. 1999 entstand unter seiner Feder und Regie der mit diverse Logiklöchern versehene Psychothriller «The 4th Floor». Einige seiner komödiantischen Ideen flossen anschließend in «Shrek der Dritte». «Für immer Shrek», der vierte Teil der Animationsreihe, entstammt nun gänzlich seiner kreativen Ader. Letztere sei durchaus in Frage gestellt, immerhin entschied man sich bezüglich Part vier für ein 'What happened'-Theme, in der schlicht das Universum verrückt spielt und sich niemand an den grünen Oger erinnert. Seine jüngste Arbeit dürfte da etwas mehr Charme zu bieten haben, was man auch Regisseur Shawn Levy zu verdanken hat, der bereits ergfolgsgekrönt «Nachts im Museum» und dessen Fortsetzung iszenierte. Potential ist in der altbekannten Verwechslungs-Story noch immer vorhanden, schenkt man dem «Date Night»-Trailer glauben. Vor allem die im Comedy-Genre bewanderte Besetzung verspricht hervorragenden Slapstick. Den Hauptdarsteller Tina Fay und Steve Carell wird es darüberhinaus kein Problem bereiten, etwas stumpfere Dialogzeilen für sich zu nutzen. Berühmt geworden durch «The Daily Show with Jon Stewart» etablierte Carell seinen Namen mit «The Office» und «Jungfrau (40), männlich, sucht...». Fay war knapp ein Jahrzehnt Autorin für «Saturday Night Live», feiert nun einen Erfolg nach dem anderen mit der von ihr kreierten Serie «30 Rock» und machte vor zwei Jahren zudem mit ihrer Sarah Palin Imitation auf sich aufmerksam.
Coco Chanel zeigt sich von Anfang an begeistert von Komponist Igor Stravinskys 'Fühlingsweihe'. Als sie eben diesen sieben Jahre nach der Uraufführung wieder trifft, entflammen die Gefühle und die beiden beginnen eine intensive Affäre. Für Hauptdarstellerin Anna Mouglalis die wohl inzwischen bekannteste Rolle, war sie außerhalb ihrer Heimat doch zuvor weitesgehend unbekannt. Mads Mikkelsen wird meist als Antagonist von James Bond (Daniel Craig) aus «Casino Royale» erkannt und spielte nun zuletzt im «Kampf der Titanen». Doch für extraordinäre dänische Filme tritt der 44-Jährige auch kontinuierlich vor die Kamera, darunter die bitterbösen «Adams Äpfel» (2005) und «Dänische Delikatessen» (2003). Authentisch ist «Coco Chanel & Igor Stravinsky» mit Sicherheit, dem Produktionsstab wurden Archive und Kollektionen zur Verfügung gestellt. Ob mehr als ein ernsthaftes Porträt entstanden ist, bleibt zu bezweifeln, dem Film wird es vermutlich an Temperament und Abwechslung fehlen. • Neu im Kino • Dorian Gray • Cop Out • Coco Chanel • Date Night
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