Dass das Castingshow-Geschäft hinter den Kulissen knallhart ist, dürfte jeder Zuschauer wissen oder zumindest ahnen. Sobald das mediale Trommelfeuer, bestehend aus Boulevard-Zeitungsberichten und TV-Magazinbeiträgen oder Enthüllungsjournalismus, auf die Kandidaten hereinbricht, sind sie einem immensen Druck ausgeliefert, dem sie entweder standhalten oder daran kaputt gehen. In der langjährigen Castingshow-Geschichte des deutschen Fernsehens, die 2000 mit den «Popstars» begann und 2003 mit der ersten Staffel von «Deutschland sucht den Superstar» zum Massenphänomen wurde, gibt es einige berühmte Beispiele für die sogenannten „Aussteiger“, die sich dem Kreuzfeuer der Öffentlichkeit nicht mehr aussetzen konnten und wollten. Vanessa Civello gab in der vergangenen Staffel auf, Max Buskohl wollte sich 2007 nicht für Bohlen und Co. verbiegen und sagte öffentlich: „Die wollten mich zerquetschen“. Civello verriet nach ihrem Ausstieg zu „Bild am Sonntag“: „Es gibt Kandidaten, die über Leichen gehen.“
Der ehemalige «DSDS»-Juror Heinz Henn saß zwei Staffeln neben Bohlen und bewertete die Kandidaten. Er beschrieb ihn in einem Interview mit zoomer.de wie folgt: „Dieter sitzt in seiner Garderobe. Dort unterhält er sich nur mit seiner Freundin, wer auch immer das ist. Ansonsten scheißt er die Garderobenmädchen oder die Maske an. Dann kommt er raus für die Show. Und ehe die Sendung vorbei ist, verzieht er sich wieder in die Garderobe und fährt nach Hause.“ Wer auch nur angehend sensibel sei, halte die Arbeit mit dem ehemaligen Modern-Talking-Sänger nicht aus. So geschehen bei Schauspieler Max von Thun: Eigentlich sollte er in der sechsten Staffel auf dem Jurystuhl Platz nehmen, doch nach dem ersten Casting schmiss er hin und wurde durch Bohlens Freund Volker Neumüller ersetzt. Kommentar von RTL damals: Die Chemie in der Jury hätte nicht gestimmt. • Popstars
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