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10 Sparpunkte für die Öffentlich-Rechtlichen

von  |  Quelle: GEZ, Wikipedia-Artikel, ARD, ZDF
Der deutsche Fernsehmarkt ist eine der attraktivsten auf der ganzen Welt. Jedoch gibt es viele Einsparmöglichkeiten für das seit 30 Jahren bestehende Rundfunksystem. Quotenmeter.de gibt zehn sinnvolle Tipps, wie die Öffentlich-Rechtlichen ihre Gelder besser investieren können.

1. Abschaffung der Gebühreneinzugszentrale und Einführung einer Steuer pro Haushalt: Im Geschäftsjahr 2006 hat die GEZ rund 7,2 Milliarden Euro Gebühren an die Sender der ARD, das ZDF und Deutschlandradio verteilt. Jedoch mussten alleine 162,4 Millionen Euro für diesen Aufwand bezahlt werden. Pro Teilnehmerkonto entspricht das 4,01 Euro. Gäbe es eine einheitliche Steuer ohne Ausnahmen und speziellen Berechnungen könnten dieser riesige Beitrag – auch wenn das nur 2,23 Prozent der Gebühren sind – eingespart werden.

2. Keine GEZ-Werbungen: Seit dem Jahr 2006 präsentiert sich die Gebühreneinzugszentrale mit dem neuen Slogan: „Natürlich zahl‘ ich“ und investierte im ersten Jahr über sechs Millionen Euro in TV-Spots, Kinowerbung und weitere Anzeigen. Keine andere vergleichbare deutsche Institution wie das Finanzamt wirbt damit, dass man korrekt seine Lohnsteuer einreicht.

3. Ein bundesweiter Radio-Nachrichtensender: Die neun unterschiedlichen ARD-Anstalten betreiben insgesamt sechs Radio-Programme, die rund um die Uhr Nachrichten ausstrahlen. Der Inhalt ist in der gesamten Republik gleich, mit Ausnahme von Lokalinformationen. Hierfür dienen aber meist die Pop-Sender wie Bayern 3 oder SWR 3.

4. Bundesweite Radio-Networks: Mit über 90 öffentlich-rechtlichen Radiosendern lebt man in Deutschland in einem Radioparadies. Jedoch kosten diese Sender sehr viel Geld, weisen oftmals nur einen Hörerkreis auf und konkurrieren untereinander. Vorteile hätte es, wenn sich die Sender zusammenschließen würden, nur noch Lokalredaktionen betrieben würden, die dann im jeweiligen Sendegebiet eingespielt werden. Denn man braucht keine neun unterschiedlichen Redaktionen, die darüber entscheiden, wann welche Chartmusik gespielt wird. Mit dieser Kostenersparnis könnte dann auch wieder rund um die Uhr live gesendet werden.

5. Zusammenlegung der Nachrichtenredaktionen zwischen Fernsehen und Hörfunk: Bislang kocht (fast) jeder seine eigene Suppe und das, obwohl die Informationen grundsätzlich die Selben sind. Wenn etwas auf der Welt passiert, wird das von der «Tagesschau»-Redaktion verfasst und noch von den kleinen Regionalprogrammen. Beispielsweise hat Bayern 3 alleine vier Kino-Experten, ist das überhaupt nötig?




6. Serien nicht vor der Ausstrahlung verlängern: Dass Fernsehserien vor der eigentlichen Premiere verlängert werden, wird von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern ein paar Mal im Jahr praktiziert. So ließ das ZDF zwei neue Folgen von «Der Kommissar und das Meer» produzieren, bevor eine erste Folge ausgestrahlt wurde. Ebenso war es bei der Vorabendserie «Eine Liebe am Gardasee», die ohne einer Ausstrahlung verlängert wurde. Zwar ist es löblich, dass die TV-Stationen auch einmal nicht nach Einschaltquoten gehen, aber ein wenig sollte dennoch auf die Reichweite geachtet werden. Denn wenn niemand zuschaut, dann bringt das auch qualitativ hochwertigste Programm nichts.

7. Serien nicht verheizen: Die zweite Hälfte der von den Kritikern gefeierten ZDF-Serie «KDD – Kriminaldauerdienst» wurde im Mai 2008 begonnen und schließlich auch in Zeiten der Fußball-Europameisterschaft ausgestrahlt. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass das Finale der Serie, das ohne Fußball im Gegenprogramm lief, schlechte Reichweiten hatte: Die Reichweite war niedrig, da man einen Großteil der Storyline verpasst hatte.

8. Lizenzrechte sinnvoll nutzen: Auch ARD und ZDF besitzen teure Hollywoodproduktionen und strahlen sie – mit Ausnahme vom ZDF, das am späten Montagabend einen festen Termin hat – zu unmöglichen Sendezeiten aus. So wird der erfolgreichste Film aus dem Jahr 2005, «L.A. Crash», seine Free-TV-Premiere um 23.00 Uhr feiern. Und wieso? Weil diese Programme nicht als massentauglich eingestuft werden. Stattdessen bekommen die Zuschauer zur besten Sendezeit in den Sommermonaten Wiederholungen zu sehen.

9. Nachrichtenkanal nicht nur im Digitalpaket: Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender betreiben sehr viele Fernsehkanäle, durch die Digitalisierung kamen noch einige hinzu. Doch gerade die Programmvielfalt wird nur im digitalen Fernsehen ersichtlich. Mittlerweile baute die ARD ihren Sender Eins Extra zu einem Nachrichtensender um, der zwischen 09.00 und 20.00 Uhr durchgängig eigenproduzierte Informationen ausstrahlt. Dieses Angebot sollte in das frei empfangbare analoge Fernsehen wechseln, um einen besseren Wettbewerb zu garantieren und Gebühren sinnvoll zu verwenden. Gleichzeitig müsste Phoenix in einem Parlamentskanal umgebaut werden.

10. Einsparung bei Sportübertragungen: Wenn eine Fußball-Europa- oder Weltmeisterschaft ansteht, dann zahlen die öffentlich-rechtlichen Anstalten mal ein paar Euro mehr. Auch wenn das zur Folge hat, dass die Qualität der anderen Sendungen sinkt. Denn für ein Spiel der Euro 2008 überwiesen ARD und ZDF mehr als für die WM im eigenen Land. Immerhin hat man mit der eigenen Sportrechteagentur schon einen richtigen Schritt gemacht, um die teuren Sportrechte refinanzieren zu können.

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