Sechs Wochen ist sie nun alt, die aktuelle TV-Saison. Der 15. Oktober 2007 ist für die großen deutschen Privatsender ein ganz besonderer Tag. Vor allem für RTL und Sat.1 geht es um nicht weniger als die so viel zitierte Wurst. Während Sat.1 nur den Vorabend umgekrempelt hat, fallen die Veränderungen bei RTL auf die gesamte Daytime. Die Kölner zeigen am Montag zum nunmehr vierten Mal (drei XXL-Ausgaben gab es bereits im August 2007) die Nachrichtensendung «Punkt 12» zweistündig. Mit mehr Reportergeschichten wolle man die zusätzliche Sendezeit füllen, verriet RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel am Wochenende im Quotenmeter.de-Interview.
Und für Sat.1 steht nicht weniger auf dem Spiel als die Frage, ob man am Vorabend auch in den kommenden Monaten weiterhin baden geht. Ein Erfolg der neuen Doku-Soap «Verdammt lange her - Das Wiedersehen» könnte sich sehr positiv auf die sonstigen Programme – und wahrscheinlich vor allem auf die Infostrecke zwischen 18.30 Uhr und 19.15 Uhr – auswirken. Floppt die neue Doku-Soap allerdings, dann hat Sat.1-Chef Alberti ein großes Problem. Deutlich unterdurchschnittliche Marktanteile kann sich der Berliner Sender zu dieser Zeit nicht leisten. Ein neues tägliches Format – geplant ist eine Telenovela – lässt sich allerdings nicht auf die Schnelle auf die Beine stellen. Demnach bleibt eigentlich nichts anderes übrig: «Verdammt lange her - Das Wiedersehen» muss zumindest einigermaßen ordentliche Werte holen.
In Sachen Erfolg steht dem Kölner Sender derzeit aber niemand nach. Der US-Serien-Dienstag ist erfolgreicher denn je. Sechs Folgen der neuen «House»-Staffel sind derzeit gelaufen. Im Schnitt begeisterte Hugh Laurie in der Rolle des Dr. Gregory House damit 32,0 Prozent der werberelevanten Zuschauer. Bis auf 35,1 Prozent Marktanteil stiegen diese Werte bereits. Auch «CSI: Miami» muss sich nicht verstecken. Die Bruckheimer-Serie liegt derzeit bei fast 28 Prozent Marktanteil im Schnitt. Mit dem Dienstag werden die Kölner wohl auch auf lange Sicht sehr viel Freude haben.
«Grey’s Anatomy» holte an den vier Tagen, an denen die Serie bislang schon um 21.15 Uhr lief, durchschnittlich 15,4 Prozent Marktanteil für ProSieben und schnitt somit klar besser ab als die im Vorfeld gezeigten verzweifelten Hausfrauen. Einzig «Brothers & Sisters» (Foto) schwächelt am Serien-Mittwoch noch. Die Serie mit Calista Flockhart kommt im Schnitt auf weniger als zehn Prozent Marktanteil und muss deswegen – vor allem auch wegen des starken Lead-Ins der starken Ärzte – als Flop bezeichnet werden. Allerdings: Die ersten Episoden der Serien zählen mit Sicherheit nicht zu den Besten. Möglicherweise führt eine höhere Qualität gegen Ende von Staffel eins auch in der Tat zu höheren Zuschauerzahlen. • House
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