Am Freitag hat die Fox Corporation die Übernahme des Streamingplattform-Betreibers Roku offiziell abgeschlossen. Damit vereint das Unternehmen künftig seine bisherigen Fernsehsender und Inhalte mit einer der größten Connected-TV-Plattformen der Welt. Roku erreicht nach Unternehmensangaben mehr als 100 Millionen Haushalte weltweit und bietet Zugriff auf Tausende Apps und Streamingkanäle. Zusammen mit dem kostenlosen Streamingdienst Tubi und dem kostenpflichtigen Angebot FOX One will Fox seine Position im digitalen Fernsehmarkt erheblich ausbauen.Die Übernahme ist ein wichtiger Schritt für die langfristige Strategie des Konzerns. Während Fox mit FOX News, FOX Sports, FOX Entertainment und seinen lokalen Fernsehsendern weiterhin stark im klassischen Fernsehgeschäft vertreten ist, eröffnet Roku einen direkten Zugang zu den Nutzern vernetzter Fernsehgeräte. Besonders interessant ist dabei das Werbegeschäft: Über die Plattform können Werbekunden ihre Zielgruppen im Streamingumfeld erreichen. Fox verspricht sich von der Zusammenführung seiner Inhalte und der technischen Infrastruktur neue Möglichkeiten bei der Vermarktung und Verbreitung seiner Angebote.
Finanziell rechnet der Konzern mit erheblichen Einsparungen. Innerhalb von zwei Jahren nach Abschluss der Transaktion sollen jährliche Kostensynergien von rund 400 Millionen US-Dollar erreicht werden. Darüber hinaus erwartet Fox zusätzliche Umsatzmöglichkeiten. Spätestens im zweiten vollständigen Geschäftsjahr nach der Übernahme soll sich der Zusammenschluss positiv auf den freien Cashflow je Aktie auswirken. Die bisherigen Roku-Aktionäre erhalten für jede ihrer Aktien 95,30 US-Dollar in bar sowie 0,9799 Fox-Aktien der Klasse A. Nach Abschluss der Transaktion halten die bisherigen Fox-Aktionäre rund 74 Prozent der Unternehmensanteile, während auf die ehemaligen Roku-Aktionäre etwa 26 Prozent entfallen. Die Roku-Aktie wird mit dem heutigen Tag nicht mehr an der Nasdaq gehandelt.
Lachlan K. Murdoch, Executive Chairman und Chief Executive Officer der Fox Corporation, erklärte: „Der Abschluss dieser Übernahme bringt die langfristige Strategie von Fox voran. Von heute an besteht unsere oberste Priorität für das zusammengeschlossene Unternehmen darin, den Zuschauern und Partnern weiterhin mit unermüdlichem Einsatz zu dienen und gleichzeitig die Offenheit und Wahlfreiheit zu stärken, die das Wesen der Roku-Plattform ausmachen. Unsere gemeinsame unternehmerische Leidenschaft und unsere klare Überzeugung, gemeinsam mit unseren neuen Roku-Kollegen die Zukunft zu gestalten, geben uns großes Vertrauen in die Chancen, die vor uns liegen.“
Organisatorisch wird das Streaminggeschäft künftig in der neu geschaffenen Sparte FOX Digital Platforms zusammengeführt. Dazu gehören Roku, Tubi, FOX One, Red Seat Ventures sowie weitere digitale Produkte und Dienstleistungen des Konzerns. Roku-Gründer Anthony Wood zieht in den Verwaltungsrat der Fox Corporation ein und übernimmt gemeinsam mit Paul Cheesbrough den Vorsitz der neuen Digitalsparte. Cheesbrough wird darüber hinaus als Chief Executive Officer von FOX Digital Platforms tätig sein.
Wood betonte: „Wir haben Roku vor mehr als zwei Jahrzehnten gegründet, um den Menschen eine bessere Möglichkeit zum Fernsehen zu bieten, und diese Mission ändert sich auch heute nicht. Was sich ändert, sind unsere Reichweite und unsere Ressourcen. Fox hat großen Respekt vor der Unternehmenskultur von Roku und teilt uneingeschränkt unser Engagement, für jeden Inhalteanbieter offen zu bleiben. Unsere Teams werden weiterhin so entwickeln und innovativ sein, wie sie es immer getan haben – nun mit der Unterstützung und den Möglichkeiten von Fox im Rücken. Ich bin stolz auf das, was die Mitarbeiter von Roku aufgebaut haben, und freue mich auf das, was als Nächstes kommt.“







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