Vermischtes

BR deckt Geschäft mit voyeuristischen Wiesn-Videos auf

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Mitten im laufenden Oktoberfest zeigt eine BR-Recherche, wer hinter massenhaft verbreiteten Aufnahmen vom Teufelsrad steckt und warum Betroffene juristisch häufig kaum dagegen vorgehen können.

Während das Oktoberfest derzeit in vollem Gange ist, veröffentlicht der Bayerische Rundfunk eine umfangreiche Recherche über voyeuristische Aufnahmen vom Teufelsrad. Unter Überschriften wie „Sexy Drunk Girls“ oder „Heiße Fahrt auf dem Oktoberfest“ kursieren seit Jahren Tausende Videos im Netz, auf denen vor allem Frauen während der Fahrt zu sehen sind. Teilweise ist ihre Unterwäsche sichtbar, in anderen Fällen wurden Vorschaubilder nachträglich manipuliert und die abgebildeten Frauen scheinbar entkleidet.

Der BR hat nun nach eigenen Angaben erstmals mehrere Personen und Gruppen identifiziert, die hinter solchen Aufnahmen stehen. Die Spuren führen sowohl nach Bayern als auch in die Ukraine. Ein Mann aus Bayern soll mit Dutzenden Accounts in Verbindung stehen, deren erfolgreichste, mittlerweile gelöschte Videos zusammen mehrere hundert Millionen Aufrufe erzielten. Eine Frau aus Oberbayern hatte 2024 öffentlich erklärt, während des Oktoberfests mehr als 600 Videos produziert zu haben, und weiteres unveröffentlichtes Material zum Verkauf angeboten. Beide ließen Fragen des BR unbeantwortet. Nach der Kontaktaufnahme verschwanden einschlägige Inhalte.

Auch eine ukrainische Online-Community mit mehreren Tausend Mitgliedern spielt laut Recherche eine Rolle. Accounts aus diesem Umfeld sollen unter anderem pornografische Bilder in Vorschaubilder von Teufelsrad-Aufnahmen montiert haben. Die Gründer ließen über eine Münchner Anwaltskanzlei erklären, entsprechende Inhalte entfernt zu haben, ohne damit ein Fehlverhalten einzuräumen. In einer ukrainischen Telegram-Gruppe wurden zudem Videos zum Kauf angeboten. Für Aufnahmen, auf denen ausschließlich Frauen zu sehen sind, wurden demnach sechs Euro pro Minute verlangt. Nach der BR-Anfrage verschwand auch dieses Angebot.

Google, Meta und TikTok verwiesen gegenüber dem BR auf ihre jeweiligen Plattformregeln und entfernten nach der Anfrage Videos und Accounts. Die Betreiber des Teufelsrads gehen nach eigenen Angaben bereits seit 2024 mit Hinweisschildern und weiteren Maßnahmen gegen unzulässige Aufnahmen vor. Besteht der Verdacht auf sogenanntes Upskirting, werde die Polizei eingeschaltet.

Gerade die rechtliche Situation bildet einen Schwerpunkt der Recherche. Der seit 2021 geltende Paragraf 184k des Strafgesetzbuches erfasst bestimmte heimliche oder unbefugte Bildaufnahmen des Intimbereichs. Nach Darstellung des BR greift die Vorschrift bei den Wiesn-Videos jedoch häufig nicht, etwa wenn das gesamte Teufelsrad aufgenommen wird, der Intimbereich nicht gezielt im Mittelpunkt steht oder die Betroffenen Radlerhosen tragen. Hinzu kommen rechtliche Fragen bei digital manipulierten beziehungsweise erzeugten Bildern.

Der BR spielt die Recherche am Dienstag, 29. September, auf zahlreichen Kanälen aus. Beiträge sind bei BR24 im Radio und online, in der «PULS Reportage» auf YouTube, in der «Abendschau» sowie in den BR24-Fernsehnachrichten vorgesehen. Auch der «Tagesschau»-Podcast «11KM», die «Tagesschau» und die «Tagesthemen» greifen das Thema auf. Am Mittwoch folgt bei BR24 Radio ein ausführlicher «Funkstreifzug».

Kurz-URL: qmde.de/176008
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