Rekordzahlen für ein wachsendes Format
21 Länder strahlen mittlerweile eine eigene Version von «The Chase» aus, von Australien über Rumänien bis Slowenien. Die zehnte Staffel der deutschen Adaption, hierzulande als «Gefragt – Gejagt» bekannt, startete mit 18 Prozent Marktanteil und 2,19 Millionen Zuschauern. Die britischen Originalfolgen kamen im gleichen Auswertungszeitraum im Schnitt auf 3 Millionen Zuschauer und 29,7 Prozent Marktanteil, so eine Auswertung von Televisual.com. Damit zählte «The Chase» zu den drei meistgesehenen Game-Shows des britischen Senders ITV1 im betreffenden Jahr, obwohl die Show außerhalb der Primetime läuft.
Die Gesichter hinter dem Format
Was das Format über die Ländergrenzen hinweg trägt, sind weniger die Fragen als die Gesichter, die sie stellen. Im britischen Original sind es die sogenannten Chaser, Vollblut-Quizzer, die im Lauf der Jahre zu eigenen Fernsehpersönlichkeiten geworden sind.
Der bekannteste unter ihnen dürfte Shaun Wallace sein, seit dem Start 2009 als "The Dark Destroyer" im Programm. Der frühere Strafverteidiger und Mastermind-Champion von 2004 sitzt seit der allerersten Folge auf dem Chaser-Stuhl und gilt in Großbritannien als eine der bekanntesten Nebenfiguren des gesamten Formats. Anders als seine Kollegen im Chaser-Ensemble hat Wallace seinen Werdegang vor der juristischen Laufbahn nie versteckt, was ihm über die Jahre den Ruf eines besonders vorbereiteten, kontrollierten Auftritts eingebracht hat.
Neue Rolle für Shaun Wallace
Vergangene Woche kam eine neue Rolle dazu, die wenig mit Quizfragen zu tun hat. Der Glücksspielanbieter Gambling.com hat Wallace zu seinem ersten Head of Smarter Gambling ernannt und lässt ihn die Kampagne "Smarter Gambling Starts Here" anführen, die Nutzer zu informierteren Entscheidungen beim Online-Glücksspiel anregen soll.
Wallace tritt dafür über mehrere Kanäle hinweg in Kampagneninhalten auf, vom klassischen Werbeclip bis zu redaktionell aufbereiteten Inhalten rund um verantwortungsvolles Spielverhalten. Wer sich für Online-Casinos interessiert, bekommt über solche Kampagnen zunehmend auch Hinweise darauf, wie einzelne Anbieter mit dem Thema Spielerschutz umgehen, statt sich allein auf Werbebotschaften verlassen zu müssen.
Ein Format, das weltweit weiterwächst
Nach dem Debüt in Bulgarien und der Slowakei kamen Versionen in Tschechien, Kroatien und Serbien hinzu, ehe zuletzt auch Slowenien und Rumänien lizenziert wurden. In Australien führt das Format seit fünf Jahren ununterbrochen die eigene Zeitschiene bei Seven Network an und zählt regelmäßig zu den drei erfolgreichsten unskriptierten Sendungen des Tages.
Der Ableger «Beat the Chasers» wächst parallel weiter: Neue Adaptionen liefen in Griechenland bei Mega TV und in Zypern bei Alpha TV Cyprus an, womit das Spin-off inzwischen in zehn Ländern zu sehen ist. Die erste griechische Staffel kam auf rund 423.000 Zuschauer und 13,6 Prozent Marktanteil, mehr als das Doppelte des sonstigen Senderschnitts von Mega TV, ehe der Wert bis zur dritten Staffel auf 16,2 Prozent kletterte und die Sendung nach Senderangaben zusätzlich 7,5 Millionen Menschen über die Social-Media-Kanäle von Mega TV erreichte.
Was das für Zuschauer bedeutet
Der Fall zeigt ein Muster, das in den vergangenen Jahren häufiger zu beobachten ist: Fernsehgesichter aus Quizformaten wandern zunehmend in Rollen, die mit Verbraucherschutz statt reiner Unterhaltung zu tun haben.
In Deutschland läuft die Show seit Mitte Mai wieder mit neuen Folgen am Vorabend im Ersten, moderiert von Alexander Bommes. Wie unser aktueller Quotencheck zur laufenden Staffel zeigt, lag der Auftakt bei 2,25 Millionen Zuschauern und starken 17,6 Prozent Marktanteil, ehe sich die Werte im Wochenverlauf zunächst auf ein Niveau um 15 Prozent einpendelten und beim jungen Publikum spürbar schwankten.
Bommes verwies bei Staffelstart selbst darauf, dass die Sendung inzwischen auf ihre 1.000. Folge zusteuert, ein Zeichen für die Kontinuität, mit der das Format im deutschen Vorabendprogramm mittlerweile fest verankert ist.
Für Verbraucher wird das Thema Seriosität ohnehin relevanter, unabhängig von einzelnen Kampagnengesichtern. Ein Ratgeberbeitrag zur Reputation von Online-Casinos rät unter anderem dazu, Lizenzangaben und Impressum eines Anbieters vor der ersten Anmeldung genau zu prüfen, statt sich allein auf Werbeversprechen oder ein bekanntes Gesicht zu verlassen.
Dieser Ratschlag gilt unabhängig davon, ob eine Marke gerade mit einer prominenten Kampagne wirbt oder nicht, denn ein neues Testimonial ändert nichts an der Lizenzlage eines Anbieters.
Wallace begründete seine Zusage öffentlich damit, dass er sich vorher genau angesehen habe, wie Gambling.com Glücksspiel bewirbt, ehe er die Rolle überhaupt angenommen habe. Diese Aussage sticht in einer Branche heraus, in der bekannte Gesichter sonst eher fürs Bewerben als fürs Prüfen bekannt sind.
Ein Format, das inzwischen in 21 Ländern läuft, und einer seiner bekanntesten Vollblut-Quizzer, der jetzt fürs genaue Hinsehen wirbt, treffen sich am Ende bei derselben Frage: Wie genau schaut jemand eigentlich hin, bevor er sich auf ein Angebot einlässt, ganz gleich, ob es um eine Quizshow oder um einen Anbieter im Netz geht.





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