US-Fernsehen

US-Medienaufsicht kippt TV-Besitzsgrenze für Fernsehsender

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Die FCC ersetzt die seit Jahrzehnten geltende Reichweitenbegrenzung für TV-Konzerne durch Einzelfallprüfungen und ebnet damit den Weg für größere Zusammenschlüsse.

Die US-Medienaufsicht Federal Communications Commission (FCC) hat eine der wichtigsten Eigentumsregeln für Fernsehsender abgeschafft. Mit einer Mehrheit von zwei zu einer Stimme beschloss die Behörde, die bisherige Reichweitenbegrenzung für TV-Konzerne aufzuheben und künftig stattdessen jede größere Übernahme individuell zu prüfen. Während die republikanischen Kommissare Brendan Carr und Olivia Trusty zustimmten, votierte die demokratische Kommissarin Anna Gomez dagegen.

Bislang durfte ein Fernsehunternehmen maximal 39 Prozent der US-Fernsehhaushalte erreichen. Nach Auffassung der FCC stammt diese Regel aus einer Zeit, in der klassische Fernsehsender den Medienmarkt dominierten. Heute konkurrierten sie jedoch mit Streamingdiensten und Internetplattformen wie Netflix, YouTube, Amazon oder Meta, die keinerlei vergleichbaren Reichweitenbeschränkungen unterliegen. FCC-Chef Brendan Carr sprach deshalb von einer notwendigen Modernisierung, die lokalen Fernsehsendern wieder mehr Spielraum verschaffen solle, um Investitionen in Journalismus und Programme zu finanzieren.

Statt einer starren Obergrenze will die Behörde künftig jeden Zusammenschluss einzeln darauf prüfen, ob er mit den Zielen der Medienvielfalt, des Wettbewerbs und der lokalen Berichterstattung vereinbar ist. Übernahmen, die diesen Anforderungen nicht genügen, sollen weiterhin untersagt werden.

Die Entscheidung gilt als großer Erfolg für die großen US-Sendergruppen wie Nexstar oder Sinclair, die sich seit Jahren für die Abschaffung der Obergrenze eingesetzt hatten. Besonders Nexstar könnte von der Neuregelung profitieren: Die bereits geplante Übernahme der Sendergruppe Tegna würde dem Unternehmen eine Reichweite von rund 80 Prozent der US-Fernsehhaushalte verschaffen. Der Zusammenschluss ist allerdings weiterhin Gegenstand eines laufenden Gerichtsverfahrens und dürfte auch nach der FCC-Entscheidung juristisch umkämpft bleiben.

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