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«Escaping Bolivia»: ARD zeigt norwegischen Streaminghit

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Die sechsteilige Serie erzählt von drei jungen Norwegerinnen, die mit 22 Kilogramm Kokain im Gepäck in Bolivien verhaftet werden.

Ein vermeintlich unbeschwerter Urlaub endet für drei junge Frauen in einem bolivianischen Gefängnis. Ab Freitag, 4. September, steht die sechsteilige Serie «Escaping Bolivia – Best Friends Forever» vollständig in der ARD Mediathek bereit. ONE zeigt alle Folgen eine Woche später, am Freitag, 11. September, ab 21.30 Uhr am Stück. Die norwegisch-deutsche Koproduktion von TV2, NDR, WDR und SWR wurde von einem der bekanntesten Kriminalfälle Norwegens inspiriert.

Im Mittelpunkt stehen die 17-jährige Ida, ihre Freundin Cecilie und Michelle, die Ex-Freundin von Idas Bruder. Nach einem gemeinsamen Urlaub werden sie am Flughafen von Cochabamba festgenommen. In ihrem Gepäck entdecken die Behörden 22 Kilogramm Kokain. Die drei Frauen beteuern, nichts von den Drogen gewusst zu haben, doch zunächst glaubt ihnen niemand. Im Frauengefängnis müssen sie sich mit Korruption, Gewalt und einer ihnen völlig fremden Lebensrealität arrangieren. Zugleich beginnt ihre Freundschaft unter dem wachsenden Druck auseinanderzubrechen.

Während die erhoffte Unterstützung aus Norwegen ausbleibt, sucht Ida nach einem eigenen Ausweg. Der Journalist Joakim, der zunächst lediglich auf eine exklusive Geschichte für sein Männermagazin hofft, entwickelt zunehmend Mitgefühl für die minderjährige Gefangene. Gemeinsam mit einem ehemaligen Söldner wird er schließlich Teil eines riskanten Fluchtplans, der Ida und ihr Kind durch das bolivianische Tiefland bis nach Brasilien führen soll.

Die Serie basiert auf einem Fall aus dem Jahr 2008. Damals wurden drei junge Norwegerinnen am Flughafen von Cochabamba festgenommen, nachdem in ihren Taschen große Mengen Kokain gefunden worden waren. Einer der Frauen gelang noch vor dem Prozess die Rückkehr nach Norwegen. Die beiden anderen wurden 2010 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Eine von ihnen kam später gegen Kaution frei und floh mit ihrem Sohn mithilfe eines ehemaligen Söldners über Brasilien nach Norwegen. Die dritte Frau lebt nach Angaben der Produktion bis heute in Bolivien, weil das Verfahren juristisch noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

Creatorin und Regisseurin Emilie Beck verfolgte den Fall bereits als Jugendliche und recherchierte rund zehn Jahre lang. „Mich interessieren Geschichten, die keine einfachen Antworten liefern, True-Crime, der sich nicht aufgeklärt anfühlt“, erklärt sie. Im Zentrum habe deshalb weniger die Frage nach Schuld oder Unschuld gestanden als die Auswirkungen extremen Drucks. „Gerade diese moralischen Grauzonen, in denen wir uns alle wiederfinden können, machen wahre Geschichten so faszinierend.“

«Escaping Bolivia» wurde Ende 2025 zunächst bei TV2 in Norwegen veröffentlicht und entwickelte sich dort zum Streaminghit. Nach Angaben der ARD erreichte die Serie mehr als eine Million Menschen – bei rund 5,66 Millionen Einwohnern entsprach das etwa einem Fünftel der norwegischen Bevölkerung. Die Hauptrollen übernehmen Ella Øverbye als Ida, Josephine Tetlie als Michelle und Lisa Marie Hovden als Cecilie. Jakob Oftebro spielt den Journalisten Joakim, Ingvild Lien ist als Idas Mutter Wenche zu sehen. Regie führten Anna Gutto und Emilie Beck, die gemeinsam mit Helena J. Nielsen auch die Drehbücher schrieb. Gedreht wurde in Norwegen, Südafrika und Bolivien.

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