Im Alltag begegnen wir ständig anderen Menschen. Wir stehen gemeinsam an Haltestellen, sitzen nebeneinander im Park oder warten in derselben Schlange. Meist bleibt es bei einem flüchtigen Blick. Der Podcast «Lauter Nette Leute» setzt genau an diesem Punkt an und fragt: Was passiert, wenn man einen völlig fremden Menschen einfach anspricht und ihm wirklich zuhört?Für jede Episode baut Henric Wietheger sein Aufnahmegerät an einem öffentlichen Ort in Wien auf und lädt eine zufällig ausgewählte Person zu einem Gespräch ein. Es gibt keine prominenten Gäste, keine vorher vereinbarten Themen und keine aufwendig vorbereiteten Interviews. Gesprochen wird über das, was den jeweiligen Menschen gerade beschäftigt, was auf der Seele brennt oder unbedingt einmal erzählt werden sollte. Dadurch entstehen kurze, unmittelbare Porträts, die oft mehr über das Leben erzählen als klassische Interviews mit bekannten Persönlichkeiten.
Die Episoden dauern meist zwischen 18 und 30 Minuten. Das reicht aus, um einen ersten Eindruck von den Gesprächspartnern zu erhalten, ohne ihre Geschichten künstlich auszudehnen. Wietheger hält sich als Gastgeber zurück, fragt interessiert nach und lässt seinen Gästen Raum. Gerade weil die Begegnungen spontan wirken, entsteht eine besondere Offenheit. Die Menschen müssen keine Rolle erfüllen und nichts bewerben. Sie dürfen einfach erzählen.
So trifft der Host etwa auf Nikolaj, der unter dem Namen Spacey Rapper werden möchte. Das Mikrofon ist ihm deshalb nicht fremd. Seine eigenen Erfahrungen liefern ihm genügend Stoff für neue Songs. Hinter dem Wunsch nach einer Musikkarriere öffnet sich ein persönlicher Blick auf Kreativität, Zukunftspläne und die Frage, wie Erlebtes zu Kunst werden kann.
Jason wiederum ist in Wien aufgewachsen, hat von seiner Heimatstadt jedoch erst einmal genug. Die Menschen nerven ihn, die Stadt nervt ihn und auch sonst scheint vieles nicht zu seinen Vorstellungen zu passen. Deshalb will er nach oben kommen und träumt von einer Villa in den Vereinigten Staaten. Das klingt zunächst nach einer klassischen Erfolgsgeschichte, entwickelt sich aber zu einem Gespräch über Unzufriedenheit, Ehrgeiz und sehr eigene Vorstellungen vom guten Leben.
Besonders eindrücklich ist die Begegnung mit dem 76-jährigen Walter. Er spricht über seinen früheren Beruf, seine Lieblingslehrerin aus der Grundschule und über Männlichkeit. Seine Überzeugung lautet, dass Männern das Herz fehle. Damit entsteht aus einem zufälligen Gespräch eine kleine Reflexion über Gefühle, Rollenbilder und die Veränderungen, die Walter während seines langen Lebens beobachtet hat.
Andere Folgen handeln von einem jungen Koch, der gerade seine Ausbildung abgeschlossen hat, oder von einem Skateboarder, der immer wieder neue Interessen, Studiengänge und Berufe ausprobiert. Die Themen reichen vom Arbeitsalltag über Zukunftsängste bis zu Humor, Beziehungen und der Suche nach dem eigenen Platz. Gerade diese Vielfalt macht den Podcast aus. Hinter jeder Person verbirgt sich eine eigene Welt, auch wenn man ihr im Vorbeigehen zunächst nichts Besonderes ansieht.







Blockbuster-Battle: Affleck verbucht solide Bewertungen
Brandy Norwood dreht Fortsetzung von «Christmas Everyday»

Schnittrealisator / Schnittredakteur (w/m/d)
Werkstudent AIDAradio - Marketing (m/w/d)
Requisiteur (m/w/d)




Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel