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Krimi schlägt Kreativität: Warum das ZDF trotzdem erfolgreich bleibt

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Mit 15 Prozent Marktanteil dominiert das ZDF weiterhin den deutschen TV-Markt. Während die Privatsender nach Trends suchen, setzt Mainz auf Verlässlichkeit, horizontale Programmierung und starke Marken. Doch nicht jede Strategie geht auf.

Das ZDF ist bereits seit einigen Jahren Marktführer beim deutschen Fernsehen. In der TV-Saison 2025/2026 verbesserte sich der Marktanteil auf 15,0 Prozent, im Vorjahr wurden 14,8 Prozent gemessen. Noch vor zwei Jahren wurden ebenfalls 14,8 Prozent ausgewertet. Bei den jungen Erwachsenen wuchs der Sender von 7,6 über 8,3 auf nun 7,9 Prozent. Natürlich profitierte der Sender von den Olympischen Winterspielen in Italien, doch auch viele andere Programmideen gehen auf – und man wundert sich immer mehr, warum kein Mitbewerber diese Ideen kopiert.

Das ZDF hat einen horizontalen Programmplan und baute diesen im September 2026 noch einmal aus. Inzwischen werden nicht mehr nur werktags, sondern auch von Montag bis Sonntag um 18.00 Uhr Krimi-Serien ausgestrahlt. Auch «Die Rosenheim-Cops» haben inzwischen das Wochenende erobert und «Bares für Rares» gehört ebenfalls zum Line-Up. Diese Programme fallen allerdings aus, wenn das ZDF jedes zweite Wochenende Wintersport wie Biathlon oder Skispringen überträgt. Die Reichweiten sind gut und stellen teilweise auch die Fußball-Bundesliga in den Schatten.

Am Montagabend setzt das ZDF meist auf Dramen oder Krimis, wobei die Fiction mit Mord und Totschlag deutlich besser funktioniert. Zwar sind die Reichweiten am Dienstag oft enttäuschend, dennoch schalten dort meist auffällig viele 14- bis 49-Jährige ein, die die leichte Doku-Dosis aufnehmen. Der Mittwoch lebt größtenteils von «Aktenzeichen XY… Ungelöst», wobei die Sendung unter Quotenproblemen leidet. Die früheren Bestwerte sind in weiter Ferne und die zahlreichen Ableger wie «XY History», «XY Spuren des Verbrechens» und «XY gelöst» haben auch inhaltliche Schwierigkeiten. Denn so wirklich unterscheiden sich die Formate nicht wirklich und werden auch eher nach Gefühl statt mit Strategie platziert.

Die erfolgreichen Formate am Donnerstagabend sind «Der Bergdoktor» und «Die Bergretter», die auch in der ZDFmediathek nach Informationen der AGF sehr erfolgreich laufen. So erreichte das Staffelfinale der Arztserie mit Hans Sigl über neun Millionen Fernsehzuschauer. Doch neue Formate haben zuletzt nicht wirklich funktioniert. «Lena Lorenz» und «Marie fängt Feuer» erreichen diese Werte nicht, «Doktor Ballouz» ist nach schwachen Jahren zu Ende gegangen und die Tests «Einfach Elli» und «Die Maiwald» haben nicht funktioniert. Vielleicht sehnt sich das Publikum auch nach einem starken männlichen Helden, wie es die Aushängeschilder nach wie vor vorleben.

Der Freitagabend liefert weiterhin klassische Krimi-Unterhaltung ab, das kann das ZDF. Auch der Schwenk zum Thema Comedy mit Oliver Welke und Jan Böhmermann funktioniert seit Jahren. Dass das «ZDF Magazin Royale» seit Jahren Reichweiten sukzessive abbaut, ist allerdings kein Problem. Es zeigt sich immer wieder, dass die nachgewichteten Quoten zu einem sehr guten Ergebnis führen. Auch die «heute-show» braucht sich vorerst keine Sorgen über eine Absetzung zu machen, schließlich ist die Late-Night-Show eine solide Quotengarant.

Jedoch ist das ZDF weiterhin sehr innovationsarm: Der Fernsehsender startete im Anschluss an «Maybrit Illner» und «Markus Lanz» eine weitere Gesprächsshow mit dem Namen «Keine Talkshow», in der Jan Fleischhauer vor allem das Weltbild der Grünen Jugend auf den Kopf stellte. Für das gesamte Jahr hat das Unternehmen 16 Episoden bestellt. Seit Jahren dominiert beim ZDF Krimi im Hauptprogramm, jedoch nicht am Mittwoch. Das ZDF sucht nach einer günstigen Lösung auf dem 19.25-Uhr-Slot und fährt ein Quotenflop nach dem anderen ein. Selbst der am Dienstag sehr erfolgreiche Sebastian Lege fällt dort mit «besseresser» auf die Nase. Also wohl ein weiteres «SOKO»-Spin-off?

Erfreulich hat sich der Montagabend über die letzten Jahre entwickelt. Selbst mit Zweitverwertungen erreicht das ZDF mit Spielfilmen höhere Reichweiten als ProSieben, Sat.1 oder RTL. Das könnte auch daran liegen, dass die Privaten sämtliche Werbezeiten ausspielen wollen. Außerdem muss man bei den zwei Konzernen selbst im Sommer 2026 noch dafür bezahlen, dass man Inhalte in High Definition genießen möchte. Kleine Erinnerung: Die SD-Fernsehsender wurden von ARD und ZDF schon abgeschaltet.

Im Dezember 2026 versucht das ZDF mit Tom und Bill Kaulitz ein neues «Wetten, dass..?», welches auf lange Sicht genauso in die Hose gehen könnte wie «Das Traumschiff» mit Florian Silbereisen. Der ZDF-Entertainment-Dampfer hatte zuletzt große Probleme, über sechs Millionen Fernsehzuschauer zu erreichen, weil die Inhalte nur noch beliebig sind und Promis aus allen Klassen mitgenommen werden sollen. Auf der einen Seite ist das ZDF wahnsinnig behäbig, auf der anderen Seite versucht man dann mit Hilfe der Kaulitz-Brüder eine gutbürgerliche Rentner-Sendung wie «Wetten, dass..?» auf jung zu trimmen. Das wird schiefgehen, zum Glück hat man für diesen Samstag im Jahr 2027 dann immer noch einen «Wilsberg».

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