Kornél Mundruczó und Kata Wéber verarbeiten bei dem Spielfilm die Todgeburt ihres eigenen Kindes.
Es war im letzten Jahr der Film auf den Filmfestspielen Venedig, der Publikum am meisten bewegt hat. Hauptdarstellerin Vanessa Kirby wurde gefeiert, wie authentisch sie doch die sich hinziehende Geburt eines Kindes verkörpern könnte. Über 20 Minuten dauert dieser hier quälende Prozess in «Pieces of a Woman». Doch es fühlt sich bedeutet länger an, weil man als Zuschauer so hautnah dabei ist als würde man selbst betroffen sein. Umso schlimmer dann der Ausgang dieser Exposition: Das Neugeborene verstummt nach wenigen Minuten.
Martha (Vanessa Kirby) und Sean (Shia LaBeouf) sind überglücklich, denn das Paar erwartet sein erstes Baby. Sie haben sich für eine Hausgeburt entschieden, doch als bei Martha plötzlich die Wehen einsetzen, ist ihre betreuende Hebamme bei einer anderen Geburt. Eine Vertretung wird geschickt, die von der Situation schnell überfordert wirkt. Denn das Kind will nicht kommen. Die Geburt zieht sich hin, Martha stöhnt, schreit und wimmert, Sean fühlt sich völlig ohnmächtig. Dann passiert es doch. Ein kurzer Moment des Glücks, der abrupt endet, als das kleine Mädchen bewegungslos in den Armen der Mutter liegt. Wie mit dem Schmerz umgehen?
Ein äußerst intensiver Anfang, der einen zunächst fassungslos macht und erahnen lässt, dass die Talstrecke wohl noch lange nicht zu Ende ist und der Film uns genau in dieses emotionale Tief weiterführen möchte. Als stark sein, es zulassen, dass nicht alle gleich auf einen solchen unvorstellbaren Verlust reagieren. Das führt automatisch zu einer eigenen Auseinandersetzung und bei all jenen, die frei von dieser Erfahrung sind, poppt die Frage auf, wie man wohl selbst damit umgehen würde. Insofern hat Regisseur Kornél Mundruczó («Jupiter’s Moon»), der sich anfangs vor allem als Theaterregisseur u.a. auch in Deutschland einen Namen gemacht hat, gewissermaßen alles richtig gemacht. 

• Pieces of a Woman • Jupiter’s Moon
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