Reichlich Zorn und Wut erzeugte die Entscheidung der Verantwortlichen bei so manchem Fan die zweite Staffel «The Boys» gestückelt zu veröffentlichen. Trotzdem die richtige Entscheidung?
Ausnahmsweise auf die klassische, aus dem linearen Fernsehen gewohnte, episodenhafte Ausstrahlung zu setzen, rief zum Start der zweiten Staffel «The Boys» einen wütenden Social-Media-Mob hervor. Die Ein-Sterne-Bewertungen auf der eigenen Plattform folgten sogleich.
Man kann zwar durchaus unterstellen, dass es sich mit der Nazithematik bzw. dem Umgang mit Faschismus und anderen gesellschaftskritischen Themen etwas zu einfach gemacht wurde, allerdings ist «The Boys» nicht gerade für Subtilität bekannt und zumeist funktioniert diese Herangehensweise hervorragend. Auch wenn Aya Cash schauspielerisch nicht ganz an den hervorragenden Antony Starr heranreicht, der die Ambivalenz seiner verrückt-bösen Supermankopie in Staffel zwei praktisch perfektioniert hat, so nimmt man ihr die eiskalte Rassistin jederzeit ab. Neben der Einführung einer sektenartigen Kirche als Eins-zu-eins-Kopie von Scientology, deren Handlungsstrang aber eher ins Leere läuft, hat man sich ausgiebig dem initial angesprochenen Thema Social-Media gewidmet und dabei die menschliche Abhängigkeit und die allzu einfache Manipulation, der die Menschheit tagtäglich durch die sozialen Netzwerke ausgesetzt ist, aufgezeigt. Visualisiert wird dies am Beispiel Homelanders, der sich vor nichts mehr zu fürchten scheint, als online bloßgestellt und diskreditiert zu werden. Selbst für einen schier übermächtigen Superhelden ist es wichtig so viele Klicks und Likes wie möglich zu generieren, egal mit welchen Mitteln, um dessen innere Leere zu Füllen.
Insgesamt ist es gelungen mit Staffel zwei nahtlos an Staffel eins anzuknüpfen und diese sogar noch ein Stück weit zu verbessern. Wem die zahllosen Gewaltorgien nicht auf den Magen schlagen, kann sich entspannt zurücklehnen und sich trotz teils schwachen Plots über mehr als acht Stunden hinweg bestens unterhalten lassen. Wenn gewünscht sogar in einem Rutsch, denn alle Folgen sind mittlerweile bei Amazon Prime abrufbar.


• The Boys
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Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
17.10.2020 12:10 Uhr 1
Ansich fällt also die Serie nur durch ihre wirklich sehr heftigen Gewaltszenen auf und das sie mal eine andere Welt von Superhelden zeigt. Das ist gut, aber viele Folgen sind leider auch grotten Langweilig. Das Potential wird nicht ausgeschöpft und das ist Schade. Da könnte man soviel mehr draus machen.
17.10.2020 14:15 Uhr 2
27.10.2020 01:27 Uhr 3