Mit Javicia Leslie erwartet uns in der zweiten Staffel von «Batwoman» die erste schwarze und bisexuelle Hauptdarstellerin in einer Superheldenserie. Doch schlagen Caroline Dries und Greg Berlanti damit wirklich ein neues Kapitel in der stark kritisierten Serie auf?
Greg Berlantis und Caroline Dries‘ neueste Arrowverse-Inkarnation «Batwoman» gehört zu den am kontroversesten diskutierten Serien der vergangenen Monate. Auf die Begeisterung über den Mut, mit der rothaarigen Fledermausfrau endlich eine LGBTQ-Figur in den Fokus einer Superheldenserie zu rücken, folgte bald Ernüchterung. Die Quoten waren unterirdisch, die Kritiken in großen Teilen vernichtend. Auf Metacritic erreichte die Show bei den Kritikern nur einen Score von 59 Prozent. Beim Publikum sackten die Werte sogar bis auf katastrophale 1,6 ab. IMDB vergibt auf Basis von rund 27.500 Bewertungen nur 3,5 Sterne und auf Rotten Tomatoes erreicht die erste Staffel bei den Kritikern inzwischen zwar ansehnliche 79 Prozent - basierend auf 49 Kritiken. Doch auch hier fällt die Serie beim Publikum mit nur 13 Prozent positiver Meinungen durch. „Da ist noch viel Luft nach oben. In den ersten Folgen nimmt «Batwoman» nur schwer Fahrt auf“, schrieb der Autor dieses Artkels über die neue Serie.
Nun Ist Greg Berlanti kein Mann, der so schnell aufgibt und auch Caroline Dries möchte die ehrenvolle Aufgabe, endlich mehr Gay-Character als Hauptfiguren in Serien und Filmen zu etablieren, weiter vorantreiben. Tatsächlich sind schwule, lesbische oder Transgenderfiguren in Film und Fernsehen heute an sich keine so große Seltenheit mehr. Die beliebte «Star Trek»-Serie «Discovery» hat beispielsweise mit Anthony Rapp als Lieutenant Commander Paul Stamets und Wilson Cruz als Doctor Hugh Culber zwei schwule Schauspieler gecastet, die sehr erfolgreich als liebevolles Ehepaar auftreten und die Herzen der Fans im Sturm eroberten. Lesbische Figuren finden sich unter anderem in der inzwischen leider abgesetzten Fantasyserie «Shannara Chronicles», in J. Michael Straczynskis Netflix-Original «Sense 8» oder in «The 100». Und die Transgenderfrau Eve Lindley erntet derzeit großes Lob für ihre Rolle als Simone in Jason Segels ebenso mutiger wie schöner Anthologie-Show «Dispatches from Elsewhere». Dennoch. Ein offen queer lebender Schauspieler, der eine entsprechende Hauptfigur in einer großen Serie spielt, ist auch heute noch eher ungewöhnlich, vor allem im großen Kreis der Superheroes und -heroinen.
Wie soll es aber nun weitergehen? Batwoman einfach sterben zu lassen und sich damit die Blöße einer ungeschickten Bury-your-Gaycharacter-Lösung zu geben, kam glücklicherweise von Anfang an nicht in Frage. Am 9. Juli 2020 präsentierte das Produktionsteam endlich eine annehmbare Lösung. Kate Kane verschwindet nicht einfach von der Bildfläche, sondern überträgt die Bürde der Beschützerin von Gotham City an die von Javicia Leslie gespielte Ryan Wilder. Die international noch relativ unbekannte Schauspielerin kommt in einem offiziellen Statement des Senders The CW auch selbst zu Wort: „Ich bin unglaublich stolz, die erste schwarze und bisexuelle Frau zu sein, die Batwoman spielt. Ich fühle mich sehr geehrt, Teil dieser bahnbrechenden Show zu sein, die ein so großer Wegbereiter für die LGBTQ+-Gemeinde darstellt.“ 

• Batwoman • Star Trek • Discovery • Shannara Chronicles • Sense 8 • The 100 • Dispatches from Elsewhere • Star Trek: Picard
Manager Creative Productions (m/w/d)
Jungredakteur/Redakteur Casting (w/m/d)
Pflicht/-Orientierungspraktikant Redaktion (w/m/d)
Redakteur (w/m/d) oder Jungredakteur (w/m/d)
Jungredakteur/Redakteur (w/m/d)
Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
25.07.2020 11:59 Uhr 1
25.07.2020 12:44 Uhr 2
25.07.2020 15:41 Uhr 3
Ich hatte mich auf Ruby durchaus gefreut, aber das war schon echt grottig. Die Folgen waren eine einzige Qual, musste dann wie wahrscheinlich sehr viele einfach die Reißleine ziehen. Potential wäre denke ich da gewesen für eine tolle Serie.