Es ist der erste abendfüllende Animationsfilm rund um den beliebten Hund und seine Freunde der Mystery Inc. Doch «Scooby! Voll verwedelt» wird seinem Anspruch einer zeitgemäßen Neuausrichtung auf der einen und liebevollen Verbeugung auf der anderen Seite nicht gerecht.
Die Warner Animation Group verantwortete zuletzt Familienunterhaltung wie die «LEGO-Movies», den völlig zu Unrecht unter dem Radar geflogenen «Störche» sowie den nicht minder gelungenen «Smallfoot», einen zeitgemäßen Appell an die Toleranz. Man könnte also sagen, dass Warner zuletzt vor allem jene Animationsfilme verantwortet hat, die zwar nicht zwingend bei der breiten Masse, wohl aber bei den Kritikern und Liebhabern von CGI-Filmkost fernab des dreidimensionalen Mainstreams hervorragend ankamen. Und auch optisch hatten all diese Filme ihren ganz besonderen Reiz. Ob das nun bei «Scooby! Voll verwedelt» genauso sein wird, steht allerdings in den Sternen. Nicht nur, weil zumindest in Deutschland aktuell noch überhaupt nicht sicher ist, ob der Film jemals in die Kinos kommen wird (in den USA kam «Scoob!» direkt auf den Streamingmarkt – zum Leihen und Kaufen!), sondern auch, weil er unter den bisherigen WAG-Produktionen den mit Abstand schwächsten Kandidaten darstellt – sowohl inhaltlich als auch visuell. Und das aus Gründen, die vor allem deshalb so verwundern, weil die Verantwortlichen der Produktionsfirma bislang immer ein hervorragendes Fingerspitzengefühl darin bewiesen haben, zu gleichen Teilen die jungen wie auch die älteren Zuschauer zufriedenzustellen.
Dabei stünde «Scooby! Voll verwedelt» damit ja eigentlich in der Tradition der frühen Cartoons. Zumal es hier darüber hinaus auch noch jede Menge Cartoon-Figuren anderer mal mehr, mal weniger bekannter Reihen zu entdecken gibt. Mit dem kleinen Haken, dass die nunmehr 414 Folgen der insgesamt 30 Staffeln ja immer nur eine Lauflänge um die 20 Minuten umfassen. Matt Lieberman und sein Team strengen sich daher sichtlich an, einen erzählerisch adäquaten Bogen um den sich wie eine sehr lang gezogene Cartoon-Episode anfühlenden Mittelteil zu schlagen. Und zumindest im in den Neunzigerjahren angesiedelten Auftakt (zu erkennen an den unzähligen Nineties-Popsongs, die hier willkürlich eingespielt werden) gelingt das auch. «Scooby!» erzählt von der ersten Begegnung zwischen Shaggy und Scooby. Es ist eine wahrlich zuckersüße Szene, wenn sich die beiden Außenseiter hier das aller erste Mal begegnen und sofort miteinander Freundschaft schließen – und woher Scooby-Doo seinen Namen hat, erfährt der Zuschauer im besten «Solo: A Star Wars Story»-Stil obendrein auch noch. 
Das erste animierte Scooby-Doo-Abenteuer für die große Kinoleinwand ist da! In Spielfilmlänge erleben wir die noch nie zuvor erzählte Geschichte über die Anfänge von Scooby-Doo und das größte Geheimnis in der Karriere der Mystery Inc.
Das gilt nicht nur für ebendiese verkrampfte und inhaltlich nie so richtig zum Rest passende Verwendung diverser Popkultur-Referenzen, sondern auch für die Verlagerung des Plots ins Weltall. Nachdem Scooby und seine Freunde nach rund 20 Minuten von einem Ufo entführt und mit ihrer Rettungsmission konfrontiert werden, besteht die mit Anleihen an das aktuelle Superheldenkino versehene Raumschiffreise in Richtung Weltenrettung vorwiegend aus hektischem Slapstick, ausgeführt von Robotern, Hunden und Roboterhunden. Die zu Beginn im Fokus stehende Interaktion zwischen Scooby und Shaggy kommt nur noch in sehr geringen Einzelszenen zur Geltung; dann aber auch eher in Form von Erzählklischees. Etwa, wenn Scooby sich für die Mission sein Freundschaftshalsband abnehmen lässt, obwohl im Prolog noch der Satz fiel, dass er es niemals abnehmen wird.

• Scooby-Doo • Die Addams Family • Familie Feuerstein • The Powerpuff Girls • Scooby! Voll verwedelt • LEGO-Movies • Störche • Smallfoot • Scoob! • The Looney Tunes Show • Chaos auf der Feuerwache • Scooby! • Solo: A Star Wars Story • A Star is Born • Greatest Showman • Mamma Mia 2
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21.06.2020 11:06 Uhr 1