Mitte November startet die finale vierte Staffel von «The Man in the High Castle». Mit der dritten Staffel fuhren die Produzenten nach der schlecht bewerteten zweiten wieder bessere Kritiken ein.
Die bisherigen Staffeln von «The Man in the High Castle» kamen bei den Kritikern und Zuschauern unterschiedlich an. Sicher ist, dass die zweite Staffel die am schlechtesten bewertete der etwas anderen Science-Fiction-Serie ist. Mit der dritten konnten sich die Produzenten wieder einigermaßen mit dem Publikum versöhnen und den ein oder anderen Kritiker überzeugen. Die finale Staffel feiert ihre Premiere am 15. November 2019 bei Amazon Prime.
Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass die Serie keine Vorkenntnisse voraussetzt. Die Zuschauer müssen nicht unbedingt den Roman lesen, um zu verstehen, worum es in der Science-Fiction-Serie geht. Ebenfalls unterscheidet sie sich in einem ganz anderen, aber umso wichtigeren Punkt: Man merkt dem Format an, dass es den Machern nicht darum geht, das nächste große Franchise zu erschaffen, sondern schlicht darum, eine gelungene Geschichte erzählen. Das kommt bei Zuschauern wie auch Kritikern sehr gut an. Ein negativer Kritikpunkt der ersten Staffel ist die sich manchmal lang hinziehende Story. Diese ist jedoch vor allem der Vielzahl an Charakteren geschuldet. Die erste Staffel wurde mit zwei Primetime Emmys ausgezeichnet.
Die zweite Staffel setzt sich unter anderem mit der Nazi-Jugend auseinander. Zudem wird immer mehr die Situation von Juliana und Frank beleuchtet, welche in die antifaschistische Bewegung hineingezogen werden. Wie mehrere renommierte Kritiker schreiben, stellt die Serie den moralischen Kampf innerhalb eines unmoralischen Systems gut dar. Durch neue Schauplätze wie Berlin erweitert die Serie ihren Horizont. Allerdings tut sich «The Man in the High Castle» wegen durchgehend neuen Geschichten teilweise schwer, die damalige Zeit zu beschreiben. Dadurch und auch wegen zu aufwendigen Handlungssträngen wirkt sie zunehmend in die Länge gezogen. Wegen dem vermehrten Einbau übernatürlicher Elemente driftet die Serie zudem immer mehr ins Science-Fiction-Genre ab. Wegen solchen Gründen wurde die zweite Staffel von dem Großteil der Kritiker, aber auch Zuschauer, als schlechteste Staffel bewertet. Doch auch hier gehen die Meinungen mal wieder auseinander: Trotz alledem erzielte der zweite Teil der Serie bei Metacritics durch zwei Kritikern die beiden schlechtesten Metascores von 30 und 20 Punkten.
In Staffel drei fuhr «The Man in the High Castle» wieder bessere Kritik ein. In dieser spielt sich die Geschichte vor allem in San Francisco, New York City und Denver ab. In der Staffel wird gut dargestellt, wie das ehemalige Deutsche Reich die Medien für seine Propaganda ausgenutzt hat. Zudem macht die Serie keinen Halt vor Tabus und Vorurteilen. Auf der einen Seite können einige Charaktere durch teilweise gleichgeschlechtliche Beziehungen ihre Liebe und Ruhe finden, auf der anderen Seite werden andere Akteure bereits für negative Äußerungen an der Regierung bestraft. Die Serie beantwortet in der dritten Staffel Fragen aus der vorherigen Staffel und stellt schon wieder neue, die in dem finalen Teil der Serie beantwortet werden sollen. Doch auch die dritte Staffel ist nicht perfekt. Immer wieder wird kritisiert, dass die Produzenten weniger auf die Charaktere eingehen und zu viel Zeit mit neuen Ideen verschwenden würden, die nur bedingt überzeugend umgesetzt werden. Die Bemühungen der Produzenten sind dann leider oft fast umsonst, da der Zuschauer zu manchen Charakteren keine persönliche Beziehung aufbauen kann.
Grundsätzlich erzählt die Serie «The Man in the High Castle» eine Alternativweltgeschichte, bei der das Deutsche Reich zusammen mit den Japanern den Zweiten Weltkrieg gewonnen hat. Als Grundlage dient der Roman „Das Orakel vom Berge“ von Philip K. Dick. Nach dem Sieg wurden die Vereinigten Staaten unter Japan und dem Deutschen Reich aufgeteilt. Die Nazis bekamen die Ostküste und einen Großteil des Südens. Japan besetzt währenddessen die Westküste. Zwischen den beiden Achsenmächten hat sich im Laufe der Zeit ein Kalter Krieg entwickelt. Die richtige Handlung der Serie beginnt in dem Jahr 1962. Der Anführer der Nazis, Adolf Hitler, überlebte den Krieg, ist aber an Parkinson erkrankt und wird bald sterben. Aus diesem Grund gibt es bereits interne Machtkämpfe um die Nachfolge. Zudem hat sich in den Gebieten des Deutschen Reichs eine Widerstandsgruppe gebildet. Es geht ein Film herum, der angeblich von einem Mann namens „The Man in the High Castle“ stammen soll. In diesem Film verloren die Achsenmächte gegen die Alliierten. Eine junge Widerstandskämpferin namens Juliana Crain reist am Anfang der Serie in eine neutrale Zone, um sich mit dem Widerständler Joe zu treffen. Julianas Schwester wurde von den Japanern umgebracht, zudem ist ihr Freund Frank Jude, weshalb sie sich dem Widerstand anschloss. Joe arbeitet eigentlich für die Deutschen, ist allerdings ein Doppelagent. 

• The Man in the High Castle • Kampf der Titanen • The Boy • American Horror Story • Akte-X – Der Film
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