«Ein Becken voller Männer» ist nicht der erste Film, der basierend auf einer wahren Geschichte das Schicksal eines Synchronschwimmteams wider Willen erzählt. Aber der erste, der richtig gut ist. mehr dazu verraten wir in unserer Kritik.
In seinem Produktionsland Frankreich war «Ein Becken voller Männer» ein voller Erfolg, der mit Platz eines der Kinocharts belohnt wurde. Das wird hierzulande vermutlich anders sein, weil zum einen der Hype um französische Wohlfühlfilme abgeebbt ist und zum anderen die Grundidee des Films nicht für die Masse taugt. Dabei ist die Idee hinter dem Film eigentlich sehr wohl mainstreamtauglich, denn letztlich haben wir es bei «Ein Becken voller Männer» mit einer klassischen Aufstiegsgeschichte zu tun; von dem Autorenteam rund um Gilles Lellouche himself garniert mit Thematiken wie Sucht, Selbstfindung und Midlife-Crisis. Im Mittelpunkt der Geschichte steht lange Zeit der Familienvater Bertrand (Mathieu Amalric) – er ist sozusagen das französische Pendant zu Eric aus «Swimming with Men». Doch anders als dieser ist Bertrand kein unangenehmer Kotzbrocken, der sich absichtlich in Selbstmitleid suhlt, um von seinem Umfeld Aufmerksamkeit zu erhaschen. Stattdessen wirkt sein völliges Desinteresse an seiner Familie zunächst sogar komisch, eh sich aus der Lethargie heraus langsam das Gespür für seine fortgeschrittene Depression heraus entwickelt.
Wenngleich sich diese natürlich vor allem auf das Training beziehen, weshalb der Ausgang von «Ein Becken voller Männer» nur bedingt überraschend sein dürfte, ist es zugleich viel spannender, wie die Autoren die privaten Schicksale ihrer Protagonisten in die Geschichte integrieren. Das ist mal wirklich niederschmetternd, wenn Bertrand, Laurent (Guillaume Canet), Marcus (Benôit Poelvoorde), Simon (Jean-Hugues Anglade), Avanish (Balasingham Thamilchelvan) und Basile (Alban Ivanov) einander von ihren Depressionen, Schicksalsschlägen oder anderweitigen Lebensbaustellen erzählen und dabei mitunter sehr ins Detail gehen. Auf der anderen Seite hält das Skript für die Figuren genug Eigenheiten und Spleens parat, anhand derer sich Gilles Lellouche auch komödiantisch an ihnen abarbeiten kann. Dabei verzichtet er auf allzu groben Slapstick, geschweige denn darauf, sich aktiv über das Verhalten seiner Hauptfiguren lustig zu machen; das übernehmen teilweise eher die am Beckenrand stehenden Trainerinnen Delphine (Virginie Efira) und Amanda (Leila Bekhti), die dabei jedoch weniger die Vorführung ihrer Schützlinge im Kopf haben, als die unterschwellige Animation zu noch höheren Leistungen.
Am besten funktioniert «Ein Becken voller Männer» aber ohnehin, wenn man den ganzen Film als eine einzige emotionale Gratwanderung betrachtet. Genau dann funktioniert er am besten, da sich so sowohl die bisweilen schon sehr konstruierte Komik (Stichwort: Kaufhausdiebstahl), aber vor allem die gefühligen Momente besonders entfalten können. Getragen wird «Ein Becken voller Männer» dementsprechend von Ausnahmeakteuren, die ihre Figuren bis ins kleinste Detail verinnerlicht haben. Neben Guillaume Canet («Jappeloup - Eine Legende») und Mathieu Amalric («Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit») begeistern vor allem die beiden Damen im Hauptcast. Virginie Efira («Victoria – Männer und andere Missgeschicke») verleiht ihrer Figur eine Doppelbödigkeit, die ihresgleichen sucht und Leila Bekhti («Das zweite Leben des Monsieur Alain») verkörpert ihre Amanda als resolute Kämpfernatur, die genau weiß, worauf es ankommt – und die ihr gutes Herz deshalb wann immer es geht für sich behält. 

• White House Down • Olympus Has Fallen • Freunde mit gewissen Vorzügen • Freundschaft plus • Tierisch wild • Madagaskar • Ein Becken voller Männer • Swimming with Men • Die wunderbare Welt des Gustave Klopp • Jappeloup - Eine Legende • Van Gogh – An der Schwelle zur Ewig
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