Quotencheck

«Nächste Ausfahrt Liebe»

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Die Sat.1-Kuppelsendung auf vier Rädern fuhr sich rasch ins Aus. Wir durchstöbern dennoch das Quoten-Fahrtenbuch.

Man nehme ein Thema, das immer und überall geht, nämlich Dating, und verbinde es mit des Deutschen liebsten Gerätschaft, dem Auto. Fertig ist «Nächste Ausfahrt Liebe», die erste deutsche Auto-Dating-Show. Man darf sich nur von der Sat.1-Genreeinteilung seines Formats nicht irritieren lassen: Hier werden nicht etwa Gefährtlose mit einem besitzersuchenden Auto verkuppelt, sondern je zwei Singles von Paarberater Eric Hegmann und seinem Team auf Flirt-Tour geschickt. Ausgestattet mit einem "Liebes-Navi" namens Polly, kurvt das potentielle Pärchen nicht nur von A nach B, sondern auch durch Fragen und Kennenlernaufgaben, ehe am Ende der Fahrt die Frage im Raum steht: "Fährt jeder zu sich nach Hause oder geht es für eine erste Liebesnacht ins Hotel?"

Navis, Pferdestärken und Flirterei reichten aber nicht aus, um das deutsche Fernsehpublikum davon zu überzeugen, am Vorabend für eine Stunde Rast in Sat.1 zu machen: «Nächste Ausfahrt Liebe» ist gefloppt und wurde nach nur zwei Wochen vorzeitig abgeschleppt, um auf dem Fernsehschrottplatz zu landen. Das Elend zeichnete sich schon an Tag eins ab, als «Nächste Ausfahrt Liebe» nur mit schepperndem Motor aus dem Startblock gekommen ist: Am Montag, den 2. September 2019, kam die Kuppelei auf Rädern bei Jung und Alt nur auf dürftige Zahlen. Ab 18 Uhr entschieden sich nur 0,46 Millionen Neugierige, diese motorisierte Liebesreise mitzumachen. Das glich einer Sehbeteiligung von 3,0 Prozent. 0,18 Millionen Umworbene führten zu 4,6 Prozent Marktanteil, was einen Tag später deutlich unterboten wurde.

0,13 Millionen Werberelevante ließen die «Nächste Ausfahrt Liebe»-Quoten absaufen: 3,1 Prozent Marktanteil wurden in der Zielgruppe eingefahren. Insgesamt blieb die Sendung mit 0,46 Millionen Interessenten und 2,9 Prozent aber stabil. Am Mittwoch fuhr «Nächste Ausfahrt Liebe» dann 2,7 Prozent insgesamt und 4,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen ein. Die Reichweite belief sich auf 0,42 respektive 0,17 Millionen.

Am Donnerstag, den 5. September erreichte «Nächste Ausfahrt Liebe» dann 0,46 Millionen Fernsehende, womit 2,8 Prozent Marktanteil ins Fahrtenbuch eingetragen wurden. 0,16 Millionen Werberelevante bedeuteten in der Zielgruppe dagegen, dass 3,8 Prozent auf dem Tacho standen. Die Sendewoche endete dann ein gutes Stück mieser, nämlich mit 2,1 beziehungsweise 3,4 Prozent. Gemessen wurden eine Gesamtreichweite von 0,32 Millionen Kuppelshowfans und eine Zielgruppenreichweite von 0,13 Millionen.

Die neue Sendewoche begann am 9. September dann mit klapprigen 2,9 Prozent bei den Umworbenen. Aus dieser Altersgruppe schalteten 0,14 Millionen Menschen ein, insgesamt waren es 0,39 Millionen. Damit zeigte das Taxameter 2,2 Prozent Marktanteil insgesamt an. Quotentechnisch ging es für «Nächste Ausfahrt Liebe» dann einen Tag später bergauf – auch wenn 2,5 Prozent insgesamt und 3,7 Prozent Marktanteil bei den Werberelevanten andeuteten, dass die Sendung nicht mehr viel im Tank hat. Am 11. September reichten 0,17 Millionen 14- bis 49-Jährige dann für weiterhin ernüchternde 3,9 Prozent Marktanteil, während 0,39 Millionen Fernsehende ab drei Jahren «Nächste Ausfahrt Liebe» gen 2,4 Prozent Marktanteil steuerten.

Für Sat.1 musste also ein rasches Ende her. Und der 12. September dürfte diesen Gedanken mehr als bestärkt haben, wurden dann doch nur 2,5 Prozent bei den Umworbenen eingefahren. Die Reichweite lag bei mickrigen 0,10 Millionen – ein Wert, der am 13. September wiederholt werden sollte. Die letzte «Nächste Ausfahrt Liebe»-Ausgabe kam dabei aber auf 2,8 Prozent in der Zielgruppe. Auch insgesamt erreichten die letzten beiden Ausgaben die jeweils gleiche Reichweite (0,41 Mio.), obendrein wurde aber auch zweimal dieselbe Sehbeteiligung eingefahren, nämlich 2,7 Prozent.

Eine Rückkehr von «Nächste Ausfahrt Liebe» dürfte ausgeschlossen sein, denn mit 0,41 Millionen Fernsehenden ab drei Jahren manövrierte sich die Sendung in eine Quotensackgasse mit der Adresse "2,6 Prozent Marktanteil insgesamt". Und auch bei den Umworbenen hat «Nächste Ausfahrt Liebe» alles dafür getan, sich die Fahrerlaubnis zu entziehen, denn 0,14 Millionen Werberelevante glichen im Mittel lediglich 3,5 Prozent.

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