Der SWR zeigt am Donnerstag, 17. September, um 23.35 Uhr den 90-minütigen Dokumentarfilm «IKEAs Feind Nr. 1 – Geschäfte auf Russisch». Die Produktion von Regisseur Andrei Nekrasov beschäftigt sich mit dem russischen Geschäftsmann Konstantin Ponomarjow und dessen jahrelanger Auseinandersetzung mit IKEA. In der ARD Mediathek steht der Film ab sofort zum Abruf. «IKEAs Feind Nr. 1 – Geschäfte auf Russisch» wurde von Piraya Film in Zusammenarbeit mit dem SWR produziert.Die Geschichte beginnt mit der wirtschaftlichen Öffnung Russlands nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Internationale Konzerne drängten auf den neuen Markt, benötigten dafür jedoch Partner, die mit den örtlichen Strukturen vertraut waren. Einer davon war Ponomarjow, der IKEA beim Aufbau seines Russland-Geschäfts unterstützte und damit nach Darstellung des Films selbst ein Vermögen verdiente.
Doch die Partnerschaft eskalierte. IKEA warf dem Geschäftsmann vor, den Konzern übervorteilt zu haben, und wollte weitere Zahlungen verweigern. Es folgte ein spektakulärer Rechtsstreit, in dessen Verlauf Ponomarjow eine Milliarde Dollar zugesprochen wurde. Nachdem er weitere Forderungen stellte, wurde er schließlich vom russischen Geheimdienst verhaftet. Nach Angaben des SWR befindet er sich bis heute im Gefängnis.
Nekrasov versucht dabei nicht, eine einfache Geschichte mit klar verteilten Rollen zu erzählen. Je tiefer seine Recherche führt, desto undurchsichtiger wird das Geflecht aus mutmaßlicher Bestechung, gefälschten Unterschriften, Vertuschung und fragwürdigen Geschäftspraktiken. Mehrere wichtige Zeugen konnten für den Film nicht mehr befragt werden, weil sie nach Angaben der Produktion gestorben, untergetaucht oder durch Suizid ums Leben gekommen waren.
Für seine Rekonstruktion konnte der Regisseur mit Beteiligten auf verschiedenen Seiten sprechen. Neben Ponomarjow selbst kommen dessen Anwälte und Ehefrau ebenso zu Wort wie ehemalige IKEA-Manager und ein Freund des inzwischen verstorbenen IKEA-Gründers Ingvar Kamprad. Dadurch soll der Fall zugleich als Beispiel für die besonderen Bedingungen des post-sowjetischen Kapitalismus erzählt werden.







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