Der deutsche Schauspieler und Musiker Ralf Richter ist tot. Er starb im Alter von 69 Jahren. Die Nachricht bestätigte sein Sohn gegenüber der „Bild“-Zeitung. Weitere Einzelheiten zu seinem Tod wurden zunächst nicht bekannt. Richter wurde am 17. August 1957 in Essen geboren und wuchs in einem Bochumer Arbeiterviertel als zweitältestes von acht Kindern auf. Zunächst absolvierte er eine Schreinerlehre, ehe er ab 1977 die Westfälische Schauspielschule Bochum besuchte. Nach ersten Engagements am Theater und kleineren Fernsehrollen gelang ihm bereits zu Beginn der 1980er-Jahre der Durchbruch.Wolfgang Petersen besetzte ihn 1981 in «Das Boot» als Zentralmaat Frenssen. Der Welterfolg machte Richter einem großen Publikum bekannt und legte zugleich den Grundstein für ein Rollenbild, das ihn über Jahrzehnte begleiten sollte. Kaum ein anderer deutscher Schauspieler verkörperte den ruppigen, unangepassten und bisweilen bedrohlichen Ruhrpott-Typen so prägnant wie Richter.
Eine seiner bekanntesten Figuren folgte 1999: In Peter Thorwarths «Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding» spielte er Kalle Grabowski und trug entscheidend dazu bei, dass die Ruhrgebietskomödie Kultstatus erlangte. In Thorwarths Filmen «Was nicht passt, wird passend gemacht» und «Goldene Zeiten» tauchte Richter später in weiteren Grabowski-Rollen auf. Gemeinsam mit seinem Sohn Maxwell plante er zudem das Projekt «Grabowski – Alles für die Familie», für das per Crowdfunding mehr als 120.000 Euro eingesammelt wurden. Zu einer Realisierung kam es bislang nicht.
Schon zuvor hatte sich Richter mit Filmen wie «Abwärts», «Die Katze», «Superstau», «Manta – Der Film» und «Der Eisbär» einen Namen gemacht. In «Fußball ist unser Leben» war er ebenso zu sehen wie in «Peanuts – Die Bank zahlt alles», «Nicht mein Tag», «Halbe Brüder», «Radio Heimat» oder «Enfant Terrible». Zu seinen jüngeren Kinoprojekten gehörte «Frisch». Auch das Fernsehen gehörte über mehr als vier Jahrzehnte zu Richters beruflicher Heimat. Er wirkte mehrfach im «Tatort» mit und spielte in der Bergarbeiter-Saga «Rote Erde» den Otto Schablowski. Hinzu kamen Auftritte in «Ein Fall für zwei», «Der Fahnder», «Auf Achse», «SOKO Köln», «Die Rosenheim-Cops», «Heldt», «Großstadtrevier» und «Alarm für Cobra 11». In der RTL-Actionserie war er noch 2025 erneut zu sehen.
Richter beschränkte sich nie vollständig auf die Schauspielerei. Er veröffentlichte Musik, wirkte in Hörspielen und Musikvideos mit und engagierte sich unter anderem für Alphabetisierung sowie für ein Obdachlosenhotel in Köln. Sein jüngerer Bruder Frank-Martin Strauß wurde unter dem Namen FM Einheit als Musiker bekannt. Richter hinterlässt zwei Kinder und mehrere Enkelkinder.





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