Mit „Das Deutsche-Bahn-Desaster“ widmet sich das ZDF am Dienstag, 4. August, um 21.00 Uhr erneut den Schwierigkeiten des bundeseigenen Konzerns. Die von Anne Höhn, Markus Reichert, Michael Strompen und Frank Vieltorf realisierte Dokumentation bildet den Abschluss einer dreiteiligen Reihe und geht der Frage nach, warum trotz gewaltiger Investitionen weiterhin Verspätungen, Baustellen und strukturelle Probleme den Alltag vieler Fahrgäste bestimmen.Im Mittelpunkt stehen die milliardenschweren Sanierungsmaßnahmen, mit denen die marode Infrastruktur modernisiert werden soll. Insgesamt stellt der Staat 107 Milliarden Euro für die Erneuerung des Schienennetzes bereit. Doch Recherchen von «frontal» zeichnen ein ernüchterndes Bild. Die sogenannten Generalsanierungen verschlingen enorme Summen, während gleichzeitig immer neue Finanzmittel gefordert werden. Der frühere Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, spricht in der Dokumentation von einem „riesengroßen schwarzen Loch“.
Auch ehemalige Verantwortliche des Konzerns äußern sich kritisch. Alexander Doll, einst Bahnvorstand, sieht erhebliche strukturelle Defizite und verweist darauf, dass nicht allein fehlendes Geld das Problem sei. Entscheidend sei vielmehr, wie die verfügbaren Mittel eingesetzt würden. Die Dokumentation zeichnet das Bild eines Unternehmens, das trotz umfassender Reformversprechen weiterhin mit grundlegenden Steuerungs- und Effizienzproblemen kämpft.
Zusätzliche Brisanz erhält die Sendung durch Insiderinformationen, die den Machern vorliegen. Demnach sollen Vorstandsboni auch in Jahren geflossen sein, in denen die Pünktlichkeitswerte der Bahn deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben. Während Fahrgäste unter Verspätungen, Zugausfällen und Baustellen leiden, wirft die Dokumentation daher auch Fragen nach den Anreizsystemen und der Verantwortung des Managements auf.
Mit der abschließenden Folge ihrer Dokumentationsreihe will die «frontal»-Redaktion zeigen, warum der vielfach angekündigte Neustart der Deutschen Bahn bislang aus Sicht vieler Experten und Beobachter ausbleibt. Die Dokumentation steht ab dem 4. August um 16.00 Uhr im Streaming-Angebot des ZDF bereit und wird am Abend im linearen Programm ausgestrahlt.







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