Auch die gezielten Versuche von ARD und ZDF, ihre Programme auch für jüngere Zuschauer wieder attraktiver zu machen, tragen keine Früchte. So sind die Zuschauer des ARD-Lifestyle-Magazins «Polylux» im Durchschnitt 51 Jahre alt, das durchschnittliche Alter der ZDF-Talkshow «Blond am Freitag» liegt bei 55 Jahren. Auch vor dem durchgängig kommerziell programmierten Vorabendprogramm macht die Überalterung der Zuschauer nicht halt: So beträgt das Durchschnittsalter der Zuschauer der ARD-Daily Soap «Marienhof» 52 Jahre. Das jüngste serielle Format von ARD und ZDF im Jahr 2005 in der Hauptsendezeit zwischen 17 und 23 Uhr war die Teenager-Serie «Berlin, Berlin» mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren. Ein weiteres Beispiel für die gescheiterte Verjüngungsstrategie war demnach «Bravo TV», das beim ZDF im Jahr 2004 durchschnittlich 46 Jahre alte Zuschauer zum Einschalten bewegen konnt. Nach dem Wechsel des Formats zu ProSieben im Jahr 2005 sank das Durchschnittsalter auf 34 Jahre.
Vor allem bei den jüngeren Zielgruppen haben die gebührenfinanzierten Sender massiv an Zuschauern verloren: Zwischen 1995 und 2005 gingen die Jahresmarktanteile bei den 14- bis 19-jährigen Zuschauern von 23 auf 16 Prozent und bei den 20- bis 29-Jährigen von 25 auf 17 Prozent zurück. Im selben Zeitraum stiegen ihre Marktanteile bei den über 70-jährigen Zuschauern von 60 Prozent auf 71 Prozent. Das Durchschnittsalter aller Fernsehzuschauer in Deutschland ist als Folge der Überalterung der öffentlich-rechtlichen Sender zwischen 1995 und 2005 von 47 auf 50 Jahre gestiegen. Insgesamt sind die Marktanteile der privaten Sender umso höher, je jünger die Zuschauer sind. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern öffnet sich die Schere in entgegengesetzter Richtung: Je älter die Zuschauer sind, desto häufiger schalten sie ARD und ZDF ein. So erreichen die öffentlich-rechtlichen Sender bei den 75-jährigen Zuschauern einen Marktanteil von 68,4 Prozent, die Privatsender 29,4 Prozent. Die Privatsender dagegen verzeichnen bei den 14-jährigen Zuschauern einen Jahresmarktanteil von 81 Prozent, die öffentlich-rechtlichen Sender von nur 15,9 Prozent.
Auch in der Betrachtung einzelner Formate bestätigt sich laut dieser Studie die Überalterung der öffentlich-rechtlichen Sender: Die Zuschauer des Nachmittags-Talks «Fliege» führten mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren im Jahr 2005 die Hitliste der "ältesten" Formate im deutschen Fernsehen an. Allerdings waren die Zuschauer des ZDF-Hauptnachrichtenformats «heute» um 19 Uhr mit 64 Jahren auch nur zwei Jahre jünger als «Fliege», dessen Format im vergangenen Jahr wegen des zu hohen Durchschnittsalters seiner Zuschauerschaft aus dem Programm genommen wurde. Die "jungen" Sendungen finden sich dagegen bei den Privatsendern: So erreichten die «Simpsons» bei ProSieben durchschnittlich 28 Jahre alte Zuschauer, «O.C. California» (ProSieben) weist ein durchschnittliches Nutzungsalter von 30 Jahren auf. Insgesamt finden sich die "ältesten" Formate ausschließlich bei den Öffentlich-Rechtlichen, die "jüngsten" bei den Privatsendern
Die Studie zeigt zudem, dass ARD und ZDF auch im Kernbereich Nachrichten bei jüngeren Zuschauern zunehmend an Boden verlieren. Nach Marktanteilen führt in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen «RTL Aktuell» mit 18,3 Prozent vor der ARD-«Tagesschau» (13,6 Prozent) und den «Sat.1 News» mit 12,1 Prozent. Die ProSieben «Newstime» erzielte mit 9,1 Prozent höhere Marktanteile als «heute» vom ZDF, das nur 7,5 Prozent der 14- bis 49- jährigen Zuschauer erreicht.• Studie
Manager Creative Productions (m/w/d)
Jungredakteur/Redakteur Casting (w/m/d)
Pflicht/-Orientierungspraktikant Redaktion (w/m/d)
Redakteur (w/m/d) oder Jungredakteur (w/m/d)
Jungredakteur/Redakteur (w/m/d)