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«Tagesschau» auf Rekordkurs, herbe Verluste für ProSiebens «Newstime»

von   |  4 Kommentare

Newscheck 2017: In den vergangenen Monaten zeigten sich die meisten Haupt-Nachrichtensendungen aus Zuschauersicht stabil gegenüber dem Vorjahr. Zwei Formate verloren deutlich.

Quotenverlauf: «Tagesschau» (nur Das Erste)

  • 2013: 4,83 Mio. / 17,4% (ab 3)
  • 2014: 4,93 Mio. / 17,6% (ab 3)
  • 2015: 4,97 Mio. / 17,8% (ab 3)
  • 2016: 5,30 Mio. / 18,6% (ab 3)
  • 2017: 5,22 Mio. / 18,5% (ab 3)
9,81 Millionen Zuschauer - so viele Menschen verfolgten im Jahr 2016 durchschnittlich die Hauptausgabe der «Tagesschau». In den vergangenen zwölf Monaten konnte Deutschlands beliebteste Nachrichtensendung noch weiter zulegen – und kletterte dabei sogar erstmals in ihrer Geschichte über die magische Marke von zehn Millionen Zuschauern. Abend für Abend verfolgten die 15-minütige «Tagesschau» im Jahr 2017 durchschnittlich 10,18 Millionen Menschen, was 36 Prozent der TV-Zuschauer entsprach. Gegenüber dem Vorjahr wusste sich die Sendung aus Quotensicht um 1,4 Prozentpunkte zu steigern. In diese Werte mit eingerechnet sind die Zuschauer, die die Nachrichtensendung neben dem Ersten auch in den Dritten Programmen und bei Phoenix verfolgten.

Betrachtet man hingegen nur die Zahlen, die die «Tagesschau» bei ihrer Ausstrahlung im Ersten holte, ist von konstantem Quotenniveau zu sprechen. Hier reichte es 2017 zu durchschnittlich 5,22 Millionen Zuschauern und 18,5 Prozent, womit die Sendung deutlich vor sämtlichen Konkurrenten lag. Gegenüber dem Vorjahr blieb man zudem nahezu stabil. Die beliebteste Ausgabe der «Tagesschau» (bezogen auf Das Erste) lief dabei am 24. September, dem Tag der Bundestagswahl, als um 20 Uhr ganze 9,60 Millionen Menschen ermittelt wurden. Ansonsten gilt auch grundsätzlich, dass die «Tagesschau» an Sonntagen überdurchschnittlich oft auf hohe Reichweiten verweisen kann.

Quotenverlauf: «heute» (nur im ZDF)

  • 2013: 3,45 Mio. / 15,5% (ab 3)
  • 2014: 3,66 Mio. / 16,5% (ab 3)
  • 2015: 3,62 Mio. / 16,3% (ab 3)
  • 2016: 3,78 Mio. / 16,6% (ab 3)
  • 2017: 3,72 Mio. / 16,4% (ab 3)
Wenig Veränderung ergab sich unterdessen beim größten Verfolger der «Tagesschau» – der 19 Uhr-Ausgabe von «heute» im ZDF. Sie erreichte im letzten Jahr durchschnittlich 3,72 Millionen Zuschauer, womit man im Vergleich zu 2016 minimal abgeben musste (genau genommen um 0,06 Millionen Zuschauer). Der Marktanteil bei allen ging von 16,6 auf 16,4 Prozent zurück, was für die Programmverantwortlichen verschmerzbar sein dürfte. Berücksichtigt man noch die Quoten von «heute» bei 3sat, fällt dieses Ergebnis mit 3,96 Millionen Zuschauern und 17,4 Prozent erwartungsgemäß einen Tick besser aus.

Die erfolgreichste Ausgabe im ZDF lief unterdessen am 25. Juni vor 6,45 Millionen Zuschauern – im Anschluss an ein quotenstarkes Deutschland-Spiel des Confed-Cup, das am Nachmittag ab 17 Uhr zu sehen war. Schon deutlicher fiel das Minus für «heute» hingegen bei den 14- bis 49-Jährigen aus, wo es von 6,3 auf 5,7 Prozent zurückging. Von einem durchschlagenden Erfolg sind die «heute»-Nachrichten in dieser Zuschauergruppe zweifellos ein gutes Stück entfernt.

Quotenverlauf: «RTL aktuell»

  • 2013: 3,46 Mio. / 17,1% (14-49)
  • 2014: 3,25 Mio. / 15,6% (14-49)
  • 2015: 3,15 Mio. / 16,1% (14-49)
  • 2016: 3,07 Mio. / 15,3% (14-49)
  • 2017: 3,06 Mio. / 15,6% (14-49)
Ein Grund hierfür dürfte «RTL aktuell» sein, das allabendlich fast zur gleichen Zeit wie «heute» um 18.45 Uhr auf Sendung geht. Die Nachrichten der Kölner erreichten 2017 durchschnittlich 0,93 Millionen 14- bis 49-Jährige, was starke 15,6 Prozent in der jungen Altersgruppe zur Folge hatte. «heute» zeigte man somit erneut problemlos die Rücklichter. Besonders freuen dürfte es die Programmverantwortlichen von RTL zudem, dass man gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte bei den Umworbenen zulegen konnte. Wenig Bewegung gab es dagegen beim Gesamtpublikum, wo es die Nachrichten von RTL 2017 auf 3,06 Millionen Zuschauer brachten – fast der gleiche Wert wie im Vorjahr. Dabei lief die gefragteste Ausgabe der RTL-Nachrichten am 8. Januar vor 5,23 Millionen Zuschauern.

Quotenverlauf: «Sat.1 Nachrichten»

  • 2013: 1,65 Mio. / 7,4% (14-49)
  • 2014: 1,47 Mio. / 6,9% (14-49)
  • 2015: 1,36 Mio. / 6,8% (14-49)
  • 2016: 1,32 Mio. / 6,5% (14-49)
  • 2017: 1,42 Mio. / 6,6% (14-49)
Über ein leichtes Plus dürfen sich die «Sat.1 Nachrichten» freuen, die es auf ihrem Sendeplatz um 20 Uhr – in direkter Konkurrenz zur «Tagesschau» – traditionell schwer haben. Sie erreichten 2017 durchschnittlich 1,42 Millionen Zuschauer, womit 0,1 Millionen Menschen gegenüber 2016 hinzugewonnen werden konnten. Wenngleich auch der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen leicht auf 6,6 Prozent anstieg, so liegt die Nachrichtensendung doch weiterhin unter dem Senderschnitt. Dabei gilt für die «Sat.1 Nachrichten» ähnlich wie für die «Tagesschau», dass der mit Abstand erfolgreichste Tag der Sonntag ist. Während die Marktanteile werktags häufig unter Senderschnitt liegen, reichte es am siebten Tag der Woche zu bis zu mehr als drei Millionen Zuschauern und zweistelligen Marktanteilen.

Quotenverlauf: «Newstime»

  • 2013: 0,80 Mio. / 11,5% (14-49)
  • 2014: 0,80 Mio. / 11,4% (14-49)
  • 2015: 0,80 Mio. / 11,7% (14-49)
  • 2016: 0,80 Mio. / 11,6% (14-49)
  • 2017: 0,68 Mio. / 9,8% (14-49)
Als größter Verlierer des Jahres ist die «Newstime» von ProSieben zu bezeichnen, die es 2017 nur auf durchschnittlich 0,68 Millionen Zuschauer brachte. Das ist besonders bitter, weil es für die Sendung zwischen 2013 und 2016 stets zu 0,8 Millionen gereicht hatte. Und auch die Quote bei den 14- bis 49-Jährigen ließ in den letzten zwölf Monaten erheblich zu wünschen übrig, schließlich blieb sie mit 9,8 Prozent der Umworbenen nur einstellig. Zum Vergleich: 2016 hatten noch knapp zwei Prozentpunkte mehr auf der Uhr gestanden. Dabei dürfte die Schwäche des um 18 Uhr gezeigten News-Formats vor allem auf den Nachmittag bzw. Vorabend des Senders zurückzuführen sein, an dem «Big Bang», «Simpsons» und Co längst nicht mehr die überragenden Quoten von einst holen. Kein Wunder, dass darunter auch die Nachrichten leiden.

Quotenverlauf: «RTL II News»

  • 2013: 0,87 Mio. / 6,8% (14-49)
  • 2014: 0,87 Mio. / 6,9% (14-49)
  • 2015: 0,82 Mio. / 6,5% (14-49)
  • 2016: 0,76 Mio. / 5,8% (14-49)
  • 2017: 0,65 Mio. / 5,0% (14-49)
Ihren Abwärtstrend fort setzten unterdessen die «RTL II News», die 2017 durchschnittlich 0,65 Millionen Zuschauer informierten. Somit bekam die Nachrichtensendung des Privatsenders die direkte Konkurrenz der 20 Uhr-«Tagesschau» deutlich zu spüren. Während bei allen ziemlich überschaubare 2,3 Prozent ermittelt wurde, reichte es unter den 14- bis 49-Jährigen ebenfalls nur zu leicht unterdurchschnittlichen fünf Prozent. Das ist ziemlich bitter, weil man 2014 noch erheblich stärkere 6,9 Prozent anzusprechen wusste. Seitdem ging es Jahr für Jahr kontinuierlich bergab. Dabei kann man mit «Berlin – Tag & Nacht» eigentlich weiterhin auf ein starkes Lead-in verweisen, das nicht selten zweistellige Marktanteile holt.

Kurze Notiz am Rande: Selbst bei den 14- bis 29-Jährigen, auf die man bei RTL II immer wieder gerne verweist, stehen die hauseigenen Nachrichten nicht auf dem ersten Platz im Ranking. Mit 0,21 Millionen Zuschauern unter 30 teilen sich die «RTL II News» den zweiten Platz mit ProSiebens «Newstime», die auf identische 0,21 Millionen verweisen konnte. Noch ein gutes Stück erfolgreicher war 2017 aber die «Tagesschau» unterwegs, die sogar 0,33 Millionen 14- bis 29-Jährige erreichte. Immerhin waren die «RTL II News» im Schnitt stärker gefragt als die um 20 Uhr gezeigten «Sat.1 Nachrichten» (erreichten 0,12 Millionen 14- bis 29-Jährige). Auch in Sachen Marktanteile entschied RTL II das Rennen bei den ganz jungen Zuschauern mit 9,3 zu 5,4 Prozent eindeutig für sich.

Quotenverlauf: «kabel eins news»

  • 2013: 0,54 Mio. / 6,7% (14-49)
  • 2014: 0,47 Mio. / 5,9% (14-49)
  • 2015: 0,51 Mio. / 6,1% (14-49)
  • 2016: 0,53 Mio. / 6,0% (14-49)
  • 2017: 0,51 Mio. / 6,1% (14-49)
Sehr konstant zeigten sich 2017 die zumeist am Nachmittag gegen 15.50 Uhr gesendeten «kabel eins news», die durchschnittlich 0,51 Millionen Menschen informierten. Aus Reichweitensicht war das Nachrichtenformat damit das am wenigsten gefragte unter denen der acht großen Sender - es ist allerdings auch das, welches Tag für Tag am frühesten zu sehen ist. Mit Marktanteilen von vier Prozent bei allen und 6,1 Prozent der Umworbenen lief die Sendung in beiden Altersgruppen überdurchschnittlich – und zeigte sich dabei ziemlich konstant gegenüber den beiden Vorjahren.

Fazit: Durchschnittlich erreichten 2017 allein die sieben großen Sender mit ihren Nachrichtenformaten täglich mehr als 15 Millionen Zuschauer. Damit ging die Reichweite gegenüber dem Vorjahr nur leicht zurück. Dabei dürfte insbesondere die gestiegene Zuschauerzahl der «Tagesschau» ein Indiz dafür sein, dass sich viele Menschen in Zeiten von Fake News und alternativen Fakten nach sauber recherchierten Nachrichtenmeldungen sehnen. „Seriöse Nachrichten haben Konjunktur", bemerkte hierzu etwa auch NDR Intendant Lutz Marmor. Für das lineare Fernsehen ist das sicherlich nicht die schlechteste Nachricht zum Beginn des neuen Jahres.

Wie sich «Tagesschau», «heute» und Co im Jahr 2016 geschlagen hatten, können Sie hier noch einmal in Ruhe nachlesen.

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Es gibt 4 Kommentare zum Artikel
Vittel
04.01.2018 12:15 Uhr 1
Was sind wohl die Gründe für den Erfolg der Tagesschau?



Ich vermute das fortschreitende Alter unserer Gesellschaft und erste Konsolidierungstendenzen von Privat-TV Richtung ÖR
Kingsdale
04.01.2018 15:14 Uhr 2
Tja, die meisten älteren Menschen bleiben der Tagesschau treu, auch wenn die nicht über alles berichten. Da ist RTL wesentlich umfangreicher, z. B. bei den Protesten gegen die Erhöhung der GEZ-Gebühren hat die Tagesschau nicht darüber berichtet. Auch sonst fallen einige aktuelle Ereignisse bei der ARD unter dem Tisch um mehr über die Politik zu berichten. Ein Grund warum ich sie nicht schauen.
Blue7
04.01.2018 17:52 Uhr 3
Warum soll die ARD auch gegen GEZ-Gebühren berichten, die verdienen sich dadurch ja dumm und diblig. Zudem gibt es in der Tagesschau nur folgende Themen-Bereiche.

Politik, Krieg, ISIS, Katastrophen, Terror und Wetter
eis-fuchsi
05.01.2018 11:44 Uhr 4
was mich an den RTL-Nachrichten arg stört, ist der Sportblock

nach Fußball/Formel1 gibt es noch einen "spektakulären" Sprung eines Sportlers :roll:

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