Kritik des Monats: In Kenneth Branaghs Neuverfilmung des Krimiklassikers «Mord im Orient-Express» überstrahlt die visuelle Komponente selbst eine Superstar-Besetzung, die Namen wie Johnny Depp, Daisy Ridley und Penélope Cruz umfasst.
Jetzt hat Brangah jedoch Blut geleckt. Bereits im Frühling 2017 kündigte er an, gerne weitere Hercule-Poirot-Fälle als Regisseur und mit sich selbst in der Hauptrolle verfilmen zu wollen. Den Segen von Christies Urenkel James Prichard hat er bereits erhalten. Nun steht nur abzuwarten, ob das zahlende Publikum ausreichend in Kinotickets investiert, um weitere Branagh/Poirot-Filme zu rechtfertigen. Aber ganz gleich, was die filmwirtschaftliche Geschichtsschreibung eines Tages über diesen «Mord im Orient-Express» sagen wird – eines lässt sich schon jetzt nicht leugnen: Branagh hat sich außerordentlich bemüht, um seinem Publikum etwas für sein Kinogeld zu bieten – ganz gleich, ob es mit der Story bereits vertraut ist oder nicht.
Es ist allerdings nicht so, dass sich dies so anfühlen würde, als wolle der 56-Jährige krampfhaft sein vor Jahren neu gewonnenes Disney/Marvel-Publikum anlocken oder sich nach dem enttäuschenden «Jack Ryan: Shadow Recruit» endlich als Regisseur fetziger Streifen behaupten. Branagh, seit jeher ein Handwerksnostalgiker, setzt in «Mord im Orient-Express» auf bewährte, altmodische Mittel, um dieser Mördersuche zu Prunk zu verhelfen. Wie schon seine «Hamlet»-Verfilmung drehte Branagh «Mord im Orient-Express» mit 65mm-Filmkameras, was ein großes, natürliches Farbspektrum sowie ein gigantisches Bildformat mit sich bringt. Lobenswerterweise spendiert der verantwortliche Verleih 20th Century Fox dieser Großproduktion daher IMAX-Kopien (digital sowie analog), zudem wird er in ausgewählten Spielstätten als 70mm-Filmkopie aufgeführt.

• 1 Mord für 2 • Cinderella • Frankenstein • Hamlet • Jack Ryan • Jack Ryan: Shadow Recruit • Mord im Orient-Express • Shadow Recruit • Sleuth • Thor
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