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Seine Reporter-Karriere begann schon als aktiver Spieler

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Heute ist Basti Schwele die bekannteste Stimme bei Eishockey-Übertragungen. Einen Lieblingsverein, sagt er, hat er nicht. Wie auch? Er hat sein Herz stattdessen an die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verloren.

„Das Selbstbewusstsein eines Kommentators ist vergleichbar mit dem eines Spielers. Erntest du nach jeder Partie einen Shitstorm, wirst du dir vielleicht bald eine andere Stelle suchen.“ - Eishockey-Kommentator Basti Schwele


Sportrechte werden für Fernsehsender wichtiger und wichtiger: Große Events haben auch heute noch die Kraft, ganze Familien und Cliquen zum Live-Erlebnis vor den Fernseher zu holen. Doch auch hier befindet sich das Medium Fernsehen im Wandel: Rechte werden teurer und teurer und neue und innovative Player drücken auf den Markt. Eines haben alle gemeinsam: Ihre Sendungen lassen sie von Menschen machen, die ihren Sport leben, lieben und so emotional begleiten wie es sonst selten ist in der TV-Landschaft. Die, die lieben und leiden, wollen wir in dieser neuen Reihe zu Wort kommen lassen.

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Mal vorgestellt*

Wunsch-Trainer: Natürlich Hans Zach. Ich bereue nichts mehr, als niemals unter ihm trainiert zu haben. Wieso habe ich ihn damals nicht einfach angerufen und gefragt, ob ich mal mittrainieren kann?
Wunsch-Stadion: Ganz klar Zagreb. Ich kenne das Stadion aus der EBEL, das ist unvorstellbar. Die Zuschauer geben dort 60 Minuten lang Vollgas. Das ist das verrückteste Publikum überhaupt, es ist dort immer laut. Da kommen dir die Tränen in die Augen.
Wunsch-Position: „Mit meinen Skills würde ich heute nicht mehr linker Stürmer werden. Eher Verteidiger: Einfach einen einfachen ersten Pass spielen und immer hart auf den Mann gehen.“

*Basti Schwele auf die Frage, wie er entscheiden würde, wäre er ein gefragter Spitzen-Eishockey-Spieler
Er ist die eine Hälfte des wohl besten Kommentatoren-Duos, die das deutsche Eishockey derzeit zu bieten hat. Sebastian, von allen Basti genannt, Schwele. Der gebürtige Allgäuer ist heute 40 Jahre alt, hängte seine Schlittschuhe vor knapp zehn Jahren an den Nagel und ist quasi der Gegenpart von Rick Goldmann. „Nein, ich war nie ein begnadeter Eishockeyspieler“, berichtet er heute. Dabei hatte er – damals im Junioren-Bereich bei der Nachwuchsschmiede des ESV Kaufbeuren, durchaus gute Ansätze und Scorerpunkte. Letztlich erging es Schwele aber so wie vielen anderen Talenten. Ihm gelang der Sprung vom Nachwuchs- in den Profibereich nur schwerlich, sodass er sich mit unteren Ligen zufrieden gab und im Alter von 28 Jahren zum Fernsehen wechselte. Premiere hatte gerufen und ihn eine Saison lang als Kommentator der nordamerikanischen NHL eingesetzt. Nach einer Saison, also ab 2005, kommentierte er für den Pay-TV-Sender auch Begegnungen der DEL. Bis 2010 arbeitete er noch für Premiere/Sky, seit 2011 ist er unter anderem für Sport1 tätig. Dort ist er die Stimme der Eishockey-Nationalmannschaft – und somit hautnah dran am einzigen Team, dem er sein Herz wirklich verschrieben hat. „Ich habe das kürzlich wieder in Riga bei der Olympia-Qualifikation gesehen. Das war so emotional für mich,“ sagt der Wahl-Münchner, dessen Söhne im Nachwuchs des EHC München aktiv sind. „Ich habe sonst aber wirklich keinen Lieblingsverein“, verrät der 40-Jährige, der nun seit sieben Jahren schon fest angestellter Mitarbeiter beim inzwischen nur noch in Österreich aktiven Sender Servus TV ist. Über die Zeit beim deutschen Servus TV schwärmt er heute noch: „Wir durften uns vier Jahre lang wirklich ausleben, eigene Ideen einbringen. Wir haben nie gehört, dass etwas wegen finanzieller Dinge nicht umsetzbar sei“, berichtet er. Echter Luxus eben.

Telekom Eishockey: Die Preisgestaltung

  • Für Entertain-Kunden: Ohne zusätzliche Kosten
  • Festnetz- und Mobilfunkkunden mit Laufzeitvertrag und Internetzugang: 24 Monate kostenfrei, danach 4,95 Euro pro Monat
  • Nicht-Telekom-Kunden: 9,95 Euro pro Monat bei Abschluss eines Jahres-Abos, 16,95 Euro bei Abschluss eines Monats-Abos
Für den zu Red Bull gehörenden österreichischen Sender berichtet er auch in der kommenden Spielzeit aus der dort obersten Eishockey-Liga, der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL). Daneben wird er in Deutschland auch bei der Telekom und bei Sport1 zu hören sein. Die Telekom überträgt ab kommendem Wochenende bekanntlich erstmals in der deutschen Eishockeyhistorie alle mindestens 410 Spiele live – für ihre Kunden teils sogar ohne Zusatzkosten. Eine Sonntagspartie pro Spieltag wird zudem auch für Sport1 im Free-TV produziert. Für die Zuschauer von Sport1 wird sich kaum etwas ändern. Viele Stimmen sind von den Vorjahren bekannt. Je ein Spiel am Freitag und eben das Sport1-Spiel am Sonntag sollen, so sagt Schwele, mit etwas höherem Übertragungsaufwand hergestellt werden. Die restlichen Spiele werden mit weniger Kameras gesendet - „was aber nicht heißt, dass das Eishockey-Erlebnis dadurch schlechter wird“, sagt der 40-Jährige.

Vor allem für den Reporter vor Ort ändern sich dann aber die Abläufe. Bei sechs der sieben Spiele pro Spieltag ist der Kommentator auch Moderator und Interviewer in einem. „Das ist nicht so einfach, weil du im 15 Minuten langen Vorlauf ja andere Themen angehen willst wie dann während des Spiels.“, sagt er. Viel Arbeit also, die auf ihn zu kommt – und das nach einer fast nicht vorhandenen Sommerpause. Noch im Mai war er für Sport1 bei der Weltmeisterschaft aktiv, im Sommer arbeitete er für Servus TV in Sachen Fußball und MotoCross und bleib natürlich auch am Eishockey-Geschehen dran.

Schwele weiß, unter welcher Beobachtung TV-Kommentatoren stehen. Abgesehen von zu erlernenden Grundkenntnissen komme es für jeden Fernsehreporter letztlich darauf an, beim Publikum anzukommen. „Das Selbstbewusstsein eines Kommentators ist vergleichbar mit dem eines Spielers. Erntest du nach jeder Partie einen Shitstorm, wirst du dir vielleicht bald eine andere Stelle suchen,“ sagt er schmunzelnd.

Telekom-Sport

In der kommenden Saison überträgt die Telekom alle Spiele der BBL und DEL. Eishockey kommt also neu dazu. Da die Telekom selbst aber keine TV-Programme gestalten darf, ist dafür ein Programmanbieter nötig. Daher hat die KEK, also die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich, nun zwei Sender, einen Basketball- und einen Eishockeykanal von thinXpool zugelassen. Hinter der Firma steht Albrecht Schmitt-Fleckenstein, früherer «ran»- und arena-Chef, der mit seiner Crew zuletzt Eishockey für Servus TV machte und auch die BBL-Übertragungen der Telekom. Für Fans von Eishockey und Basketball ändert sich inhaltlich künftig also wenig.
Bis sich sein eigener und durchaus beliebter Stil des Kommentierens entwickelt habe, sei einige Zeit vergangen. Eine wirkliche Ausbildung gibt es in diesem Bereich schließlich nicht. Und so war es eher Schweles Prämisse, sich Dinge von Kollegen abzuschauen, die er ganz bewusst anders machen wolle. „Insofern habe ich schon eine Auswahl an Dingen von Kollegen übernommen – aber eben eher Sachen, die mir nicht gefallen haben“, sagt er heute selbstbewusst.

Mit Blick auf seine kommenden Einsätze in der DEL prophezeit Schwele dem Aufsteiger Fischtown Pinguins eine schwere erste Saison im Eishockey-Oberhaus. Ganz oben vermutet er derweil wieder alte Bekannte: Köln, Mannheim und seine Wahlheimat München. Begrüßen würde er zudem, wenn die Funktionäre sich endlich für einen sportlichen Auf- und Abstieg entscheiden könnten, gerne nach Schweizer Vorbild, wo es eine Relegation zwischen dem letzten der ersten Liga und dem ersten der zweiten Liga gibt. „Das bringt den Klubs auch nochmal Zuschauer und nochmal Einnahmen. Und es beschwert sich selbst dann keiner, wenn es dem Zweitligisten nur einmal in zehn Jahren gelingt, den Erstligisten in einer Siebener-Serie zu bezwingen.“

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