Soap-Check

Soap-Check 2014: Verluste, wohin das Auge blickt

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Es war kein gutes Jahr für deutsche Dailys. «GZSZ» traf es besonders hart, aber es gab auch zwei Überraschungssieger – und das ausgerechnet im Ersten.

«Verbotene Liebe»

  • 2013: 1,18 Mio. (6,9% - 14-49: 4,6%)
  • 2014: 1,17 Mio. (7,0% - 14-49: 4,6%)
Reichweite + Quote ab 3 - Quote 14-49
Diese Bilanz wird sich das Team der «Verbotenen Liebe» (werktags um 18.00 Uhr im Ersten) noch einmal ausdrucken. Ende Januar endet das Format als Daily und wird zur wöchentlichen Freitags-Serie umgewandelt. Der Grund: Über Jahre hinweg unterdurchschnittliche Quoten. 2014 war unter dem Strich für deutsche Dailys kein einfaches Jahr. Die kompletten zwölf Monate hinweg wurden acht solcher Seifenopern im mehr oder weniger klassischen Sinn auf drei Sendern gezeigt. Nur zwei Formate verbesserten ihre Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr – darunter eben auch die sonst strauchelnde Vorabendsendung «Verbotene Liebe».

Bevor aber zu viel Freude aufkommt: Auch weiterhin lassen die Ergebnisse eigentlich zu wünschen übrig. Insgesamt blieb die Reichweite gegenüber dem Jahr 2013 fast unverändert: Rund 10.000 Zuschauer gingen flöten, im Schnitt erreichte die Glamour-Daily 1,18 Millionen Menschen ab drei Jahren. Das hatte aber in der Tat positive Auswirkungen auf die Quoten. Hier verbesserte sich die Produktion von UFA Serial Drama im Jahrestrend um 0,1 Punkte auf nun sieben Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen, die im werbefinanzierten Vorabend nicht ganz unwichtig sind, bestätigte man die 4,6 Prozent des Vorjahrs. Ab Februar wird das «Quizduell» die Geschichten um die Lahnsteins im Vorabend ersetzen.

«Rote Rosen»

  • 2013: 1,63 Mio. (16,8% - 14-49: 5,8%)
  • 2014: 1,61 Mio. (17,1% - 14-49: 6,3%)
Reichweite + Quote ab 3 - Quote 14-49
Größter Gewinner unter den Dailys ist derweil die auf Zuschauer über 40 zugeschnittene Serie «Rote Rosen», die im Ersten werktags um 14.10 Uhr zu sehen ist. Das Format von Studio Hamburg Serienwerft Lüneburg setzt seinen Aufwärtstrend weiter fort. Schon Ende 2013 vermeldete man ein Plus von 0,8 Punkten bei der Gesamtquote, 2014 waren es noch einmal 0,3 Punkte mehr. Im Schnitt kommt die gut 45 Minuten lange Serie nun auf 17,1 Prozent Marktanteil. Die Reichweite blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert: 1,61 Millionen sahen durchschnittlich zu, das sind etwa 20.000 weniger als noch 2013.

Erstaunlich ist das Abschneiden der Serie beim jüngeren Volk. Obwohl nicht explizit für die 14- bis 49-Jährigen gemacht, kommt die Produktion hier inzwischen auf 6,3 Prozent und liegt damit auf Senderschnitt. Gegenüber dem Jahr 2013 gelang ein Zuwachs um 0,5 Punkte und somit der größte Sprung aller Soaps in dieser Altersklasse.

«GZSZ»

  • 2013: 3,25 Mio. // 20,3%
  • 2014: 2,91 Mio. // 17,8%
Reichweite ab drei / Quote 14-49
Denn: Alle anderen Formate ließen Federn. Besonders hart traf es «Gute Zeiten, schlechte Zeiten», das sich in den Jahren zuvor recht stabil bei mehr als 20 Prozent hielt und damals noch dem schon beginnenden Abwärtstrend der Soaps trotzte. Umso bitterer fiel die Jahresbilanz 2014 aus. Zwar läuft die Serie rund um Jo Gerner und Co. immer noch deutlich oberhalb des RTL-Senderschnitts, von den 20 Prozent bei den Werberelevanten hat sich das Format von UFA Serial Drama aber deutlich entfernt. Ein Minus von 2,5 Punkten steht unter dem Strich geschrieben – 17,8 Prozent der Werberelevanten Zuseher machen die Ur-Soap aber immer noch zur erfolgreichsten täglichen Serie. Zudem ist das Format nachwievor oftmals noch die Sendung mit den meisten jungen Zuschauern eines Tages.

«Alles was zählt»

  • 2013: 2,46 Mio. // 14,7%
  • 2014: 2,24 Mio. // 13,1%
Reichweite ab drei / Quote 14-49
Und dennoch: Ein Abwärtstrend ist nicht zu leugnen. Kam man 2013 noch auf knapp 3,3 Millionen Zuschauer im Schnitt, so waren es 2014 noch 2,91 Millionen. Größere Umbauten im Cast sollen im neuen Jahr nun ein weiteres Abrutschen verhindern. Das trifft übrigens auch auf das davor laufende «Alles was zählt» zu, das ab Ende Januar einen kompletten Relaunch und damit verbunden auch eine in den 90ern spielende zweite Erzählebene verpasst bekommt. Dabei hatte die Tanz-Soap im Jahr 2014 nicht so viel verloren wie «GZSZ».

Und dennoch besteht Handlungsbedarf. Mit nur noch 13,1 Prozent Marktanteil liegt die UFA-Serie mittlerweile ein Stück unter dem Senderschnitt des Kölner Kanals RTL. Die Reichweite minimierte sich im Schnitt um 220.000 Menschen auf noch 2,24 Millionen. In diesem Bereich beschleunigten sich die Verluste sogar. 2012 zum Beispiel sahen noch 2,60 Millionen Bundesbürger ab drei Jahren die ab 19.05 Uhr gesendeten Episoden rund um die Familie Steinkamp. «Alles was zählt» war somit die RTL-Soap mit den niedrigsten Marktanteilen in 2014.

«Unter Uns»

  • 2013: 1,49 Mio // 15,5%
  • 2014: 1,28 Mio. // 13,5%
Reichweite ab drei / Quote 14-49
«Unter Uns», das vor allem Ende des vergangenen Jahres wegen des schwachen Vorlaufs von «Berlin Models» viele Federn lassen musste, beendete 2014 mit einem Quotenschnitt von noch 13,5 Prozent. Das ist ein Minus von zwei Punkten. Die Geschichten aus der Schillerallee haben sich somit ebenfalls dem Senderschnitt angenähert und auch hier sollten die Produzenten über eine größere Überarbeitung nachdenken. Rund 200.000 Zuschauer gingen gegenüber 2013 verloren – im Schnitt erreicht das Format nun noch 1,28 Millionen.

«Berlin - Tag & Nacht»

  • 2013: 1,26 Mio. (12,5%)
  • 2014: 1,13 Mio. (11,6%)
Reichweite ab drei / Quote 14-49
Und auch die Shooting-Stars der jüngeren Vergangenheit, die authentischen Soaps von RTL II, blieben von der Schwäche der Dailys nicht mehr verschont. «Berlin – Tag & Nacht», der 19-Uhr-Hit, verlor 2014 rund 130.000 Zuschauer ab drei Jahren. Bei den wichtigen 14- bis 49-Jährigen sanken die Werte von 12,5 Prozent (2013) auf nun noch 11,6 Prozent. Die Schwäche der Berliner Chaos WG mag auch ein Stück weit damit zusammenhängen, dass «Köln 50667» im zurückliegenden Jahr auch inhaltlich so einige Schwächen aufzuweisen hatte.

«Köln 50667»

  • 2013: 0,89 Mio. (11,5%)
  • 2014: 0,71 Mio. (9,7%)
Reichweite ab drei / Quote 14-49
Die Serie, die zuletzt überdurchschnittlich viele Aussteiger zu beklagen hatte, verschlechterte sich sogar um 1,8 Punkte auf nun noch 9,7 Prozent. Im ersten Jahr des um 18.00 Uhr laufenden und von filmpool kommenden Formats wurden 11,5 Prozent gemessen. Die Episoden des Jahres 2013 erreichten im Schnitt 0,86 Millionen Zuschauer, 2014 verschlechterte sich dieses Ergebnis auf noch 0,71 Millionen, was einem Wegbruch von etwa 150.000 Menschen pro Folge im linearen TV entsprach. Nicht miteinberechnet sind übrigens die Abrufzahlen der On-Demand-Angebote der Sender. Und dort funktionieren Sendungen wie «Verbotene Liebe» oder «Berlin – Tag & Nacht» zumeist besonders gut.

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