Die Kritiker

«Kommissar Marthaler: Partitur des Todes»

von

Schnell, atmosphärisch, clever: Kommissar Marthaler kehrt auf die Bildschirme zurück und überzeugt ein weiteres Mal.

Inhalt


Hinter den Kulissen

  • Regie: Lancelot von Naso
  • Drehbuch: Lancelot von Naso und Uwe Hasenheit
  • Produktion: Susanne Freyer
  • Kamera: Felix Cramer
  • Szenenbild: Christian Schäfer
  • Schnitt: Dirk Grau
An Bord eines Frankfurter Restaurantschiffes sterben fünf Menschen, der Besitzer des Betriebs verschwindet daraufhin von der Oberfläche. Spuren und Verdächtige finden Kommissar Marthaler und sein Team zwar wie Sand am Meer, ein wirklich plausibles Motiv dagegen nicht. Somit müssen die Ermittler sämtlichen nur erdenklichen Theorien nachgehen, was die Arbeit jedoch nicht gerade erleichtert – Marthaler droht, den Überblick zu verlieren.

Galt der blutige Angriff nur einem einzigen Gast und eskalierte im Chaos? Oder wurden sämtliche Opfer gezielt getötet? Spielte womöglich die Herkunft des türkischstämmigen Pächters in diese Ereignisse hinein? Als klar wird, dass neben dem Restaurantbesitzer auch eine Augenzeugin verschwand, nimmt der Fall eine neue Wende …

Darsteller


Matthias Koeberlin («Der Geschmack von Rost und Knochen») als Robert Marthaler
Julia Jentsch («Sophie Scholl - Die letzten Tage») als Kirsten Höppner
Jürgen Tonkel («Der Untergang») als Kai Döring
Claudio Caiolo («Die fetten Jahre sind vorbei») als Carlo Sabato
Tim Seyfi («Gegen die Wand») als Manfred Petersen
Anke Sevenich («Lerchenberg») als Elvira
Mirjam Weichselbraun («Die Frau in mir») als Dr. Thea Hollmann
Yung Ngo («Eine mörderische Entscheidung») als Hotschi
Loretta Stern («Heiter bis tödlich - Nordisch herb») als Valerie Rochard
Thorsten Merten («Der Rücktritt») als Dr. Meissner

Kritik


Mit «Partitur des Todes» flimmert zum zweiten Mal ein öffentlich-rechtlicher, in Frankfurt spielender Krimi aus der Feder Matthias Altenburgs über die Mattscheiben. «Die Braut im Schnee», der erste Film, der auf den unter dem Pseudonym Jan Seghers veröffentlichten Geschichten basiert, kam 2012 weitestgehend sehr gut beim Publikum an, wobei in der Presse vor allem der realistisch-nachdenkliche Tonfall herausgestellt wurde. Diese Stimmungslage versucht nun «Partitur des Todes» zu rekreieren, gleichwohl erhöhen ein reißerisches Intro, Verfolgungsjagden sowie ein nervenaufreibendes Finale den im Vorläufer noch klein gehaltenen Actiongehalt.

Dies gelingt zum Auftakt vollauf: Zügig lässt Regisseur Lancelot von Naso das Attentat am Zuschauer vorbeiziehen, illustriert es in schattigen, atmosphärischen Bildern. Und schon beginnen die Ermittlungen. Atempausen sind im zweiten TV-Fall Marthalers rar gesät, im ersten Akt des Neunzigminüters prasseln die Informationen auf den rauen, dennoch herzlichen Kommissar ohne Unterlass nieder. Der Verlauf der Ermittlungen bleibt dank der in stimmungsreich-dunklen Farben getauchten, bodenständigen Inszenierung und den kurzen, griffigen Dialogen durchweg übersichtlich und wirkt bei aller Rasanz nie hektisch. «Partitur des Todes» nimmt das Publikum nicht bei der Hand, bleibt aber verständlich: Zwar ist es möglich, bei der Vielzahl an Spuren mitunter ein paar Details aus den Augen zu verlieren, einen groben Überblick können Figuren und Zuschauer dennoch stets bewahren.

Die stilvoll inszenierten Verfolgungsjagden wiederum, die in den Fall eingestreut sind, erscheinen aufgesetzt und wirken erst recht im Vergleich zum ersten Fall der Reihe wie erzwungene Adrenalinspritzen, die das Publikum wachrütteln sollen. Da auch diese Szenen, wie schon die Ermittlungen, mit knackigem Tempo erzählt werden, stören diese Einsprengsel allerdings nicht so sehr, als dass sie den Gesamteindruck maßgeblich trüben könnten. Ärgerlicher sind die Patzer, die Marthaler begeht, damit sich der Fall gegen Ende spannungstechnisch zuspitzen kann: Obwohl die Titelfigur als teamfähig und besonnen etabliert wird, übt sie sich zahlreich in Alleingängen und bringt sich damit mitunter unnötig in Gefahr. Da galt das Augenmerk der Verantwortlichen mehr einer telegenen Spannungskurve denn einer konsequenten Charakterisierung des Titelhelden.

Positiv sticht im schauspielerisch makellosen Kriminalfilm dafür hervor, mit welcher Effizienz rund um die zentralen Ermittlungen die Nebenfiguren charakterisiert werden: Marthaler begegnet Zeitgenossen jeglicher Nationalität, und auch, wenn die Herkunft der Figuren thematisiert wird (nicht zuletzt dadurch, dass ein Kollege Marthalers „die Ausländer“ beschuldigt, den fünffachen Mord begangen zu haben), so verzichten die Filmemacher auf die üblichen Stereotypen. Und auch auf Polizistenseite werden die üblichen TV-Krimistilmittel wie der launische Chef oder Turteleien unter Kollegen ganz beiläufig und wirklichkeitsnah variiert.

Das Finale, schlussendlich, kommt nach all diesem Aufbau viel zu rasch und gibt sich, anders als das Intro, zu hochtrabend, womit die etablierte Atmosphäre im Bleihagel untergeht. Da die Story jedoch zu einer schlüssigen Auflösung getrieben wird und der Weg zum Finale überaus sehenswert ist, macht «Kommissar Marthaler: Partitur des Todes» Lust auf weitere Fälle aus dieser modernen, smarten Krimireihe.

«Kommissar Marthaler: Partitur des Todes» ist am 14. April 2014 ab 20.15 Uhr im ZDF zu sehen.

Kurz-URL: qmde.de/70133
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