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«Big Brother»-Nachfolger: Sat.1 sichert sich «Utopia»-Rechte

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Die neueste Erfindung von John de Mol wird in Sat.1 zu sehen sein. Saniert der Privatsender damit seinen Vorabend? Was ProSiebenSat.1-Chef Wolfgang Link zu dem Deal sagt.

Erfolgreich in Holland

Nach zwischenzeitlichem Abschwung ist die Sendung in Holland ein klarer Erfolg für SBS6: Hier unser Quoten-Update.
Seit fast einem Jahr zeigt Sat.1 am Vorabend lediglich Wiederholungen von «Navy CIS»  - die unterdurchschnittlichen Marktanteile in der Zielgruppe sind deshalb nicht so wild, weil keine allzu hohen Rechtekosten anfallen. Auf Dauer aber soll dies keine Lösung sein. Am Rande der MIPTV in Cannes wurde am Montag bekannt, dass der Münchner Sender das Rennen im Kampf um John de Mols neuen Reality-Hit «Utopia»  gemacht hat. Die Reality-Show, die als Nachfolger von «Big Brother»  gesehen wird (auch dieses Format erfand de Mol vor rund 15 Jahren), holt beim niederländischen Privatsender SBS6 weit überdurchschnittliche Zuschauerzahlen, wird dort montags bis freitags eine halbe Stunde lang am Vorabend ausgestrahlt.

Die deutsche Variante wird Talpa Media wieder zusammen mit Schwartzkopff TV herstellen – die Unternehmen arbeiten unter anderem schon bei der Produktion von «The Voice of Germany»  für den Konzern zusammen. «Utopia» ist auf ein Jahr angelegt. 15 Kandidaten ziehen auf ein abgelegenes Stück Land, um dort eine eigene Gesellschaft zu gründen.
«Utopia» - wirklich die stärkere Grundidee?
Nein, «Big Brother» kann damit nicht getoppt werden.
28,1%
Ja, die Grundidee ist spannender.
71,9%


Sie müssen sich selbst Regeln aufstellen, wie sie miteinander leben wollen. Zu Beginn steht ihnen nur ein recht geringes Startkapital zur Verfügung – daraus müssen sie alles aufbauen. Sie müssen selbst für Nahrung und Infrastruktur sorgen. Anders als bei «Big Brother» besteht Kontakt zur Außenwelt, via Telefon oder World Wide Web. Entsprechend bekommt jeder der 15 Kandidaten auch Feedback der «Utopia»-Fans. Einmal im Monat scheidet ein Kandidat nach einer Nominierung aus, ein neuer zieht in die Gesellschaft ein.

Wolfgang Link, Chef der deutschen ProSiebenSat.1-Sender, sagte am Montag: "Mit «Utopia»  sichert sich Sat.1 das aufregendste Format, das derzeit auf dem TV-Markt zu haben ist. Gelingt es einer Gruppe von Menschen ohne Regeln, ohne Vorgaben von außen, eine ideale Welt zu erschaffen oder scheitern sie kläglich? Nach «The Voice» und «The Voice Kids»  werden wir mit diesem außergewöhnlichen, sozialen Experiment im Rahmen einer spannenden Reality-Show die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Talpa und John de Mol weiterführen." Weitere Details zu «Utopia» sind noch nicht bekannt – die Show benötigt einen gewissen Vorlauf.

Möglich aber ist, dass der Münchner Sender die erste Staffel noch im Herbst auf Sendung bringt. Auch in den USA steht das Format übrigens in den Startlöchern – dort hat FOX zugeschlagen. Der Sender will die Show ab Herbst drei Mal pro Woche ausstrahlen. Bei gerade einmal zwölf Primetime-Stunden pro Woche ein echtes Bekenntnis für die de Mol-Show.

Welche Auswirkungen der Einkauf auf eine eigentlich geplante zweite Staffel von «Promi Big Brother»  haben wird, ist hingegen unklar. Trotz überdurchschnittlicher Quoten gilt die erste Edition des Formats, die Sat.1 vergangenen Spätsommer zeigte, als Flop. Nach tollem Start, angeheizt vom Kandidaten David Hasselhoff, sanken die Marktanteile an einzelnen Tagen sogar unter den Senderschnitt. «Promi Big Brother» wurde von Endemol Deutschland hergestellt – der Firma, mit der de Mol inzwischen nichts mehr zu tun hat.

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