Film-Check

Filmcheck: «Ratatouille»

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Wie gut kam der beliebte Pixar-Kinohit «Ratatouille» bislang bei seinen Free-TV-Ausstrahlungen an?

Ein computeranimierter Kinofilm über eine Ratte, die davon träumt, Sternekoch zu werden – Finanzspezialisten weltweit rümpften angesichts dieses Konzepts die Nase und sagten den Pixar Animation Studios ihren ersten finanziellen Flop vorher. Und selbst einige weniger oberflächlich denkenden Filmexperten waren unsicher, ob die viel gefeierte Traumfabrik aus Emeryville nicht auf dem besten Wege ist, einen Fehlschlag zu erleiden. «Ratatouille» entstand zu einer Zeit des Umbruchs bei Pixar: Für einen Großteil der Vorproduktionsphase sah es so aus, als könnte diese Produktion der erste Film des Studios sein, der ohne Beteiligung des Finanziers und Verleihers Disney vervollständigt wird. Das Verhältnis zwischen Disney und Pixar war Mitte der 2000er-Jahre aufgrund vertraglicher Uneinigkeiten angespannt, weshalb die Pixar-Führungsetage zwischenzeitlich in Erwägung zog, ab «Ratatouille» vollkommen selbstständig zu operieren. Parallel dazu entwickelte sich die von Jan Pinkava erdachte Ratten-Geschichte aber zu einem Pixar-Sorgenkind, da der ursprüngliche Autor und Regisseur seiner Handlung keinen zufriedenstellenden Tonfall zu verleihen vermochte.

Im Jahr 2005 übernahm dann «Die Unglaublichen»-Regisseur Brad Bird die Leitung hinter dem modernen Pariser Märchen und formierte es zu einer amüsant-herzlichen Abhandlung über künstlerisches Schaffen. Ein Jahr später konnten zudem Disney und Pixar endgültig ihr Kriegsbeil begraben, womit auf der logistischen Seite für «Ratatouille» alles in Ordnung schien. Mit dem Kinostart im Jahr 2007 konnten Brad Bird und Co. dann allen Zweiflern beweisen, dass die Filmidee hinter «Ratatouille» ihr Publikum findet: Weltweit nahm die von Kritikern als Meilenstein der Trickgeschichte bezeichnete Produktion mehr als 623,72 Millionen Dollar allein an den Kinokassen ein, in Frankreich strömten 7,84 Millionen Filmliebhaber in die Lichtspielhäuser und in Deutschland landete der Film mit 6,11 Millionen verkauften Tickets auf Rang drei der Kino-Jahrescharts (und überholte sogar Disneys Megablockbuster «Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt»). Zudem erhielt «Ratatouille» fünf Oscar-Nominierungen und gewann den begehrten Goldjungen in der Sparte „Bester Animationsfilm“.

Bei solch einem riesigen Erfolg stand es wohl außer Frage, dass «Ratatouille» auch im deutschen Free-TV eine furiose Premiere feiert: 4,55 Millionen Filmfans verhalfen Sat.1 am 22. April 2011 zu furiosen 15,7 Prozent Marktanteil insgesamt, bei den 14- bis 49-Jährigen kamen 2,82 Millionen und beeindruckende 25,5 Prozent zustande.

Am 20. November 2011 wiederholte ProSieben «Ratatouille» im Rahmen eines Disney-Thementages, und die Fernsehenden schalteten erneut begeistert ein. Ab 20.15 Uhr verfolgten 2,47 Millionen Menschen das Pixar-Meisterwerk, darunter befanden sich 1,65 Millionen Werberelevante. Somit generierte der Münchener Sender fantastische 14,4 Prozent insgesamt und 23,5 Prozent in der Zielgruppe.

Auch weitere Sat.1-Wiederholungen kamen bei den 14- bis 49-Jährigen sehr gut an: Im April 2012 standen zur besten Sendezeit 12,0 Prozent zu Buche, nur einen Monat später holte der moderne Klassiker um 18 Uhr erstaunliche 19,9 Prozent bei den Werberelevanten. Am zweiten Weihnachtstag 2012 brachte es eine weitere Ausstrahlung um 15.05 Uhr noch auf 13,8 Prozent bei den Jüngeren – lediglich eine weitere Auswertung sank am Tag darauf um 12 Uhr knapp unter den Sat.1-Senderschnitt. Mit 9,8 Prozent befand sich Brad Birds zweite Pixar-Regiearbeit dennoch im grünen Bereich.

Solch ein hoher Wert steht für den Disney Channel vorerst wohl kaum zu erwarten. Andererseits: Welcher Film wäre eher für unerwarteten Erfolg prädestiniert als der überraschend populäre Film über eine Ratte, die erstaunlich gut kochen kann?

«Ratatouille» ist am Samstag, dem 18. Januar 2014, um 20.15 Uhr im Disney Channel zu sehen.

Kurz-URL: qmde.de/68486
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