Hingeschaut

«Jugendliebe»: Schema-F lässt grüßen

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Mit bekanntem Muster bringt Inka Bause in der neuen RTL-Sendung ehemals verliebte Paare zusammen.

Inka Bause vor der Kamera, Inka Bause aus dem Off, romantische Musikuntermalung und Menschen, die andere Menschen suchen. Mehr braucht es für eine RTL-Sendung nicht. Am Sonntagabend strahlte RTL das neue Bause-Format «Jugendliebe» zum ersten Mal aus. Es handelt sich dabei um einen Mix aus den erfolgreichen Sendungen «Vermisst», «Schwiegertochter gesucht» und «Bauer sucht Frau» – gute Voraussetzungen für Marktanteile über dem Senderschnitt.

Ähnlich wie bei «Vermisst» geht es in der neuen Sendung um Menschen, die andere Menschen, die sie im Laufe ihres Lebens aus den Augen verloren haben, suchen. Wie der Titel «Jugendliebe» schon sagt, bringt Inka Bause ehemals verliebte Frauen und Männer wieder zusammen. Im ersten Fall der Sendung geht es um Rolf und Karin, die in den 60er Jahren für fast zwei Jahre ein Paar waren. Dann trennten sich die Wege der beiden.

Die Vorgehensweise in der Sendung ist nicht neu: Musikuntermalung ist fast allen Szenen und ein Blick in die Vergangenheit darf natürlich auch nicht fehlen. Inka Bause besucht zuerst Rolf, der seine ehemalige Freundin sucht. Er erzählt, wie er die Beziehung damals gesehen hat. Dann macht sich Inka Bause mit allerlei Erinnerungen von damals und einem Brief von Rolf auf den Weg zu Karin.

Diese weiß anfangs scheinbar von nichts und ist freudig überrascht, als sie bemerkt, dass Rolf nach ihr sucht. Karin schreibt einen kurzen Brief an ihren ehemaligen Partner, den Inka Bause diesem bei ihrem nächsten Treffen überreicht. Sichtlich gerührt nimmt Rolf zur Kenntnis, dass Karin ihn auch wiedersehen will. Die Szene ist perfekt, als Karin schließlich den Raum betritt und ihren Ex-Freund damit überrascht.

Ähnlich wie in diesem Fall geht es auch bei den weiteren Paaren zu. Wenn RTL in die Vergangenheit der Menschen blickt, sind auch immer einige Ereignisse aus dem aktuellen Jahr zu sehen. Nadine und Dominik haben sich beispielsweise 1998 kennengelernt. Im gleichen Jahr trauert die Welt um Prinzessin Diana und Gerhard Schröder beendet in Deutschland die Ära Kohl. So weit, so gut – damit können die Zuschauer das jeweilige Jahr wenigstens einordnen. Aber dann fängt RTL tatsächlich an, das Leben der Verliebten in der Vergangenheit mit Schauspielern darzustellen. Als ob sich der Durchschnitts-Zuschauer das nicht auch so aus den Erzählungen vorstellen kann.

«Jugendliebe» ist zwar neu, die Idee dahinter aber keinesfalls innovativ. Der Stil erinnert stark an «Vermisst», nur dass hier nicht Julia Leischik, sondern Inka Bause moderiert. Und natürlich die Tatsache, dass es speziell um ehemals Verflossene geht. Die exzessive Musikuntermalung gibt es auch bei «Schwiegertochter gesucht» schon, bei «Jugendliebe» wird aber eher auf Romantik als auf Comedy gesetzt. Frei nach dem Motto "Schema-F lässt grüßen" lässt sich sagen, dass die Rezepte für eine erfolgreiche Sendung damit gelegt sind, gute Quoten nicht unwahrschreinlich. Und ein späterer Sprung in die Primetime am Montag ist ebenfalls nicht ausgeschlossen - ähnlich wie bei anderen Formaten, die RTL zunächst am Sonntagvorabend testete.

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