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Bis zu 49,1 Prozent Marktanteil in Frankreich - «R.I.S.» startet nun in Deutschland

von  |  Quelle: Quotenmeter.de/Sat.1
In Berlin-Tempelhof wird sie produziert – die neue Sat.1-Serienhoffnung «R.I.S.» Die Abkürzung steht für Rechtsmedizinische Investigative Sonderkommission. Wissenschaftler und Polizisten machen sich gemeinsam auf die Suche nach Spuren und Tätern. In einer großen Halle werden die Studioszenen der Serie gedreht, in den Hauptrollen sind Julian Weigend, der ewige Assistent von Schimanski, Proschat Madani, Jana Klinge, Tillbert Strahl-Schäfer und Hansa Czypionka zu sehen.

Philip Jacobi ist der Chef der Truppe. „Philip hat einen verletzlichen Kern“, beschreibt Darsteller Weigend seine Figur. „Seinen Mitarbeitern gegenüber ist er ein konsequenter Chef und Partner, da ist keine Hierarchie, die nach außen getragen wird.“ Dennoch: Die mysteriösen Umstände, unter denen seine Frau damals ums Leben kam nagen sichtbar an ihm. „Dieser Handlungsstrang wird noch für viel Spannung sorgen, das kann ich versprechen“, so Julian Weigend.

Weigend (Bild) selbst wurde 1971 geboren, begann seine Theaterlaufbahn im Jahr 1992. Im Jahr darauf stand er erstmals vor der Kamera – in Heide Pils’ «Schöndorf». Neben seiner Rolle als Assistent Schimanskis ist Weigend auch aus verschiedenen Sat.1-Produktionen bekannt, unter anderem spielte er in «Himmel über Australien» oder in der Serie «Bis in die Spitzen» mit. Vor allem über seinen langjährigen Partner George ist er voll des Lobes. „Wenn es einen Star in Deutschland gibt, dann ist es Götz George“, sagt er. „Er hat mir von Anfang an das Gefühl gegeben, dass wir ein Team sind“, so der 36-Jährige. Gerade von George habe er viel gelernt, auch für die Rolle als «R.I.S.»-Chef.

Die Serie «R.I.S.» mag vielleicht im ersten Moment an das allgegenwärtige «CSI» erinnern, kommt im Original aber aus Italien. Im Jahr 2005 startete das Krimiformat dort unter gleichem Titel beim Sender Canale 5. Der Erfolg war Bahn brechend. 8,33 Millionen Menschen sahen die Premierenepisode, was einem Marktanteil von 29,7 Prozent entsprach. Die direkt im Anschluss gezeigte zweite Folge kam sogar auf über 31 Prozent Marktanteil. Auch beim Season-Finale Mitte Februar 2005 war «R.I.S.» klarer Tagessieger. 8,37 Millionen Italiener sahen die zwölfte Episode und bescherten Canale 5 damit 33,6 Prozent Marktanteil.

Mit diesen Werten konnten die Quoten ein Jahr später nicht mehr ganz mithalten, dennoch liefen die 16 Folgen der zweiten Runde zur vollsten Zufriedenheit der italienischen Senderchefs. Die Serie lief dort in Doppelfolgen – an acht Sonntagen. Drei Mal war das Format Primetime-Sieger – kam regelmäßig auf rund 25 Prozent Marktanteil. Das Season-Finale sahen noch 5,80 Millionen Italiener (24,99 %).




Der große Erfolg in Italien ließ die französischen Fernsehmacher hellhörig werden. Exakt ein Jahr nach der Erstausstrahlung in Italien ging das Format in Frankreich on Air. Am 12. Januar 2006 startete TF1 «R.I.S.» ebenfalls in Doppelfolgen, immer von 20.50 bis 22.35 Uhr. Die Quoten dürften die Verantwortlichen wohl selbst umgehauen haben. Die französische Adaption war noch weitaus erfolgreicher als im Ursprungsland. 10,46 Millionen Zuschauer sahen die Premierenfolge, was einem Marktanteil von 40,9 Prozent bei den Zuschauern ab vier Jahren entspricht.

Vor allem bei den Frauen unter 50 ist die Serie der Renner. Bis zu 49,1 Prozent Marktanteil erreicht «R.I.S.» in dieser Gruppe. Die höchste Zuschauerzahl erreichte TF1 mit Episode 5 (11,12 Millionen Zuschauer) – der Marktanteil lag hier bei fast 44 Prozent der Zuschauer ab vier Jahren. Mit allen Folgen der ersten Staffel war TF1 Tagessieger. Nach dem sensationellen Erfolg ließ TF1 sofort eine zweite Staffel produzieren, die derzeit in Frankreich zu sehen ist. Auch in Italien ist das Format on Air – die dritte Staffel umfasst 16 Folgen im Ursprungsland.

Marktanteile von 30 Prozent und mehr dürften hier in Deutschland utopisch sein. Ohnehin spricht Joachim Kosack, der Produzent der Serie und künftiger Sat.1-Serienchef, nicht gerne über konkrete Zielvorgaben. Vielmehr konzentriert er sich auf die Stärke des Formats: «R.I.S.» habe eine ganz eigene Handschrift entwickelt ist von ihm zu hören. „Diesen Weg sind wir mit der deutschen Ausgabe von «R.I.S.» konsequent und einfühlsam zugleich weitergegangen.“ Besonders wichtig sei es, dass ein eigenproduziertes Format auch die Mentalität der Zuschauer im Ausstrahlungsland berücksichtigt. „Es muss die emotionalen Eigenheiten bedienen“.

Produziert werden die ersten zwölf Episoden der Serie von Producers at work, einer relativ neuen Firma, die zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehört. «R.I.S.» war der zweite große Auftrag des Unternehmens – zuvor produzierte man für Sat.1 die Telenovela «Schmetterlinge im Bauch». In Berlin finden derzeit die Dreharbeiten zu den Folgen zehn bis zwölf statt, parallel bereitet die Crew schon die Aufzeichnung einer zweiten Staffel vor. „Wir warten nur auf die ersten Quoten, dann kann es losgehen“, erklärte Kosack im Quotenmeter.de-Interview. Zehn weitere Episoden werden dann in diesem Jahr in Tempelhof entstehen. „Mit «R.I.S.» sprechen wir sowohl den klassischen Krimi-Fan als auch den «CSI»-Junkie an. Wir zeigen im Stile amerikanischer Formate und mit einem hohen Unterhaltungswert eine schillernde Großstadtwelt, die sich zu schützen lohnt.“

Damit die Serie nicht nur aussieht wie ein amerikanisches Format, sondern auch inhaltlich mit den Vorbildern aus den Vereinigten Staaten mithalten kann, haben die Macher Noah Baylin engagiert. Baylin war beispielsweise als Co-Autor des weltweiten Hits «Law & Order» tätig. Für die Sat.1-Serie sollte er die bestehenden Folgen-Bücher lesen und überprüfen. Dafür wurden diese extra ins Englische übersetzt. Das Ziel des US-Autors sei es gewesen, den Storys teilweise noch mehr Energie und Kompaktheit zu geben – und das, obwohl die Bücher bereits sehr stark gewesen seien. „Die Figur Philip haben wir noch mehr gestärkt, den Einstieg in seine Szenen noch aktiver gestaltet“, nennt er nur einige Beispiele.

Gewisse Unterschiede in der Arbeit der Drehbuchautoren erkennt er aber dennoch – wenngleich die aus den Vereinigten Staaten bekannte „Gruppenarbeit“ auch bei «R.I.S.» praktiziert wurde. „In Amerika ist man als Autor mit Beginn eines Projekts sehr intensiv in die Arbeit der Mit-Autoren eingebunden,“ so Baylin. Man arbeite dort nicht nur an der Folge, für die man später auch in den Credits genannt wird, sondern an vielen Episoden gleichzeitig. Dies führe dazu, innerhalb von kurzer Zeit ein Vielfacher an Erfahrung zu sammeln. „Die Art der Gruppenarbeit der Autoren, wie sie nun auch hier praktiziert wird, ist in meiner Heimat üblich“, berichtet Baylin. „Keiner fühlt sich da angegriffen oder in seiner Ehre verletzt. Man glaubt vielmehr daran, dass man gemeinsam schneller weiter kommt als allein.“ Dies habe sich hier in Deutschland vielleicht noch nicht so verbreitet.

Bei einer guten Serie müssen jedoch nicht nur die Drehbücher stimmen, auch die Umsetzung und ein authentischen Aussehen sind wichtige Eckpunkte für den Erfolg. Damit aus medizinischer Sicht alles passt, war Dr. Pablo Hagemeyer regelmäßig am Set vor Ort. Hagemeyer ist einer der geschäftsführenden Gesellschafter der Firma „The Dox“, die sich auf medizinische und naturwissenschaftliche Beratung von TV-Sendungen spezialisiert hat. „Wir waren in der Stoff- und Drehbuchentwicklung tätig,“ berichtet er von seinem Aufgabenbereich. Auch Tathergänge wurden von ihm und seinem Team konzipiert.

„Ein Autor hat mich zum Beispiel gefragt, was die Todesursache sei, wenn jemand von einem Bären gefressen wird. Dafür gibt es bestimmte Fachbegriffe, die man einbauen kann, wie Eröffnung der großen Eileiter.“ Charakteristisch für «R.I.S.» und ähnliche Formate sei seiner Meinung nach der sehr offene Umgang mit Verletzungen und Toten. Er sieht dadurch sogar das Tabu des Ablebens aufgebrochen. „Der Zuschauer kann seine Ängste vor dem Tod und vor einer Welt, die immer schrecklicher scheint, auf eine solche Serie projizieren“, sagt Dr. Hagemeyer.

Obendrein bekommt der Zuschauer den Eindruck, dass es in jedem Fall Spezialisten gibt, die den Toten eine Art letzte Gerechtigkeit zukommen lassen. Auf der ganzen Welt funktionieren solche Serien gut – neben «CSI» ist «R.I.S.» eine große Marke in Europa. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Format in Deutschland auf dem nicht ganz leichten Sendeplatz am Sonntagabend schlagen wird. Dabei wird man sicherlich nicht auf Quoten wie in Italien und Frankreich hoffen. Für Sat.1 und die deutsche Serie an sich wäre es schon ein großer Erfolg, die Zahlen von «Criminal Minds» halten zu können.

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