Interview

Beate Bramstedt: „Wir entführen die Zuschauer in eine helle und lichtdurchflutete wunderschöne Inselwelt“

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Beate Bramstedt, verantwortliche Redakteurin, und Katharina Görtz aus der «Ein Sommer in...»-Teamleitung sprechen im Quotenmeter-Interview über Erfolg und dass die weniger exotisch anmutenden Reiseziele Antwerpen und Südtirol der kommenden Filme gar nichts mit Corona zu tun haben.

Frau Bramstedt, Sie sind verantwortliche Redakteurin im ZDF für die «Ein Sommer in…»-Reihe. Wie würden Sie Laien ihre Arbeit beschreiben?
Als Redaktion ist man für das Programm gesamtverantwortlich und betreut es von der ersten Idee in Form eines Exposés bis zum fertigen Film, der auf verschiedenen Distributionswegen seinen Weg zum Publikum findet.

Trotz Corona-Beschränkungen und nach einem Frühjahr und Sommer mit diversen Reisebeschränkungen lagen die Reichweiten der vergangenen beiden «Ein Sommer in…»-Filme um die vier Millionen Zuschauer – gewöhnlich kommt die Reihe eher auf fünf Millionen Zuschauer. Haben die Menschen keine Lust auf Urlaub im Fernsehen, weil sie selbst nicht wegfahren können, oder wie erklären Sie sich die etwas schwächeren Werte?
Bramstedt: Da muss ich korrigieren: Die Reihe „Sommer in…“ hatte immer schon Reichweiten zwischen 4 und 5 Mio Zuschauer. Die Filme im Herbst ordnen sich hier gut ein!
Görtz: Wir haben in der jetzt laufenden Season 20/21 mit «Inga Lindström»- und «Rosamunde Pilcher»-Filmen, die ja ebenfalls in „Urlaubsländern“ spielen, sehr erfolgreich mit über fünf Millionen Zuschauern reüssiert. Vielleicht ist es also auch ein Gedanke, dass die Zuschauer, da sie selbst nicht wegfahren können, besonders das Bedürfnis haben, solche Filme zu sehen. Die derzeitige Situation durch die Corona-Lage hat zur Folge, dass die Zuschauer sich nach entlastenden Geschichten sehnen, mit Hilfe derer sie sich nicht nur in anderen Ländern, sondern auch andere Familienkonstellationen oder/und andere Wirklichkeiten träumen können. Dafür machen wir mit dem «Herzkino» ein breites Angebot.

Was macht Sie zuversichtlich, dass die kommenden Filme wieder gewohnte Werte um die fünf Millionen Zuschauer unterhalten?
Bramstedt: Die neuen Stoffe, die wir in der Pipeline haben, sind ein guter Grund, zuversichtlich zu sein! Gerade mit «Ein Sommer auf Elba» entführen wir nicht nur den Zuschauer in dieser dunklen und kalten Jahreszeit in eine helle und lichtdurchflutete wunderschöne Inselwelt, sondern erzählen auch authentisch und warmherzig die Geschichte einer Frau, die sich die Frage nach ihren Wünschen und Lebensvorstellungen für die Zukunft stellt.
Görtz: Eine Frage, die derzeit bei vielen durch die aktuelle Situation vielleicht ja auch verstärkt in den Blick geraten ist. Die Woche darauf dürfen sich die Zuschauer wieder auf vier Folgen unserer sehr erfolgreichen Reihe «Frühling» freuen. Weiterhin starten wir im Frühjahr mit zwei Filmen einer neuen Reihe «Nächste Ausfahrt Glück» und setzen die Reihe «Tisch in der Provence» mit zwei weiteren Filmen fort.

Ist das für Sie wichtig, welche Quoten ein Film einspielt? Oder sind andere Dinge rund um den Film für Sie noch wichtiger?
Bramstedt: Wir machen unsere Filme für unsere Zuschauer. Entsprechend sind die Quoten ein gutes Messinstrument. Ein guter Film muss für mich aber noch weitaus mehr Kriterien erfüllen, um das Prädikat “gut“ zu erhalten. Übrigens ist neben der Quote ebenso wichtig, wie die Sichtungszahlen in der Mediathek sind.
Görtz: Dort sind wir mit unseren «Herzkino»-Filmen sehr erfolgreich. Die Zahlen sind aber nicht der einzige Aspekt: Es ist uns als öffentlich-rechtlicher Sender wichtig, zum erfolgreichen «Tatoirt»-Krimi im Ersten ein Gegenangebot zu liefern.

Die kommenden Reiseziele sind Antwerpen und Südtirol. Ist dies der Corona-Pandemie geschuldet?
Bramstedt: Dass Antwerpen und Südtirol als nächstes anstehen, hat nichts mit Corona zu tun. Die Bücher zu beiden Projekten sind weit vor Ausbruch der Pandemie begonnen worden.
Görtz: In der aktuellen Situation haben wir aber bei all unseren Projekten vor Drehbeginn eine genaue Risikoabwägung samt Hygieneschutzmaßnahmen mit den Produzenten getroffen.

Was wäre Ihr Wunschziel, um einmal einen Film zu machen?
Bramstedt: Ich habe kein Wuschziel. Die Geschichte muss überzeugen und plausibel zur gewählten Location passen.

In «Ein Sommer auf Elba» geht es auch um das Thema „Glamping“, also „glamouröses Camping“. Wie kamen es zu dieser Idee?
Bramstedt: Diese Idee hat unsere Autorin Birgit Maiwald ins Spiel gebracht.

Das ZDF zeigt «Ein Sommer auf Elba» am Sonntag, den 24. Januar, um 20.15 Uhr. Der Film ist bereits seit Samstag in der ZDFmediathek abrufbar.

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