Hintergrund

Das größte James-Bond-Filmfestival für Zuhause

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Erstmals werden alle 24 Bond-Filme in kurzer Zeit ausgestrahlt. Sky räumt dafür einen eigenen Sender frei.

Bereits am 1. April sollte «Keine Zeit zu sterben» in die Kinos kommen. Stattdessen kam Corona und der 25. Bond-Film wurde auf den November verschoben. Als sich Anfang Oktober jedoch ankündigte, dass eine zweite Welle der Pandemie unausweichlich auf uns zurollen würde, wurde erneut die Notbremse gezogen. Enttäuschte Bond-Fans, aber im Nachhinein war es die einzig richtige Entscheidung. Hoffen wir also, dass der neue Starttermin für den 31. März 2021 wirklich gehalten werden kann. Dass «Keine Zeit zu sterben» nicht auf irgendeiner Streaming-Plattform kommt, ist zum Glück vom Tisch. Denn James Bond war und ist ein Kinoheld und ein echter Bond-Fan will sein neuestes Abenteuer beim ersten Mal gefälligst auf der großen Leinwand erleben, bevor es für die weitere Verwertungskette auf kleinere Bildformate abwandert.

Somit spricht auch nichts dagegen, sich Bonds frühere Missionen noch einmal zu Gemüte zu führen. Der Pay-TV-Sender Sky macht es jetzt sogar möglich, sich alle bisherigen Bond-Filme hintereinander reinzuziehen. Vom 20. November 2020 bis 14. Januar 2021 kann also jeder entscheiden, ob nun Sean Connery (†90), George Lazenby, Roger Moore (†89), Timothy Dalton, Pierce Brosnan oder Daniel Craig der persönliche Lieblings-Bonddarsteller ist. Besser kann man die Zeit bis zum Frühjahr gar nicht überbrücken.

Der Mann, der immer wieder die Welt rettet
Den Auftakt macht natürlich «James Bond jagt Dr. No» von 1962. Seine erste Mission führt den britischen Geheimagent James Bond (Sean Connery) nach Jamaika. Er soll herausfinden, wer den Abschuss von US-Raketen sabotiert. Die Spur führt zu Dr. No (Joseph Wiseman). Zuvor muss Bond aber mehrere Mordanschläge überleben und lernt die hübsche Honey (Ursula Andress). Mit „Dr. No“ wurde der Mythos Bond begründet und selbst nach 58 Jahren bietet der Spionagethriller immer noch genügend Schauwerte und Spannung, um auch die heutige Generation für den Spion mit der Geheimziffer 007 zu begeistern.

Für den am 31. Oktober verstorbenen Connery war die Rolle der Sprung ins internationale Filmgeschäft. Es folgten «Liebesgrüße aus Moskau» (1963), «Goldfinger» (1964), «Feuerball» (1965) und «Man lebt nur zweimal» (1967), bis der Schotte den Dienst quittierte, um sich auch anderen Rollen widmen zu können.

Lückenbüßer wurde der australische Dressman George Lazenby, um in «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» (1969) die Welt zu retten. Lazenby war aber so von sich eingenommen, dass sich die Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman sofort wieder von ihm trennten und Connery wurde für eine Millionengage letztmalig zurückgeholt. «Diamantenfieber» (1971) sollte aber nicht sein letzter Einsatz bleiben. 12 Jahre später entstand mit ihm «Sag niemals nie», ein Remake von «Feuerball», dass nur möglich war, weil der Produzenten einen Rechtsstreit verloren, weshalb dieser Film nicht offiziellen Bond-Reihe gehört.

Ein bisschen mehr Humor und Sexappeal
Roger Moore war ein sehr viel dankbarerer Nachfolger für Connery. Gleich in seinen ersten beiden Filmen «Leben und Sterben lassen» (1973) und «Der Mann mit dem goldenen Colt» (1974) legte er die Rolle anders an, mit mehr Humor und noch mehr Sexappeal, was nichts anderes heißt, als dass Moore bis heute insgesamt die meisten Bond-Girls vernascht hat. In den Siebzigern lag er damit aber voll im Trend, entwickelte sich dadurch aber auch immer mehr zu einer Art Comichelden, der nach «Der Spion, der mich liebte» (1977) in «Moonraker» (1979) sogar den Weltraum eroberte.

Mit «In tödlicher Mission» (1981) holte man den Moore-Bond aber wieder auf die Erde zurück und ließ ihn wieder realistische anmutende Abenteuer bestehen. Nach «Octopussy» (1983) und «Im Angesicht des Todes» (1985) fühlte sich Moore aber mit 57 zu alt für die Rolle. Sein britischer Landsmann Timothy Dalton folgte, durfte sich aber im AIDS-Zeitalter weit weniger den Frauen hingeben als sein Vorgänger. Nach «Der Hauch des Todes» (1987) und «Lizenz zum Töten» (1989) fiel die Berliner Mauer, womit das Ende des Kalten Krieges eingeläutet wurde. James Bond schien nicht mehr zeitgemäß, hinzu kamen weitere Rechtsstreitigkeiten um Ian Flemings Erbe, Autor und Erfinder von 007.

Mit Pierce Brosnan wagte man 1995 einen Neuanfang. «GoldenEye» übertraf zum Glück alle Erwartungen und der Ire durfte sich noch in drei weiteren Filmen («Der Morgen stirbt nie» (1997), «Die Welt ist nicht genug» (1999) und «Stirb an einem anderen Tag» (2002)) in den schnieken Smoking werfen.

Der blonde Bond und wie er sich verabschiedet
Brosnans Ende kam 2006 mit der Einführung von Daniel Craig in «Casino Royale». Dieser Film bedeutete ein Neubeginn für die legendäre Filmserie. Craig ist nicht nur der erste blonde Bond, sondern steht in «Casino Royale» noch am Anfang seiner Karriere, der sich die Lizenz zum Töten erst noch erarbeiten muss. Eine weitere Neuheit: «Casino Royale», «Ein Quantum Trost» (2008), «Skyfall» (2012) und «Spectre» (2015) sind handlungsmäßig miteinander verknüpft und bilden eine Serie, während bei früheren Bond-Filmen immer das Prinzip einer abgeschlossenen Story galt.

Man kann daher gespannt sein, wie sich in «Keine Zeit zu sterben» alles auflösen wird. Ist Oberhauser alias Blofeld (Christoph Waltz) tatsächlich Bonds Halbbruder und kann er wirklich seiner geliebten Madeleine (Léa Seydoux) trauen, für die er bereit war, alles hinzuwerfen? Daniel Craig hat schon verlauten lassen, dass nun auch er mit 52 Jahren seine Abschiedsvorstellung als 007 geben wird. Danach werden die Karten neu gemischt, um einen jüngeren Darsteller zu finden, der nach weiterhin zeitgemäß geschriebenen Drehbüchern die Welt retten wird. Denn eines ist klar: James Bond wird weiterleben, er hat gar keine Zeit zu sterben.

Fazit: Es bietet sich an, sich die bisher 24 offiziellen Filme in chronologischer Reihenfolge anzusehen. Nur so bekommt man ein Gefühl für die filmgeschichtliche Entwicklung des erfolgreichsten Kinohelden aller Zeiten.

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