US-Fernsehen

«Brooklyn Nine-Nine» in Zeiten medial wirksamer Polizeikritik: Die Kräfte hinter den Chaos-Cops suchen nach neuen Wegen

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Wie will eine betont positive Comedyserie über schräge Polizisten unterhalten, wenn die sozialen Netzwerke vor Belegen massiver Polizeigewalt überlaufen?

Als Dan Goor und Michael Schur «Brooklyn Nine-Nine» erschaffen haben, setzten sie sich ein klares Ziel: Diese Comedyserie soll betont menschlich und positiv werden, statt nach unten zu treten oder mit übermäßigem Sarkasmus, geschweige denn Zynismus zu unterhalten. Und so entstand eine Polizei-Comedyserie, in der sich die Hauptfiguren zwar necken, aber letztlich doch stets den Rücken stärken, in der quirlige Eigenheiten zelebriert werden, wo andere Serien Punchlines verwenden würden, und in der immer wieder auf Fehlstellungen in der Gesellschaft hingewiesen wird.

Das brachte der Serie, die bislang 143 Episoden in sieben Staffeln über den Äther geschickt hat, eine innige Fanbase ein – und genau die wundert sich seit Wochen, wie die Zukunft von «Brooklyn Nine-Nine» aussehen wird. Die Serie thematisierte schon öfter Rassismus, Sexismus und Intoleranz gegenüber der LGBTQ+-Community – doch seit der institutionalisierte Rassismus der US-Polizei nicht mehr aus den Schlagzeilen wegzudenken ist, stellt sich die Frage: Wie kann «Brooklyn Nine-Nine» darauf eingehen, ohne das Thema zu sehr zu vereinfachen oder aber seinen eigenen, eskapistisch-optimistischen Tonfall zu verlieren? Und lässt sich in Zeiten, in denen tagtäglich Dutzende und Aberdutzende neue Belege exzessiver Polizeigewalt veröffentlicht werden, noch genüsslich über Chaos-Cops lachen?

Schon vor zwei Wochen kündigte «Brooklyn Nine-Nine»-Castmitglied Terry Crews in einem Interview bei «Late Night with Seth Meyers» an, dass sich Cast und Crew der Serie diesen Gedanken bewusst sind. Laut Crews werde sich «Brooklyn Nine-Nine» angesichts der US-Nachrichtenlage verändern müssen. Und das nicht aus vorauseilendem Gehorsam: Es sei die volle Überzeugung aller Verantwortlichen.



Nun reichen Crews und der US-Branchenblog 'Deadline Hollywood' eine erste konkrete Information bezüglich dessen nach, wie sehr die vergangenen Wochen den Entwicklungsprozess der für Herbst geplanten, achten Staffel beeinflussen: Wie 'Deadline Hollywood' Crews zitiert, haben Showrunner Dan Goor und sein Schreibteam vier Episoden, die bereits drehtauglich waren, komplett aufgegeben. "Sie haben sie weggeworfen. Wir müssen neu anfangen", sagt Crews.

Das komplette Team würde engagierte, nachdenkliche Gespräche darüber führen, wo sich «Brooklyn Nine-Nine» hin entwickeln müsste. "Wir haben eine Möglichkeit, und wir wollen das Beste aus ihr machen", so Crews.

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