Zum sechsten Mal ermittelt der bayerische Provinzpolizist Franz Eberhofer in einem neuen Krimi. In «Leberkäsjunkie» muss er sich nicht nur mit einer vom Arzt auferlegten Diät herumschlagen, sondern auch mit einem mordenden Brandstifter.
Diesmal bekommt es der Eberhofer (Sebastian Bezzel) mit seinem bisher schlimmsten Widersacher zu tun: Cholesterin. Ab jetzt gibt’s nur noch gesundes Essen von der Oma (Enzi Fuchs). Zu den Leberkäsentzugserscheinungen gesellen sich brutalster Schlafmangel und stinkende Windeln, weil Halb-Ex- Freundin Susi (Lisa Maria Potthoff) den Franz verpflichtet hat, eine Weile auf den gemeinsamen Sohn Paul aufzupassen. Die Verziehung des Sohnes kriegt er nebenbei gut hin, aber wie immer ist die Idylle von Niederkaltenkirchen durch allerhand Kriminalität getrübt: Brandstiftung, Mord und Bauintrigen. Selbstverständlich eilt Kumpel und selbst ernannter Privatdetektiv Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) zu Hilfe, um ungefragt bei Ernährung, Erziehung und Ermittlung zu beraten.
Je nach Sichtweise spielt der eigentliche Kriminalfall in jedem «Eberhofer»-Film die erste oder zweite Geige. In «Leberkäsjunkie» ordnen sich die Ermittlungen klar den privaten Problemen des Polizisten unter, wenngleich das wiederkehrende Drehbuchautorenduo aus Ed Herzog und Stefan Betz ihn nicht nur nutzt, um in gewohnt trockener Manier nach einem Mörder zu suchen. Die Schreiber platzieren auf Grundlage des Romans einige politische Statements, die gerade im konservativ regierten Süddeutschland eine beachtliche Durchschlagskraft entwickeln dürften; etwa wenn Franz Eberhofer Alltagsrassismus nonchalant bekämpft, indem er sich mal auf verbaler, mal auf körperlicher Ebene mit denjenigen anlegt, die ihn anwenden. Anstatt auf die inszenatorische Brechstange zurückzugreifen, setzt die Romanautorin Rita Falk auch hier auf den typischen Humor ihres Protagonisten – und wendet ihn in «Leberkäsjunkie» erstmals an, um auf gesellschaftliche Probleme hinzuweisen. 
Wie man es aus den bisherigen «Eberhofer»-Filmen gewohnt ist, ist auch «Leberkäsjunkie» kein Krimi der spannendsten Sorte. In vielen 20:15-Uhr-«Tatorten» der ARD geht es unheimlicher zu – der Franz wäre im deutschen Fernsehen vermutlich eher ein Kandidat für die Vorabendschiene, in der sich dank diverser ähnlich gelagerter Serien der Begriff „Schmunzelkrimi“ etabliert hat. Trotzdem hält das die Autoren nicht davon ab, die gewohnten falschen Fährten zu streuen, um das Publikum ordentlich zum Mitknobeln zu animieren. Dabei müssen die Zuschauer ihr Gehirn nicht überbeanspruchen. Es ist wie immer: Irgendwann bleibt eben nur noch ein Verdächtiger übrig, der es dann gewesen sein muss. Doch wie bei der Reihe üblich, geht es eben nur bedingt um eine Mordermittlung. Insbesondere ein mit der bayerischen Gegend vertrautes Publikum hat die Realitätsnähe Rita Falks schon immer gelobt. Und so ist es auch diesmal: Wer sich schon einmal länger in der süddeutschen Provinz aufgehalten hat, der wird hier einmal mehr viele Spleens und Eigenheiten der dort angesiedelten Bewohner wiedererkennen – und da die Romanautorin Rita Falk selbst aus einer bayerischen Gemeinde kommt (in ihren Büchern spielen alle Geschichten im fiktiven Niederkaltenkirchen), macht sie sich auch nie über sie lustig, sondern nutzt sie, um ihre Geschichten mit Charme und Esprit zu versorgen. Dafür ist «Leberkäsjunkie» der beste Beweis.

• Leberkäsjunkie • Eberhofer • Dampfnudelblues • Winterkartoffelknödel • Schweinskopf al dente • Griessnockerlaffäre • Sauerkrautkoma • Maria Mafiosi • Tatorten
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