Popcorn & Rollenwechsel

Hollywoods flexibler Moralkodex

von

Moralische Vorstellungen sind im Filmgeschäft eher Richtlinien denn harte Regeln …

Und es kann … sonderbar sein, welche realen Fehltritte prompte Sanktionen durch Produktionsfirmen wachrufen, und welche ungesühnt bleiben.

Tim Allen etwa war in den späten 1970er-Jahren als Drogendealer tätig und saß zwei Jahre dafür ein. Dennoch konnte er sich anschließend eine Karriere als Stand-Up-Komiker aufbauen, die ihm daraufhin den Weg für die Sitcom «Hör mal, wer da hämmert» und diverse Kinorollen ebnete. Schauspielerin Winona Ryder dagegen wurde in Hollywood zwischenzeitlich auf die schwarze Liste gesetzt, weil sie 2002 beim Ladendiebstahl erwischt wurde. Regisseur Woody Allen etwa verriet in seinen Memoiren, dass er zwei Jahre später gezwungen wurde, Ryder von seiner Wunschbesetzungsliste für die Komödie «Melinda und Melinda» zu streichen – Versicherungen hätten den Film mit Ryder an Bord nicht gestützt, was in nächster Konsequenz die gesamte Finanzierung des Films verhindert hätte.

Ein weiteres viel zitiertes Beispiel betrifft Megan Fox, die in einem Interview den befehlshaberischen Ton des «Transformers»-Regisseurs Michael Bay mit Adolf Hitler verglichen hat. Der ausführende Produzent Steven Spielberg drängte Bay daraufhin, Fox aus dem dritten «Transformers»-Film zu schmeißen. Bay selber scheint Fox diesen Vergleich derweil nicht nachzutragen: In seiner (ohne Spielberg verwirklichten) Produktion «Teenage Mutant Ninja Turtles» war sie wenige Jahre später in einer der menschlichen Hauptrollen zu sehen.

Schauspieler Jamie Waylett wiederum wurde aufgrund illegalen Cannabisbesitzes aus «Harry Potter und die Heiligtümer des Todes» raus geschrieben, nachdem er in der Rolle des Crabbe in den sechs vorhergegangenen Teilen zu sehen war. Einige Jahre zuvor geschah Jason Mewes quasi das Gegenteil: Sein Freund Kevin Smith versprach ihm, «Clerks II» zu drehen – aber nur, wenn er einen Drogenentzug durchläuft. In diesem Fall wurde also mit positiven Sanktionen im Falle einer Besserung gelockt, statt prompte, endgültige Strafen zu verfolgen.

Sehr paradox ist letztlich der Fall «Hangover 2»: Die Besetzung, vor allem Zach Galifianakis, protestierten gegen die Idee, Mel Gibson einen Cameo-Auftritt zu geben, da dieser wenige Jahre zuvor mit geschmacklosen Schimpftiraden auf sich aufmerksam gemacht hat und betrunken am Steuer erwischt wurde. Im selben Film hat Mike Tyson einen Cameo, der in den 1990ern der Vergewaltigung angeklagt wurde und dafür auch eingesessen hat …

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