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Fernsehfriedhof

Der Fernsehfriedhof Spezial: Die Shows der Dschungelstars

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Quotenmeter.de erinnert an all die Fernsehformate, die längst im Schleier der Vergessenheit untergegangen sind. Folge 175: Was haben Spengemann, Zámbó, Kusmagk und Co. vor dem Dschungelcamp gemacht?

Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir allen Moderatoren, die sich bisher in den Dschungel trauten und erinnern an ihre (soweit vorhanden) größten Erfolge.

«Ich bin ein Star, holt mich hier raus» wurde am 09. Januar 2004 bei RTL geboren und versammelt seitdem (fast) alljährlich zehn bis elf abgestürzte Prominente im australischen Regenwald. Darunter waren neben erfolglosen Schauspielern, ehemaligen Sportlern und unterbeschäftigten Models auch zahlreiche Teilnehmer von Casting- und Gesangsshows. So wurde der Musiker Martin Kesici im Sat.1-Format «Star Search» entdeckt, während Sängerin Jazzy bereits im Jahr 2004 versuchte, durch die qualitativ zweifelhafte Sendung «Comeback – Die große Chance» nach dem ersten Ende ihrer Band Tic Tac Toe wieder zurück ins Rampenlicht zu kommen. Stets waren aber auch Moderatoren unter den Dschungelteilnehmern, die sich auf diese Weise noch einmal für neue Engagements ins Gespräch bringen wollten.

Caroline Beil war eines der ersten Fernsehgesichter, das sich den Herausforderungen der RTL-Show stellte. Sie nahm an der ersten Staffel teil und wurde trotz (oder gerade wegen) ihrer offenen Lästereien, die ihr den Beinamen „Hacke-Beil“ einbrachten, Viertplazierte. Zuvor präsentierte sie für rund fünf Jahre das Sat.1-Boulevard-Magazin «Blitz!», das sie kurz vor ihrem Ausflug nach Australien abgab. Bereits im Jahr 1996 war sie in der ARD-Comedyserie «Ein ehrenwertes Haus» zu sehen. Als sie dann aus dem Dschungel kam, erhielt sie kleine Aufgaben als Schauspielerin. So hatte sie Nebenrollen in den RTL-Produktionen «Alle lieben Jimmy» und «Gute Zeiten, Schlechte Zeiten». Danach war sie fast ein Jahr in der Telenovela «Sturm der Liebe» zu erleben, bevor sie eine Hauptrolle in der gescheiterten ZDF-Serie «Herzflimmern – Die Klinik am See» ergattern konnte.

In ihrem Lebenslauf findet sich zudem auch ein Gastauftritt im deutschen «Nip/Tuck»-Abklatsch «Beauty Queen». Die Hauptrolle in dieser bemüht skandalösen Reihe verkörperte damals Carsten Spengemann, der in der zweiten Staffel im Dschungel saß. Bekannt wurde er zuvor durch seine Rolle in der Daily Soap «Verbotene Liebe» und durch seine Moderation der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar». Damit führte er durch die ersten beiden Staffeln genau der Sendung, welche die meisten Dschungelkandidaten (u.a. Daniel Küblbock, Daniel Lopez oder Lorielle London) hervorgebracht hat. Seinen Hang zum Trash-TV lebte er bereits bei der Neuauflage von «Fort Boyard» und als Teilnehmer des «RTL Promi Boxen», wo er gegen Detlef D! Soost verlor, aus. Nachdem seine Serie «Beauty Queen» gnadenlos unterging, er bei «DSDS» durch Marco Schreyl ersetzt und der Trash-Film «Hai-Alarm auf Mallorca» mit Spott überschüttet wurde, wurde es (abseits einiger Boulevard-Schlagzeilen) ruhiger um ihn. Zwar war er kurzzeitig im ProSieben-Eislaufformat «Stars auf Eis» und in «Tattoo Attack – Deutsche Promis stechen zu» zu sehen, doch große Erfolge blieben aus. Im Sommer 2011 gipfelte seine bisherige Karriere in einer Teilnahme an der Dschungel-Kopie «Die Alm» auf ProSieben und einer schriftlichen Initiativbewerbung beim ZDF als Moderator von «Wetten, dass..?».

Isabel Varell, Spengemanns Mitstreiterin in der zweiten Staffel von «Ich bin ein Star, holt mich hier raus», begann ihre Karriere als Schlagersängerin, bevor sie einige Schauspielrollen übernahm. Parallel präsentierte sie «Die aktuelle Schaubude» sowie diverse Karnevalssendungen. Zudem erhielt sie mit «Varell & Decker» ihre eigene Comedy-Serie im ZDF. Sie wurde außerdem eine enge Freundin von Hape Kerkeling, in dessen Shows sie regelmäßig auftauchte. So spielte sie dann auch in dessen Sitcom «Gisbert» mit. Nach dem Dschungel verschlug es Varell als Moderatorin zum ehemaligen Mitmachsender 9Live, bevor sie mit Hauptrollen in «Rote Rosen» und «Lena – Liebe meines Lebens» regelmäßig im Fernsehen zu bewundern war.

Mit Björn-Hergen Schimpf nahm in der vierten Staffel eine wahre RTL-Legende am australischen Lagerfeuer Platz, denn er war neben Hans Meiser einer der ersten Nachrichtensprecher des Senders. Außerdem kommentierte er das aktuelle Tagesgeschehen mithilfe seiner Handpuppe Karlchen und führte durch das beliebte Reisequiz «Ein Tag wie kein anderer». Nach diesen Highlights, folgte ein Wechsel zum WDR, wo er die nachmittägliche Call-In-Sendung «Schimpf 19717» moderierte, und nach deren Ende eine längere Bildschirmpause. Er beendete diese, indem er seine Figur Karlchen wieder reaktivierte und die Neuauflage des Quizklassikers «Was bin ich?» präsentierte, in der unter anderem Tanja Schumann im Rateteam saß, die auch in der Dschungelkopie «Die Burg» mitwirkte. Nach Schimpfs gesundheitsbedingtem Ausstieg aus dem Dschungel verschwand er weitestgehend aus der Öffentlichkeit. Hin und wieder gibt er noch Urlaubstipps für den Reisesender Sonnenklar TV.

In der vierten Staffel des RTL-Dschungels trafen mit Gundis Zámbó und Peter Bond zwei Sat.1-Showlegenden der 90er Jahre aufeinander. Während Bond im Wechsel mit Frederic Meißner das «Glücksrad» begleitete, präsentierte Zámbó unter anderem die Fernsehvariante des Brettspielklassikers «Cluedo» sowie das tägliche Quiz «Riskier’ was!». Bevor sie zu Sat.1 kam, war sie schon im Kinderfernsehen «Bim Bam Bino» und der Homevideo-Parade «Bitte Lächeln» auf Tele 5 zu sehen. Nach dem Ende ihrer Sat.1-Sendungen wechselte sie kurz zu RTL II («Na also!») und dann zum damaligen Frauensender tm3, wo sie die «Vorher-Nachher-Show» moderierte. Es folgten zwar vor und nach dem Dschungel noch einige weitere Umstyling-Formate, doch an frühere Erfolge konnte sie nicht mehr anknüpfen. Mit der Moderation einer Homevideo-Show hatte sie übrigens etwas mit ihrer Dschungel-Mitstreiterin Giulia Siegel gemein, denn auch sie führte beim Sender tm3 mit «Schwupps» kurzzeitig durch ein ähnliches Konzept. Danach wurde Siegel das Gesicht von «Max TV» sowie der «McDonald’s Chartshow», bevor sie mit der äußerst dämlichen Produktion «Der Club der Ex-Frauen» einen grandiosen Flop ablieferte. Nach ihrem freiwilligen Ausstieg aus dem Dschungel legte ProSieben die Kuppelei «Giulia in Love?!» nach, die aber keinen großen Zuspruch hatte.

So wie Peter Bond, abseits seiner Teilnahme an einigen anrüchigen Filmchen, fast ausschließlich für seine Tätigkeit als Gastgebers des «Glücksrads» bekannt wurde, verbindet man auch mit Harry Wijnvoord nur eine Dauerwerbesendung, nämlich «Der Preis ist heiß», dessen Gesicht er für insgesamt acht Jahre war. Danach versuchte er sich mit einer eigenen Kochreihe bei tm3, die den ironischen Titel «Der Reis ist heiß» trug. Interessanterweise spielt damit der Sender tm3 bzw. dessen Nachfolger 9Live eine große Rolle bei der Rekrutierung der Kandidaten für das Dschungelcamp. Wijnvoord selbst nahm in der zweiten Staffel teil, räumte aber freiwillig das Feld. Zuletzt fand man ihn regelmäßig im Teleshopping wieder.

Der Dschungelkönig aus dem Jahr 2011, Peer Kusmagk, stammte wie schon ein Großteil der übrigen Teilnehmer ebenfalls aus dem Umfeld von «DSDS», allerdings nicht als Kandidat, sondern als Moderator des zugehörigen Magazins. Zuvor spielte er in der Soap «Gute Zeiten, Schlechte Zeiten» eine Hauptrolle. Später stolperte er zusammen mit seiner damaligen Ehefrau Charlotte Karlinder, die es im Sommer 2011 auf «Die Alm» verschlug, durch das «Sat.1 Frühstücksfernsehen» und wirkte in der Sketch-Comedy «Das Büro» mit.

Misserfolge lassen sich übrigens nicht nur in der Vita der Dschungelteilnehmer finden. Auch bei «Ich bin ein Star, holt mich hier raus!»-Moderatorin Sonja Zietlow ging nicht jedes TV-Projekt glatt. Nach einigen kleineren Formaten im Tagesprogramm wie der Gameshow «Hugo», zog schon ihr erster Ausflug in die Primetime als Außenreporterin von «Pack die Zahnbürste ein» ein eher mageres Publikum an. Besser lief dann ihr Daily Talk «Sonja», doch nach dem Wechsel zu RTL floppte das tägliche Quiz «Der Schwächste fliegt». Der Erfolg des Dschungels zog ähnliche Formate nach sich, durch die Zietlow teilweise selbst führte. Darunter war auch die deutsche Adaption des Action- und Ekelspektakels «Fear Factor». Außerdem präsentierte sie die miese Reihe «Star Duell», die versuchte das Dschungelevent mit «DSDS» zu kombinieren und in deren Jury die ehemaligen Kadidaten Caroline Beil und Daniel Küblböck saßen. Anschließend quälte sie zusammen mit Sternekoch Christian Rach weitere Prominente in der Reality-Sendung «Teufels Küche». Auch wurden die Produktionen «Der SMS-Weltrekord», «Die Sonja und Dirk Show» sowie «Ab durch die Wand», die sie mit ihrem Dschungelpartner Dirk Bach bestritt, nach jeweils einer Ausgabe eingestellt. Dennoch ist sie dank ihrer Rankingprogramme und zahlreicher RTL-II-Events eine der vielbeschäftigten Frauen im deutschen Fernsehen. Das dürfte vor allem Gundis Zámbó ärgern, begann ihre Karriere doch ebenfalls beim Kinderfernsehen «Bim Bam Bino».

Mögen die Shows in Frieden ruhen!

Die nächste Ausgabe des Fernsehfriedhofs erscheint am kommenden Donnerstag und widmet sich dann der Erotikshow der ehemaligen Dschungelkandidatin Naddel.

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