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Sky-Sportchef Weber: ‚An Details arbeiten und leichter daherkommen‘

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Zum Start der neuen Bundesligasaison sprachen wir mit dem neuen Sky-Sportchef Burkhard Weber (im Bild zweiter von links) über die Veränderungen der Bundesliga-Berichterstattung, über «Samstag Live», das Thema Boxen und die Probleme in der DEL.

Kommen wir zu «Samstag Live». Wie finden Sie die Sendung? Wenn wir von den drei Eigenproduktionen ausgehen, ist «SL» die Sendung, die am meisten kritisiert wird.
Ich finde das gut, dass wir die Möglichkeit haben, sowas zu machen. Ich habe die Historie der Sendung betrachtet. Die Idee war: «Sportstudio» rutscht auf 23.00 Uhr, also schaffen wir hier eine Art Ersatz. «Samstag Live» ist sehr unterhaltsam, aber wie oft bei neuen Formaten, muss an diesen gearbeitet werden. Ich möchte nicht das beurteilen, was in der vergangenen Saison war. Ich urteile ab der nächsten Sendung. Mir wurde ins Buch geschrieben, in Sachen Moderation über Veränderungen nachzudenken. Vergangene Woche gab es ein Casting – wir werden ab der kommenden Saison zwei Zweierteams in Sachen Moderation haben. Einmal Jessica Kastrop plus X und ein weiteres Paar. Namen kann ich aktuell noch nicht nennen.

Sie sagen, Sie wollen im Fußball unterhaltsamer werden. Nun stand Premiere/Sky ja eigentlich gerade dafür, dass man sehr analytisch und sachlich war. Verlässt man diesen Pfad nun?
Nein, aber wenn ich 34 Spiele eines Vereins habe, muss ich nicht 34 Mal den gleichen Interview-Gast haben. Dennoch kann ich aber analytisch und sachlich berichten. Ich will aber etwas leichter daherkommen, das wird man in sechs bis acht Wochen auch auf dem Schirm sehen.

Ist es denn so einfach da abwechslungsreiche Gäste zu präsentieren?
Das wird man sehen. Tim Bendzko, der zur Zeit einen großen Hit gelandet hat, war fast dabei, eine Fußballer-Karriere bei Union Berlin zu starten. Die Brüder Kalkbrenner sind große Fußballfans, einer von ihnen ist demnächst bei «Samstag Live» - so jemand kann auch mal in der Halbzeitpause auftreten. Das Fachliche und Sachliche haben wir doch auch davor und danach, im Trainerinterview, in den Gesprächen mit den Spielern und mit den Experten.

Kehren Sie also zur klassischen Trainerrunde nach dem Topspiel zurück?
In anderer Form – wir haben unseren Sky-Tisch. Wir haben künftig gleich zwei Field-Reporter, einen pro Mannschaft – und die werden die Trainer im Gespräch haben. Vielleicht entsteht dann eine Interaktion mit unseren drei Experten, das wäre natürlich optimal. Ich denke, dass der Vor- und Nachlauf so eine bessere Dynamik bekommt.

Viel Lob gibt es für «Mein Stadion», mit dem Sie auch auf Tour gehen werden…
Wir haben uns überlegt, wie wir die Saisoneröffnung bestreiten wollen. Also haben wir gesagt wir schicken «Mein Stadion on Tour» - Ulli Potofski, der perfekte Moderator für dieses Format, wird direkt aus Dortmund senden. Ab 18.30 Uhr gibt es dann eine Sondersendung von «Sky 90», die unter dem Titel „Football’s coming Home“ laufen wird. Patrick Wasserziehr unterhält sich, so Gott will, direkt auf dem Spielfeld mit Franz Beckenbauer, Ulli Hoeneß, Oliver Bierhoff, Joachim Watzke und anderen.

Viel Lob auch für «Sky 90» - Patrick Wasserziehr sagte neulich bei uns im Interview, er würde auch hier gerne unterhaltsamer werden und auch mal Frauen vermehrt einladen.
Man braucht für eine solche Sendung Zeit. Es gab immer den «Doppelpass» - und «Sky 90» ist das perfekte Sky-Pendant dazu. Fernsehen ist für mich immer ein dynamischer Prozess: Für mich ist wichtig, dass bei den Gästen, und Patrick kann liebend gerne vermehrt Frauen einladen, die Basis Fußball da ist. Anne Will könnte ich mir sehr gut vorstellen und sie kann ja jetzt auch sonntags.

Sky Sport bekommt zum Bundesliga-Start ein komplett neues Design…
Es wird amerikanischer, hochwertiger – mit größerer Wirkung. Ich habe nachher noch einen Termin, da geht es um die Musik, für mich auch ein ganz wichtiges Thema. Wir arbeiten an sehr, sehr vielen Details. Noch einmal: Das, was bisher hier bei Sky gemacht wurde, war ganz großer Sport – ich möchte jetzt an Details arbeiten.

Schließen wir doch den Block Bundesliga – und kommen zum Eishockey. Dem Eishockey geht es nicht ganz so gut – Sky hat noch ein Jahr Vertrag mit der DEL. Wie sehen Sie die Situation?
DEL-Chef Tripke war neulich schon hier, wir haben miteinander gesprochen. Es ging um einheitliche Sendezeiten bei uns. Unsere Rechte-Kollegen werden sich mit Herrn Tripke zusammensetzen und dann denken wir gemeinsam über eine Verlängerung nach.

Sie haben also Interesse? Es gibt ja auch Menschen, die sagen, Eishockey hätte hierzulande keine so breite Fanbase mehr – und auch die Zuschauerzahlen lassen teils ja zu wünschen übrig.
Ich lebe in Köln. Wenn der KEC mal ein Problem hat, dann kommen keine 12000 Zuschauer, sondern 1500 – das ist im Eishockey halt so. Aber ganz klar: Ich würde gerne Eishockey auch über Sommer 2012 hinaus zeigen.

Wie schwer ist es, den kalten und schnellen Sport Eishockey im Fernsehen ins warme Wohnzimmer zu bringen?
Damit beschäftige ich mich seit 20 Jahren – damals sagten Spieler zu mir, dass sie nicht gerne in der Kölner Arena spielen, weil sie den Puck an der Bande gar nicht hören. Es gab schon viele Versuche, Eishockey fürs Fernsehen möglichst attraktiv zu machen, aber wir arbeiten weiter hart daran, die Sendungen so attraktiv wie möglich zu gestalten. In der vergangenen Saison hat unser Experte Hans Zach voll eingeschlagen. Vielleicht ist ein Auf- und Abstieg aus und in die DEL ein Element, das zusätzliche Spannung bringt?

Tennis, Wimbledon, haben Sie in Ihrer Zeit bei Sky schon erlebt. Frau Lisicki hat Ihnen gute Quoten beschert – wie zufrieden sind Sie?
Wimbledon ist bei uns genau in dieser Zeit zu sehen, in der wir weniger Livesport haben – Fußball ist zu Ende, da passt Wimbledon prima. Die French Open würde ich auch interessant finden. Sky hat die besten Tenniskommentatoren Deutschlands mit Gerd Szepanski und Matthias Stach.

Formel 1 – Sie sind aus RTL-Zeiten bestens vertraut mit der Königsklasse des Motorsports, die 2010 von Sky ganz offen in Frage gestellt wurde. Wie sieht der neue Sportchef die Lage, wie zufrieden sind Sie mit der Formel 1?
Das, was wir machen, ist sehr gut, unser Team arbeitet super, aber es gibt noch Kleinigkeiten, die wir verbessern können. Jacques Schulz, Marc Surer und Tanja Bauer machen ihre Sache sehr gut, Peter Lauterbach macht einen klasse Job. Unseren Experten Nico Hülkenberg halte ich für ein echtes Talent - er braucht noch ein paar Jahre. Vielleicht macht er irgendwann nur noch Fernsehen. Ich mag den, weil er ganz klar seine Meinung vertritt.

Zum Abschluss, Herr Weber: Unmut gibt es darüber, dass Sie weniger Premier League in Ihrem Programm zeigen. Wie erklären Sie Ihren Kunden, dass es nun in der Regel nur noch drei Spiele pro Wochenende sind.
Ich sage den Zuschauern, dass sie die drei Topspiele auch weiterhin sehen. Die Spiele, die direkt gegen die Bundesliga am Samstag liefen, wurden kaum genutzt von unseren Zuschauern. Wer sagt, Englischer Fußball ist mein Leben, der findet das nicht toll. Der nächste sagt: Ich will spanischen Fußball – hier muss man dann aber fragen: Ist damit wirklich die Primera Division gemeint oder eher nur die Spiele von Real und Barca? Dann heißt es: Was ist mit Italien? Wenn Rechte auf dem Markt sind, sind wir immer interessiert – aber es muss für uns auch einen Sinn haben und wirtschaftlich darstellbar sein. In Sachen Premier League kann ich aber sagen, dass wir eine neue Highlight-Sendung am Sonntag nach «Sky 90» im Programm haben – heißt also, dass unsere Zuschauer auch weiterhin über alle Spiele gut informiert werden.

Herr Weber, dann danke ich Ihnen für das ausführliche Interview und wünsche einen guten Start in die Bundesliga-Saison.

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