Das Thema seines neuen Films «Die Verlegerin» brannte Regielegende Steven Spielberg derart unter den Nägeln, dass er ihn noch vor seinem Herzensprojekt «Ready Player One» und pünktlich zur Awardsaison fertig stellte. Das Ergebnis ist ein typischer Spielberg.
Was haben «Wonder Woman», «Valerian» und «Dunkirk» gemeinsam? All diese Filme erschienen nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und ihnen allen ist das überdeutlich anzumerken; enthalten sie doch entweder einen ausführlichen Dialog darüber, dass die Liebe der Schlüssel zu allem Frieden ist, oder versprühen sie ein Gefühl von Hoffnung, selbst in emotional aufwühlenden, gefühlskalten Zeiten zusammenzuhalten. Ein Großteil in den USA erfolgreicher Filme der vergangenen Monate besitzt einen optimistischen, hoffnungsvollen Grundton und etabliert das Kino wieder einmal als Hoffnung spendendes Lagerfeuer. Es wäre nicht das erste Mal in der amerikanischen Geschichte. «Die Verlegerin» spendet nicht nur Hoffnung, er schaut sich ganz deutlich als Plädoyer für Dinge, die bereits für selbstverständlich empfunden, und plötzlich in Frage gestellt werden.
Der Grund, weshalb wir bislang nicht näher auf die Qualität des Films als solchen eingegangen sind, ist, dass der Film an sich gar nicht so viel hergibt, um sich ausgiebig damit auseinander zu setzen, ob er nun gut, oder eher weniger gut ist. Das ist eindeutig ein Indiz für Letzteres, denn «Die Verlegerin» mag ein überdeutliches Projekt seiner Zeit sein, das ein Thema anspricht, das in keinem Jahr besser zur Geltung käme; schließlich wird nicht bloß in den USA plötzlich das Recht auf freie Meinungsäußerung, insbesondere aber die Pressefreiheit durch Fake-News-Diskussionen und Co. in Frage gestellt, sondern rund um den Globus. Gleichzeitig lässt sich das Kalkül hinter dem Film so aber ebenso wenig leugnen. Penibel hangelt sich das Skript von Liz Hannah («Guidance») und Josh Singer («Spotlight») von einem wichtigen Handlungsschauplatz zum nächsten, rekapituliert die vielen, vielen Dialoge in den Redaktionsräumen der Washington Post und setzt sie in Kontrast zu den sich parallel dazu abspielenden Geschehnissen im Weißen Haus.
Welche Maßnahmen mit der Veröffentlichung der Pentagon Papiere einhergingen, zeigt Spielberg mit hohem inszenatorischen Aufwand. Doch über die darin involvierten Figuren erfährt man abseits ihres Handlungszweckes kaum etwas. Selbst Tom Hanks (der übrigens auch schon den thematisch ähnlich gelagerten «The Secret Man» produzierte) sowie Grand Dame Meryl Streep («Florence Foster Jenkins») spielen zwar gewohnt gut auf, können sich in dem ausstaffierten Setting der Siebzigerjahre-Ausstattungsorgie aber nicht so entfalten, wie man es von ihnen gewohnt ist. In «Die Verlegerin» hat alles seinen genauen Platz – und das nimmt den Figuren im Film leider Einiges an Leben. Alison Brie («Community») als Tochter der Washington-Post-Chefin wird ebenso zur Stichwortgeberin degradiert, wie die vielen Kollegen, die der Veröffentlichung der brisanten Dokumente vielfältig gegenüberstehen. Damit erlaubt sich Spielberg einen differenzierten Blick auf den Skandal und schafft es darüber hinaus sogar, seine Protagonistin nicht bloß zur Heldenfigur des freien Journalismus, sondern auch zu einer Ikone der Frauenbewegung zu machen (in einigen Schlüsselszenen behauptet sich Katherine Graham im Alleingang in der männerdominierten Welt), doch letztlich bleibt ein Film von Steven Spielberg immer auch ein Film der lauten Töne.
Zum Kinostart von «Die Verlegerin» verlost Quotenmeter.de drei Fanpakete, bestehend aus dem Original-Soundtrack zum Film und das Kinoplakat legen wir noch obendrauf. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beantwortet einfach folgende Frage und schickt die Lösung an gewinnen@quotenmeter.de und mit ein bisschen Glück könnt ihr die Musik zum Oscar-Kandidaten schon bald daheim genießen:

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