Am Abend feiert Thomas Gottschalk im Programm von RTL seinen 65. Geburtstag. Zuletzt war er in den deutschen Medien präsent wie lange nicht mehr – und das, obwohl er nicht mehr in der Werbung auftaucht.
Gottschalk hier, Gottschalk da, Gottschalk überall. Der Mann, der «Wetten, dass..?» über Jahre hinweg sein Gesicht verliehen hat, ist zur Zeit so präsent im deutschen Fernsehen wie seit drei Jahren nicht mehr. Damals endete sein ARD-Vorabendversuch. Täglich war er mit einer halbstündigen Show, live produziert aus Berlin, im Ersten zu sehen. Doch das Publikum wollte nicht an diesem Experiment teilhaben. Die vorletzte Sendung holte gerade einmal noch 1,2 Prozent Marktanteil bei den Umworbenen.
Zum «Supertalent» will er keinesfalls zurück; auch ist unklar, ob er seinen Ende des Jahres auslaufenden RTL-Vertrag verlängert. Unlängst brachte er eine Alternative ins Spiel: Eine Auferstehung von «Wetten, dass..?» - aber in einem veränderten Ausstrahlungsrhythmus. Einmal pro Jahr könnte die Familienshow wieder zum Lagerfeuer für Jung und Alt werden, mutmaßt Gottschalk. «Wetten, dass..?» ist nach wie vor die Show, in der sich der Lockenkopf heimisch fühlt. Er sei das Gesicht der Sendung und deren Gewissen, heißt es in seiner Biografie. Deshalb sei es auch nicht möglich gewesen, nach dem schweren Unfall von Samuel Koch weiter zu machen.
Und trotzdem scheint es momentan so zu sein. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum es Gottschalk nun zu seinen Anfängen zurückzieht. Gleich mehrmals war Gottschalk zuletzt bei Radio Bayern 3 zu hören, in Talkshows und auch am Sonntagabend, wo er erneut seine persönliche Lieblingsmusik spielte. Es ist zwar nicht bestätigt, aber immerhin überliefert, dass ein einziger Anruf bei Senderchef Walter Schmich reicht, um Gottschalk eben mal vier Stunden im Bayern-3-Studio frei zu räumen. Dort überschlugen sich Radio-Nostalgiker vor Begeisterung. Und doch gibt es eine Parallele zum TV: Im modernen Format-Radio würde sich Mr. «Wetten, dass..?» wohl ebenfalls schwer tun. 

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